Besigheim Neue Tore für die Schleuse

Von Michael Soltys
Die Besigheimer Schleuse wird seit dem Sommer generalsaniert. Foto: /Martin Kalb

Linke Kammer der Schleuse in Besigheim wird generalsaniert. Ab Mitte 2026 ist sie wieder betriebsbereit.

Seit dem Sommer ist an der Schleuse in Besigheim schweres Gerät im Einsatz. Die linke Kammer der Schleuse, flussabwärts gesehen, etwa 600 Meter unterhalb des Wehrs und der Brücke zum Besigheimer Neusatz, wird generalsaniert. Und das ist dringend nötig, machte am Dienstag Martin Schüle im Besigheimer Ausschuss für Umwelt und Technik deutlich. Schüle ist Abteilungsleiter beim WNA, dem Wasserstraßen-Neubauamt mit Sitz in Heidelberg, das für die Schleusen am Neckar zuständig ist. Sowohl die oberen als auch die unteren Tore der Schleuse haben sich als sehr störanfällig erwiesen und müssen erneuert werden.

Bis 50 Tonnen schwere Tore

Die Tore wurden zuletzt 1992 ersetzt. Das Bauwerk selbst, in dem die Schiffe um 6,30 Meter angehoben werden, wurde zwischen 1952 und 1955 errichtet. Auch die Antriebe und die Elektrotechnik stammen noch aus der Erbauungszeit, sind also rund 70 Jahre alt. Sie werden ebenfalls erneuert. Der Wandbeton der Schleuse ist seit der Erbauungszeit unverändert und sanierungsbedürftig. Der Baugrund ist schlecht, erst in 54 Metern Tiefe stieß ein Bohrer im Jahr 2016 auf Fels. Die Schleuse wurde in den 1950er-Jahren deshalb auf etwa 960 unterschiedlich langen Pfählen errichtet.

Anhand von Fotos dokumentierte Clemens Borowski, der Projektingenieur im WNA, im Besigheimer Ausschuss den Fortschritt der Arbeiten. Im Sommer 2023 wurde die Schleuse eingerüstet. Verbindungsstege in der Schleuse müssen erneuert werden. Für die Elektrotechnik wird ein neues Gebäude errichtet. Die schweren, offen liegenden Getriebe der Schleuse werden ersetzt. Um die Tore der Schleuse, die bis zu 50 Tonnen wiegen, aus den Verankerungen zu heben, musste ein mobiler Kran an die Schleuse gebracht werden.

Eines der Tore konnte nur bewegt werden, nachdem Schweißbrenner eingesetzt wurden, berichtete der Projektingenieur. Teile der Tore werden noch eine Zeit lang gelagert, um bei eventuellen Notfällen zum Einsatz zu kommen, danach werden sie verschrottet.

Kosten bis zu 16 Millionen Euro

Es wird noch etwa zweieinhalb Jahre dauern, bis die linke Schleusenkammer wieder genutzt werden kann. Bis dahin ist nur die rechte Kammer im Einsatz. Im Sommer des kommenden Jahres werden die neuen Tore angeliefert, die in Brake an der Unterweser gefertigt werden. Weitere Maschinen- und Anlagenteile müssen ebenfalls gefertigt, und um 2024 und 2025 dann eingebaut zu werden.

Erst Mitte 2026 werden alle Funktionstest abgeschlossen sein, um den Betrieb der Schleusenkammer aufzunehmen. Die Gesamtkosten des Projekts bezifferte der Projektingenieur mit 16 Millionen Euro. Ursprünglich waren 12 bis 13 Millionen Euro kalkuliert, doch der Beginn des Ukraine-Krieges und die Inflation haben die Kosten nach oben getrieben.  Michael Soltys

 
 
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