Besigheim Jetzt lockt das Amt der Weinkönigin

Von Michael Soltys
Beim Winzerfest 2023 wurde Anna Joos (Mitte) zur Weinprinzessin gekrönt, jetzt will sie Weinkönigin werden. Foto: /Martin Kalb

Anna Joos, die frühere Besigheimer Weinprinzessin, tritt im November gegen drei Frauen und einen Mann an.

Zwei Jahre lang, von 2023 bis 2025, war Anna Joos Weinprinzessin in Besigheim. Beim Winzerfest im September übergab sie Schärpe und Diadem an ihre Nachfolgerin Klaudia Laksa.

Das soll jedoch längst nicht das Ende der repräsentativen Pflichten für den Wein gewesen sein, wenn es nach Anna Joos geht. Die 25 Jahre alte Besigheimerin hat sich jetzt für das Amt der Württemberger Weinkönigin beworben. Die Entscheidung fällt bei einer öffentlichen Veranstaltung am Donnerstag, 20. November, in der Mehrzweckhalle Schwabbach.

Weg war vorbestimmt

Schon der Weg zur Weinprinzessin von Besigheim war Anna Joos in gewisser Weise vorherbestimmt. Es sei ein „Kindheitstraum“, den der Großvater nach Kräften gefördert habe. „Du wirst eines Tages Besigheimer Weinprinzessin sein und auch Württemberger Weinkönigin“, habe ihr Opa ihr vorhergesagt, erzählt Anna Joos. Als Kind habe sie noch die Augen verdreht, aber jetzt will sie den Traum verwirklichen.

Ihre persönliche Motivation? Der Wein und die Steillagen, um die es im Moment nicht sehr gut stehe, seien Teil ihrer Heimat. Traditionen sind der 25-Jährigen wichtig: „Mit der Besigheimer Tracht bin ich aufgewachsen.“ In der Felsengartenkellerei ist sie in der Jungwinzergruppe „Geccos“ aktiv und hat dort schon überall mitgeholfen: im Keller, bei der Abfüllung und bei Weinproben. Bei Festumzügen wie beispielsweise auf dem Bietigheimer Pferdemarkt, hat sie schon in jungen Jahren Wein ausgeschenkt, den Leuten gewunken und ist mitgelaufen, „bis die Füße weh taten“.

Ihre Bewerbung sieht Anna Joos als Herausforderung. Zum Thema Wein möchte sie sich weiterbilden. Dass sie ihn repräsentieren und vor vielen Menschen reden kann, habe sie in ihrer Zeit als Weinprinzessin bewiesen. Um den Weinanbau und die Wengerter in Württemberg zu vertreten, möchte sie ihre Erfahrung in der Weinansprache nutzen, begründete sie gegenüber dem Weinbauverband ihre Bewerbung als Weinkönigin. Genauer gesagt müsste es allerdings Weinhoheit nennen. Auf diesen Begriff hat man sich beim Weinbauverband geeinigt, nachdem auch Männer zur Bewerbung zugelassen wurden. Das ist auch bei der Wahl am 20. November der Fall.

Gegen starke Konkurrenz

Dort tritt Anna Joos gegen starke Konkurrenz an, das ist ihr bewusst. Martin Mast (37), Master of Business Administration und in der IT-Branche tätig, ist der einzige männliche Bewerber. Franziska Dorothea Binder (28) aus Esslingen hat einen Abschluss als Master in Agribusiness und arbeitet im elterlichen Garten- und Weinbaubetrieb. Notfallsanitäterin und Medizinpädagogin Manuela Breitmayer (26) aus Ammerbuch im Landkreis Tübingen hat ihre Erfahrungen im Weinbau im familiären Obst- und Weinbaubetrieb erworben. Und Projektmanagerin Natalie Schäfter (24) aus Bretzfeld im Hohenlohekreis wurde 2024/2025 zur Hohenloher Weinkönigin gewählt.

Doch vor ihren Mitbewerbern ist Anna Joos nicht bange. Sie setzt auf ihre Erfahrungen als Weinprinzessin. Aufgewachsen ist sie in einem landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb. In dieser Branche ist die gelernte Steuerfachangestellte auch heute noch tätig. In ihrer Zeit als Besigheimer Weinprinzessin hat sie sich als „Anerkannte Beraterin für Deutschen Wein“ weitergebildet.

Gründlich vorbereitet ist sie ebenfalls. Der Fragebogen des Weinbauverbandes ist eingeübt. Im Keller der Felsengartenkellerei hat sie sich über Ausbau und Zubereitung von Wein informiert. Die festliche Garderobe für den Wahlabend ist auch schon gekauft. Und wer weiß? Wenn es mit der Wahl zur Württembergischen Weinkönigin klappt, steht auch einer Bewerbung zur Deutschen Weinkönigin nichts mehr im Weg.

 
 
- Anzeige -