Am Dienstag haben sich in Besigheim auf Einladung von Regierungspräsidentin Susanne Bay Teilnehmer aus Politik und Verwaltung zum zweiten „Runden Tisch“ zur örtlichen Neckarbrücke getroffen. Wie das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) als Ergebnis des Treffens bekannt gab, kann die Brücke ab Freitagabend, 25. September, wieder für den Individualverkehr freigegeben werden. Voraussetzung ist eine Begrenzung auf Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von maximal 2,8 Tonnen. Fuß- und Radverkehr sowie Pkw bis zu diesem Gewicht können die Brücke damit wieder nutzen, so das RPS.
Besigheim Neckarbrücke wird für Autos freigegeben
Ab Freitagabend ist die Neckarbrücke in Besigheim wieder für Fahrzeuge von maximal 2,8 Tonnen befahrbar.
Grundlage für die Entscheidung seien die Ergebnisse von Untersuchungen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung von vergangener Woche, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Gutachten habe gezeigt, dass für die reduzierte Belastung das Material der Spannstähle insgesamt noch eine ausreichende Tragfähigkeit aufweise.
Öffnung unter Vorbehalt
„Die nun vorgesehene Öffnung erfolgt ausdrücklich vorläufig und unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung des Bauwerks“, betont das Regierungspräsidium. Um die Verkehrssicherheit in diesem Fall auch weiterhin zu gewährleisten, bleibe die Neckarbrücke durch das installierte Monitoring rund um die Uhr überwacht. Entscheidend sei die kontinuierliche Beobachtung der Bauwerksentwicklung. Sollte sich die Situation verschlechtern, müsse die Brücke erneut geschlossen werden. Eine bauliche Höhenbegrenzung in Form eines Torbogens soll verhindern, dass Fahrzeuge mit einem höheren Gesamtgewicht als 2,8 Tonnen die Brücke befahren.
Rund 1000 Ankerdübel
Die statischen Untersuchungen erfolgten auf Grundlage der Berechnung eines Lastmodells, das ein Befahren der Brücke mit Fahrzeugen bis 2,8 Tonnen einschließt. Da hier nicht alle erforderlichen Nachweise vollständig erbracht werden konnten, soll in den kommenden Wochen eine Querkraftverstärkung eingebaut werden. Vorgesehen ist der Einbau von rund 1000 Ankerdübeln in engem Raster. Der Einbau soll grundsätzlich unter laufendem Verkehr erfolgen. Es könne jedoch vorübergehend eine halbseitige Sperrung erforderlich sein, so das Regierungspräsidium.
Die Anwesenden bestätigten bei dem Runden Tisch laut Mitteilung einstimmig, dass die vorübergehende Öffnung nichts am gemein samen Ziel ändere, schnellstmöglich den Brückenzug durch einen Neubau zu ersetzen und damit langfristig wieder eine leistungsfähige Verbindung für alle Fahrzeuge über den Neckar herzustellen. Das Regierungspräsidium will die Vorplanung noch in diesem Jahr abschließen.
Planung wird beschleunigt
Im Frühjahr soll die Ausschreibung voraussichtlich veröffentlicht werden. Die Möglichkeit für eine funktionale Ausschreibung werde bis dahin geprüft. Dieses Verfahren ermöglicht es laut Mitteilung, die erforderlichen Funktionen und Anforderungen vorzugeben und den Bietern Spielraum für die konkrete technische Umsetzung zu lassen. Damit könnten die weitere Planung und der Bau schneller vorangebracht werden, um das Ziel, den Bau deutlich vor 2030 zu ermöglichen, zu erreichen.
Das Landesverkehrsministerium hat laut RPS zugesagt, das Vorhaben zu unterstützen und die erforderlichen Prüfungen schnellstmöglich vorzunehmen – auch in den Bereichen Vergabe und Haushalt. Zugleich solle die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen fortgesetzt werden. Auch der Landkreis Ludwigsburg arbeite intensiv an den erforderlichen verkehrlichen Maßnahmen. Der Busverkehr wird aktuell bereits umgeleitet. Für den Schwerlastverkehr gilt weiterhin die Umleitung über Kirchheim.
Pförtnerampel kommt weg
Für die Dauer des Neubaus und die damit verbundene Vollsperrung wird zudem eine großräumige Umleitung geprüft. In diesem Zusammenhang sollen auch die vorgesehenen Umleitungsstrecken und relevanten Knotenpunkte gezielt ausgebaut und optimiert werden, um die Verkehrsabläufe während der Bauzeit möglichst leistungsfähig zu halten, so das Regierungspräsidium. Die während der Sommerferien eingesetzte Pförtnerampel habe sich bewährt, sie kann nun wieder zurückgebaut werden.
Der nächste gemeinsame Runde Tisch ist für Mitte Januar vorgesehen. Hier sollen Details zur Ausschreibung sowie der aktuelle Stand besprochen werden.
