Besigheim Herabfallende Steine sind schon bald Vergangenheit

Von Michael Soltys
Immer wieder müssen sich die Bewohner des Hauses Bügelestorstraße 3 mit Steinschlag herumärgern. Foto: /Oliver Bürkle

Gremium spricht sich für Teilsanierung der Stadtmauer aus.

Mit der historischen Stadtmauer haben die Bewohner der Bügelestorstraße 3 in Besigheim keine guten Erfahrungen gemacht. Immer wieder haben sich in der Vergangenheit Steine und Mörtel aus der Mauer gelöst und sind auf das Dach des Hauses gefallen. Nachbarn ist es in der Vergangenheit ähnlich ergangen (siehe Info). Eine Sanierung der Mauer ist umso dringender als der Besitzer des Hauses Nummer 3 Dach und Fassade in jüngster Zeit erneuert hat.

„Künftige Beschädigungen sind unbedingt zu vermeiden“

„Künftige Beschädigungen sind unbedingt zu vermeiden“, machte Stadtbaumeister Klaus Brixner in seiner Vorlage an den Ausschuss für Umwelt und Technik deutlich, der am Dienstag tagte.

Ein Ingenieurbüro aus Bietigheim-Bissingen hatte die Mauer, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde, im vergangenen Herbst auf ihren Zustand untersucht. In Teilen des untersuchten Abschnitts ist der Fugenmörtel stark verwittert, lose oder fehlt vollständig. An vielen Stellen ist er von Efeuwurzeln durchdrungen. Großflächig muss Mörtel abgetragen und erneuert werden, geht aus dem Gutachten hervor. Nachdem der Efeu an der Mauer entfernt wurde, haben sich laut dem Stadtbaumeister weitere Schäden ergeben. An anderer Stelle hat sich am Mauersockel ein Bauch gebildet. Dort muss das Mauerwerk ausgebaut und erneuert werden. Möglicherweise haben sich auch Teile der Mauer von der Hintermauerung oder dem Fels dahinter gelöst und müssen deshalb neu befestigt werden.

Schadhafte Mauersteine müssen ausgebaut und ersetzt werden. Das Ergebnis der Untersuchungen bildete die Basis für einen Auftrag, den der Ausschuss jetzt für rund 205.000 Euro an eine Firma aus Leonberg vergeben hat. Die Honorare inklusive rechnet der Stadtbaumeister mit Kosten von rund 245.000 Euro. Das jedoch übersteigt den prognostizierten Haushaltsansatz von 80.000 Euro bei Weitem.

Sanierung soll möglichst in einem Aufwasch vonstatten gehen

Die Sanierung in Bauabschnitte zu unterteilen lohnt sich laut Brixner nicht, da Gerüste auf -und abgebaut werden müssten und die Anwohner über Gebühr beeinträchtigt würden. Mit den Arbeiten wird die beauftragte Firma im Herbst des Jahres beginnen und sie im Folgejahr abschließen. Damit können die Kosten auf zwei Haushaltsjahre verteilt werden. Der Vergabebeschluss ist vorläufig. Die Stadt will abwarten, ob das Landesdenkmalamt Zuschüsse bewilligt. Dort nämlich hat die Verwaltung einen Antrag auf Förderung in Höhe von 16.000 Euro gestellt.

 
 
- Anzeige -