Besigheim Harter Schläger, leichter Ball

Von Michael Soltys
Pickelball ist der neueste Trend aus den USA. Finnja Vestewig und Luca Peleikis probieren diese neue Sportart in der Besigheimer Tennishalle. Foto: /Oliver Bürkle

Pickleball ist ähnlich wie Tennis, und doch ganz anders. In der Besigheimer Tennishalle von Patrik Gänzle kann die Trend-Sportart ausprobiert werden.

Mühelos spielt Finja Vesteweg den Ball übers Netz, sodass ihr Spielpartner Luca Peleikis alle Mühe hat, ihn zu erreichen. Kein Wunder: Seit ihrer Kindheit spielt die 21-Jährige Tennis, während ihr Gegner sich auf einem Badminton-Platz deutlich wohler fühlt.

Doch an diesem Tag haben beide keinen Tennisschläger in der Hand, und es wird auch nicht Tennis gespielt. Was Vestewig und der 25-jährige Peleikis in der Tennishalle in der Robert-Bosch-Straße in Besigheim ausprobieren, nennt sich Pickleball, ihr beinahe rechteckiger Schläger mit der harten Oberfläche ist ein „Paddle“.

„Die Sportart ist der neueste Trend aus den USA“, sagt Patrik Gänzle. Der langjährige Tennistrainer des nahe gelegenen Besigheimer Tennisclubs betreibt die gewerbliche Tennishalle gemeinsam mit seinem Vater Wilfried. Seit 40 Jahren können hier Tennisspieler ihrem Hobby nachgehen. Das Jubiläum war für Patrik der Anlass, seinen Kunden etwas Neues anzubieten. Die Halle wurde umgebaut und drei Plätze für Pickleball angelegt.

Einziger Anbieter zwischen Heidelberg und Stuttgart

Wirklich herumgesprochen hat sich die neue Sportart in Deutschland noch nicht. „Wir sind der einzige Anbieter zwischen Heidelberg und Stuttgart“, sagt Gänzle. Er sieht sich als Vorreiter einer Sportart, die gegenüber dem Tennis viele Vorteile bietet. Als Trainer, der zahlreiche Kinder und Jugendliche ausgebildet hat, weiß er: „Viele wollen Tennis spielen, aber nicht alle sind dafür geeignet“. Vielleicht aber für Pickleball, das leichter zu spielen und zu erlernen ist. Mit dem Paddle, einer Hartplatte, die innen mit Schaumstoff gefüllt ist, darf nur von unten aufgeschlagen werden. Der Ball ist innen hohl, zwar in etwa so groß wie ein Tennisball, aber deutlich leichter. Bei elf Punkten ist ein Satz gewonnen, Punkte kann nur der Aufschläger machen. Die Bälle fliegen auch langsamer als ein Tennisball. „Das alles ist optimal für eine Heranführung an den Sport“, sagt Gänzle.

Für Pickleball hat sich Gänzle entschieden, weil er sich gut in den Tennisbetrieb der Halle integrieren lässt. Für den traditionellen Tennissport stehen nach wie vor zwei Plätze bereit. Noch sind die Pickleball-Plätze schwach belegt, räumt Gänzle ein, doch „Woche für Woche“ steige die Nachfrage. Vielleicht, so hofft er, lassen sich über das einfache Pickleball-Spiel auch weitere Menschen für Tennis begeistern.

„Der harte Schläger federt nicht“

Finja Vesteweg und ihrem Spielpartner macht Pickleball jedenfalls sichtlich Spaß. „Das Schlaggefühl unterscheidet sich deutlich vom Tennis“, berichtet sie. „Der harte Schläger federt nicht“. Ungewohnt ist für sie auch, dass sie nahe am Netz den Ball nicht volley spielen darf. Das ist in der besonders markierten Zone, dem „Kitchen“, wie sie genannt wird, verboten. Ganz im Gegensatz zum Tennis.

Luca Peleikis, eigentlich an einen Badminton-Schläger gewohnt, muss sich umgewöhnen, findet aber das Paddle ebenfalls „handlich“. Was ihm entgegenkommt: Das Spielfeld hat die Größe eines Badminton-Spielfeldes und ist damit deutlich kleiner als ein Tennisplatz. Auch das macht das Spiel einfacher.

 
 
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