Besigheim Ideen für Waldhornareal gesucht

Von Michael Soltys
Für das Waldhornareal sucht die Stadt Investoren. Foto: /Martin Kalb

Der Gemeinderat fordert Investoren auf, Konzepte für die Sanierung und Entwicklung des Geländes beim Waldhornturm einzureichen.

Der Waldhornturm gegenüber dem Kelterplatz gehört zu den Wahrzeichen der historischen Altstadt von Besigheim. Die Fassade der direkt daneben liegenden Gaststätte „Waldhorn“ wirkt zwar noch ansprechend. Doch das Gebäude aus dem Jahr 1774 ist sanierungsbedürftig. Das gilt in verstärktem Maße für die angrenzenden Gebäude in der Hauptstraße 40 und für mehrere Häuser in der nahen Entengasse.

„Waldhornareal“ nennt man in Besigheim das gesamte Ensemble rund um den Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Nach und nach hat die Stadt das Gelände erworben. Das will die Stadt jetzt nutzen, um das Areal nach ihren Vorstellungen zu sanieren, neu zu ordnen und damit dauerhaft besser nutzbar zu machen.

Konzeptvergabe begonnen

Dazu begibt sich Besigheim jetzt auf die Suche nach Investoren. Konkret hat der Gemeinderat am Dienstag eine Konzeptvergabe in Gang gesetzt. Das bedeutet, dass Interessenten sich mit Vorschlägen und Ideen für die Gestaltung des Areals auf dem Rathaus bewerben können. Diese Vorschläge werden anschließend geordnet und bewertet nach Realisierbarkeit, Finanzierbarkeit und der Seriosität und finanziellen Solidität der Bewerber. Danach wird der Gemeinderat entscheiden, welche dieser Ideen weiterverfolgt und in konkrete Pläne umgesetzt werden.

Vorab hat die Stadt das Gelände in drei Bereiche geteilt, für die Kaufpreise festgesetzt wurden. Alle drei Abschnitte liegen im Sanierungsgebiet, sind also förderfähig.

Größter Abschnitt ist die denkmalgeschützte Gaststätte, hinter der sich ein großer Innenhof mit Scheune mit rund 1000 Quadratmetern verbirgt. Der Preis: 588.900 Euro. Anstatt der Scheune könnte ein zweigeschossiges Haus östlich des Turms errichtet werden, so eine vage Vorgabe der Stadt.

Die Gebäude Hauptstraße 40 und Entengasse 2, 4 und 6, insgesamt 765 Quadratmeter, werden zum Kaufpreis von 240.520 Euro angeboten. Die Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind nicht denkmalgeschützt, werden aber stadthistorisch als erhaltenswert eingestuft. Sie können abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden. Diese müssen sich aber in die historische Struktur der Stadt einfügen.

Für lediglich 89.200 Euro ist das Haus Entengasse 10 zu kaufen, der dritte Abschnitt der Konzeptvergabe. Das zweigeschossige Fachwerkhaus wurde vermutlich 1613 errichtet und ist ein Kulturdenkmal. Es ist unbewohnt und eignet sich nach einer Sanierung vermutlich eher für Büros als für Wohnungen.

Die Stadt strebt an, alle drei Abschnitte an einen einzigen Interessenten zu vergeben. Doch es können auch Angebote für einzelne Abschnitte eingereicht werden. Das machte Architekt Matthias Gütschow aus Tübingen deutlich. Er ist mit dem Vergabeverfahren beauftragt. Die Preise für die Grundstücke sind fixiert. Der Kaufpreis wird aber erst fällig, wenn es mit der Sanierung losgeht.

Im ersten Schritt ist das Verfahren eher formlos. Damit will die Stadt erreichen, dass sich möglichst viele Interessenten mit ihren Ideen melden, spätestens bis Anfang September.

Entscheidung im November

Ein Ausschuss werden die eingereichten Vorschläge und die Interessenten bewertet. Der Gemeinderat fällt im November die endgültige Entscheidung über den Sieger, mit dem eine Vereinbarung, aber noch kein Kaufvertrag, abgeschlossen wird. Dem Investor bleibt danach etwa ein Jahr Zeit, das Projekt zu entwickeln.

Nach vielen Jahren der Diskussion um das Waldhornareal sei es gut, „dass wir vorankommen“, sagte Thomas Pulli vom BMU. Sonja Rupp von der SPD regte eine öffentliche Veranstaltung an, bei der Bürger über die Veränderungen im Waldhornareal informiert werden sollen. Ralf Luithle von der CDU mahnte an, dass dieses Verfahren auch ergebnislos verlaufen könnte. „Doch wir hoffen auf Vorschläge.“

 
 
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