Besigheim/Dubai Tage zwischen Hoffen und Bangen

Von Michael Soltys
Der Krieg im Iran führte in der gesamten Region zu Luftangriffen, auch in Dubai. Foto: dpa/Vahid Salemi

Wann das Besigheimer Ehepaar Andrea und Frank Pfersich Dubai verlassen kann, bleibt ungewiss. Seit letzter Woche sitzen sie im Hafen fest.

Geht es an diesem Samstag zurück in die Heimat? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Unsicherheit darüber ist jedenfalls groß bei Andrea und Frank Pfersich. Wie in der BZ berichtet, sitzt das Ehepaar aus Besigheim seit Samstag vergangener Woche im Hafen von Dubai fest. Die Angriffe der iranischen Armee auf die Stadt am Persischen Golf hindern ihr Schiff, die MS Aroya, daran, auszulaufen. Insgesamt sollen ein halbes Dutzend Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, mit vielen Tausenden Menschen an Bord.

Nachrichten, die Frank Pfersich über WhatsApp an die BZ schickt, lassen erahnen, wie das Ehepaar zwischen Hoffen und Bangen schwankt. Hinter vielen Informationen steht für die Pfersichs ein großes Fragezeichen. „Wir sind weiter guter Dinge.“ Am Mittwoch schreiben sie: „Wir hoffen echt, am Samstag ausfliegen zu können.“

Einschläge in der Nähe des Schiffes

Dabei waren noch Dienstagabend wieder Einschläge in der Nähe des Schiffes zu sehen. Blaulicht, Feuerwehr und Rettungsdienst seien innerhalb von Sekunden angerückt. Das konnte das Ehepaar von der Schiffsbar aus beobachten. „Das trübt natürlich die Stimmung“, schreibt Frank Pfersich. Wahrscheinlich sei die amerikanische Botschaft das Ziel gewesen, so die Auskunft der Besatzung. Wieder überqueren Kampfjets den Hafen.

Passagierflugzeuge vom Typ A380, die über das Schiff fliegen, sorgen für Hoffnung, selbst bald im Flieger zurück nach Deutschland sitzen zu können. Wann sich diese Hoffnung erfüllt, ist für die Pfersichs nicht zu klären. Auch auf mehrere Nachfragen sei vom Reiseveranstalter und von der Airline nichts Neues zu hören gewesen, obwohl sie immer wieder nachfragen.

Für das Ehepaar heißt das: „Wir müssen abwarten.“ Sie haben sich entschieden, an Bord zu bleiben. Zwar ist es ihnen erlaubt, das Schiff zu verlassen. Doch das ist Andrea und Frank Pfersich zu riskant. Sie verlassen sich auf die Ratschläge des Schiffskapitäns, an Bord zu bleiben. „Wir harren der Dinge und schauen den Fliegern nach, die über uns hinwegfliegen.“

Am Donnerstag kommen dann endlich neue Infos. An diesem Samstag sollen die Gäste der MS Aroya das Schiff verlassen, um mit Bussen in Hotels gebracht zu werden. Informationen, die am Freitag noch einmal bestätigt wurden. Wenigstens ein Anfang. Für zwei Tage übernimmt der Veranstalter die Kosten, das spricht gegen eine Rückkehr am Samstag. Das Schiff soll dann den Hafen verlassen, allerdings ohne Gäste an Bord. Doch zwischenzeitlich setzt wieder Luftalarm ein. Die Meldungen sind deutlich: „Suchen Sie das nächste sichere Gebäude auf.“ Jetzt dürfen die Gäste auch nicht mehr aufs Außendeck.

Aktuell geht das Ehepaar davon aus, einige Tage im Hotel verbringen zu müssen. Sicher ist auch das nicht. Für diesen Samstag war der reguläre Rückflug mit Air Arabia geplant, doch der ist gestrichen. Das Risiko, auf eigene Faust einen Flug zu buchen, um dann am Flughafen festzusitzen, will das Ehepaar jedenfalls nicht eingehen.  Michael Soltys

 
 
- Anzeige -