Ein steiler Weg zu einzigartigem Wein“, das war das Motto, unter dem am Sonntag dann die Gespanne rollten: ab 13 Uhr gab es in Besigheim kein Durchkommen mehr: die Straßen gehörten den Teilnehmergruppen des Festumzugs – und davon gab es nicht weniger als 70.
Besigheim Engagement, das seinesgleichen sucht
Beim 75. Winzerfest-Festumzug am Sonntag zeigten die beteiligten Gruppen und Vereine all ihre Facetten.
Schultes, Büttel und Nachwächter für den Zug an
Nachdem der Fanfarenzug Tamm den Auftakt gemacht hatten, führten der Besigheimer Schultes, der Büttel und der Nachtwächter, gefolgt von zwei Kutschen mit den Ehrengästen die Prozession an, die sich über zwei Stunden hinziehen sollte.
Zu feiern gab es dabei einiges: zum 75-jährigen Jubiläum legten sich alle Teilnehmer sichtlich ins Zeug: die am Straßenrand dicht gedrängten Zuschauer bekamen von der Weinstraße, über die Bahnhofstraße, Enzbrücke, Hauptstraße, den Kelterplatz, die Kirchstraße, Pfarrgasse und schließlich durch die Turmstraße einiges zu sehen: Die Stadtkapelle führte den zweiten Block den Umzugs an, der unter Mottos wie „Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben“ (Obst-Garten u. Weinbauverein und EK Handball), „Der Wein gereift im Keller, gibt Kraft und macht die Köpfe heller“ (Skizunft Besigheim), „Sei nicht stumm beim Weine, nimm ein Liederbuch zur Hand“ (Chorgemeinschaft Besigheim), „Dreimal kräht des Hauses Hahn bis der letzte Trunk getan“ (Arbeitskreis Aktives Ottmarsheim), „Wein schmeckt mir rot, er schmeckt mir weiß, allein, zu zweit im Freundeskreis“ (Tanzsportclub Besigheim) und „Die Kehlen feucht vom Fasswein trocka - so sieht man sie im Besa hocka“ (Liederkranz Ottmarsheim)
Der Musikverein Walheim führte den dritten Abschnitt, „Weine aus Steillagen – typisch und einzigartig“ an, bei dem auch die Partnerstadt Ay/Champagne aus Frankreich ihren Beitrag hatte. Es folgten die aufwendigen Traktorgespanne der Landfrauen und Veteranenfreunde aus Ottmarsheim unter V. eine Vielzahl aus Trachten und Uniformen.
Beim VI. Teil des Umzugs „Buntes, internationales Besigheim“, hatten sich dem Motto folgend die jungen Teilnehmer der Schellingschule als Weintrauben verkleidet, mit Luftballons rundum. „Blau wie der Ozean“ und „Bella Napoli“ erscholl es danach vom Wein-Partyanhänger des EK Besigheim Handball. Der HHC performte „so ein schöner Tag“ mit Akkordeons, während die Karateka von Dhammika auf der offenen Straße ihr Können zeigten. Ein Spektakel bot auch der Radsportverein, von dem einige Mitglieder, auf dem Lenker sitzend, auf dem Rückrad ihres Rennrads balancierten, und andere mit einem Satz über am Boden liegende Vereinsgenossen setzten.
Die Studiobühne brachte nochmal die Schauspieler aus „Die Erbschaft“ auf die Bühne beziehungsweise ihren Anhänger, die an das Stück des Sommertheaters erinnerten. Die Straße erbebte noch einmal unter den dröhnenden Klängen von Guggenmusik D’Wezga, bevor Skateboardverein und Weinerlebnistour den Abschluss machten.
„Ein wunderschönes Erlebnis“, waren sich die Moderatoren Klaus Schrempf und Gerd Mozkus einig. Der ehemalige Erste Beigeordnete der Stadt Besigheim moderiert gemeinsam mit dem ehemaligen SWR-Moderator den Festzug seit über 20 Jahren. „Wir freuen uns immer, wenn die Leute was auf die Beine stellen“, das sei es, was den Umzug zu etwas besonderem mache: Das vorgegebene Motto, dass von allen Teilnehmern befolgt, aber auch weitergedacht wird – „das macht den Erfolg aus“.
„Das Engagement ist einfach riesig“, betonten die Moderatoren: „Das Engagement der Leute und dass auch so viele jedes Jahr kommen“, mache den Umzug einzigartig. Ein Highlight des Umzugs jedes Jahr für die beiden: die Ottmarsheimer – „was die auf dem Traktor auf die Beine stellen!“, staunte man am Moderatorenpult. „Besigheim setzt mit dem Festumzug eine Duftmarke“, wissen die beiden abschließend: ein solches Spektakel mit dieser Anzahl der Besucher sucht seinesgleichen, auch beim 75. Mal.
