Besigheim Kindergarten kommt über den Edeka

Von Michael Soltys
Die neue Kita wird im Obergeschoss gebaut, auf dem Dach wird es einen Außenspielbereich geben. Foto: /Martin Kalb

Bis zum Spätsommer 2026 soll die ehemalige Sauna im Enztal-Center umgebaut werden. Die Firma Layher erfüllt damit den Vertrag mit der Stadt.

Es ist ein ungewöhnliches Projekt: Über dem Edeka im Besigheimer Enztal-Center wird die Wohnbaufirma Layher eine Kindertagesstätte einrichten. Die Kita ist Teil des städtebaulichen Vertrags, den die Stadt und die Firma Layher abgeschlossen hatten, als der Bebauungsplan für das neue Wohngebiet auf dem früheren Ziegelei-Areal verabschiedet wurde. In den 1,9 Hektar großen Luisenhöfen, wie das Areal genannt wird, baut Layher aktuell 257 Wohneinheiten. Die Kinder, die dort wohnen werden, brauchen Betreuungsplätze.

Platz für 64 Kinder

Der Ausschuss für Umwelt und Technik genehmigte am Dienstag einstimmig die Pläne, die von Architekt Jochen Feyerabend vorgelegt wurden. Der Grundriss in dem halbrunden Gebäude „war nicht ganz einfach“ sagte der Architekt. Die neue Kita im zweiten Obergeschoss des Enztal-Centers bietet künftig Platz für 64 Kinder. Auf einer Grundfläche von 750 Quadratmetern entstehen zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren, zwei weitere für die älteren Kinder. Ruheräume, Bewegungsräume und ein Werkraum können ebenfalls untergebracht werden. Das Dach des Enztal-Centers dient als Freifläche für die Kinder.

Layher investiert rund 1,7 Millionen Euro in die Kita, die an die Stadt vermietet wird, zunächst für einen Zeitraum von 15 Jahren. „Wir haben den Aufwand unterschätzt“, sagte Geschäftsführer Phillip Layher in der Sitzung. Mit der Miete könnten die Kosten nicht gedeckt werden. Die Räume sind flexibel gestaltet, sodass später Platz für eine weitere Gruppe geschaffen werden könnte.

„Wir wollen so schnell wie möglich loslegen“, sagte Layher. Eine Eröffnung zum Spätsommer 2026, wie von Layher angepeilt, käme der Stadt sehr entgegen. Denn zum Ende Juli 2027 schließt der Kindergarten im Martinshaus. Der Betreiber, die katholische Kirchengemeinde, hat das Gebäude verkauft. Der neue Besitzer ist auch die Firma Layher, der das Enztal-Center gehört.

Die Kinder aus dem Martinshaus können ab September 2029 alle in städtischen Einrichtungen untergebracht werden, versicherte Beigeordnete Heike Eckert-Maier auf Nachfrage von Stadtrat Thomas Pulli, BMU. Allerdings ist nicht sicher, ob alle Kinder aus dem Martinshaus auch in die neue Enztal-Kita gehen können. Das hängt nicht zuletzt von den Wünschen der Eltern nach flexiblen Öffnungszeiten ab, sagte Bürgermeister Florian Bargmann.

Die Verschattung der Kita-Räume, die Gestaltung und Ausstattung der Freifläche mit Spielgeräten und die Parkierung sind weitere Punkte, die noch geklärt werden müssen. Danach hatte Stadtrat Marcel Kühnle von der SPD gefragt. In der Tiefgarage sei aktuell noch genügend Platz für die Parkierung, entgegnete Phillip Layher. Sollte es dennoch knapp werden, müsse man sich schärfere Maßnahmen gegen die Dauerparker überlegen. Edeka stehe dem Umbau sehr positiv gegenüber. Die Geschäftsführung hoffe auf Kundschaft in den Reihen der Eltern. Über die Gestaltung der Freifläche seien erste Gespräche geführt worden, ergänzte Architekt Jochen Feyerabend. Das Dach müsse komplett saniert werden. Danach werden Spielgeräte aufgebaut und begrünte Flächen, eventuell auch Pflanzkübel angelegt.

 
 
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