Besigheim Die Wahl fällt auf schlichtes Design

Von Helena Hadzic
Der alte Neckarhangsteg wird 2025 durch einen Neubau ersetzt. Die neue Brücke wird eine Konstruktion aus Stahl sein. Foto: /Oliver Bürkle

Der Neubau des Neckarhangstegs kostet die Stadt Besigheim knapp 1,1 Millionen Euro.

Unterhalb des Stadtgrabens wird der alte Neckarhangsteg durch einen Neubau ersetzt – wie dieser genau aussehen soll, war Thema in der vergangenen Gemeinderatssitzung im Besigheimer Rathaus. Hierzu wurde Andreas Keil vom Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner (sbp) in Stuttgart eingeladen, um die möglichen Varianten vorzustellen. Der Steg wird erneuert, weil zum einen seine Lebenszeit bereits überschritten ist, zum anderen, um die Verkehrssicherheit auch künftig zu sichern.

Bereits im Sommer 2023 musste die Unterstützungskonstruktion des Gerüstes unterhalb des Steges verstärkt werden – in der Zwischenzeit ist klar, dass Sanierungsmaßnahmen nicht ausreichen und ein Neubau notwendig ist, das ist die Ansicht des Tragwerksplanungsbüros Wurst/Wiesotzki aus Bietigheim-Bissingen.

Einstimmig beschlossen durch die Räte wurde ein schlichtes Design, das die Stadt schätzungsweise knapp 1,1 Millionen Euro brutto kostet: Gerade und einfach soll es werden. Ein geradliniger Verlauf des Stegs mit schlichter, gerader Stütze. Zudem soll der Brückenweg breiter werden, um dem Begegnungsverkehr von Fahrrädern zu ermöglichen – etwa zwischen 2 und 2,50 Meter. Zudem soll der Abgang des Stegs zur Altstadt hin ausgeweitet werden und dabei mit Treppenstufen und einer Rampe für Barrierefreiheit versehen werden. Finanzieren will Besigheim das Projekt durch eine LGVFG-Förderung für Rad- und Fußgängerwege.

Gerade oder gebogen?

Ingenieur Andreas Keil hat vier Varianten mitgebracht, die an besagter Stelle möglich wären. Der neue Steg wird eine Konstruktion aus Stahl, Beton und Granit werden, diese sei witterungsbeständiger als Holz und biete daher eine höhere Lebenserwartung. Was den Grundriss betrifft, könne man die Brücke entweder gerade verlaufen lassen, oder gekrümmt mit einem leichten Bogen. Auf die Weise entstehe, wie Keil sagte, ein „Balkoncharakter“, weil sich der Steg von der Wand aus leicht nach außen wölbe. Walter Zeyhle (FWV) bemerkte in diesem Zusammenhang: „Wir können uns die gebogene Variante nicht leisten“. Immerhin sei die Variante 20 Prozent teurer. Hansjörg Kollar (BMU) pflichtete Zeyhle bei, sowie auch Manfred Hiller (CDU/WIR), der nochmals betonte, dass der Neckarhangsteg keine auffällige Brücke oder gar ein Aushängeschild sei. Dabei gehe es lediglich darum, eine „praktikable Lösung“ zu finden, und das sei der gerade Übergang, meinte zudem Marcel Kühnle (SPD). „Nun, das würde auf jeden Fall den Nachhauseweg vom Winzerfest erleichtern“, sagte Bürgermeister Steffen Bühler lachend. Die Wahl fiel somit auf den geraden, schlichten Übergang – die günstigste Variante.

Der Abgang zur Stadt

In diesem Zusammenhang stand auch die Frage nach dem Abgang der Brücke zur Stadt im Raum. Hierbei gab es ebenfalls mehrere Optionen. Beispielsweise hätte sich die Brücke kurz vor Schluss entzwei spalten können – in einen Fußgängerabgang, der gerade hinunterführt mit Treppenstufen, und einen barrierefreien Abgang, der rechts von der Brücke wegführt in Richtung Stadt. Ingenieur Keil empfahl jedoch die Ausweitung des Stegs zum Schluss hin, die Treppenstufen und eine Rampe vereine. „Das ist dann eine klare Verbindung von A nach B“, so Keil. Auch die Stütze der Brücke fiel schlicht aus. Möglich gewesen wären beispielsweise auch Stützwerke in Bogenform. Doch die Praktikabilität obsiegte – ausgesucht wurde eine einzige, gerade Stütze. Für das Tragwerk sind Balken mit einem Hohlkasten auf der Unterseite des Stegs geplant.

Mit dem Bau soll Anfang 2025 gestartet und bereits vor dem Winzerfest im Herbst abgeschlossen werden. Helena Hadzic

 
 
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