Besigheim Protest der Anwohner bleibt ungehört

Von Michael Soltys 
Der Entwurf des Bebauungsplans für das Gelände der früheren Methodistenkirche an der Wörthstraße in Besigheim wurde am Dienstag im Gemeinderat mehrheitlich verabschiedet. Foto: /Oliver Bürkle

Mit ihren Plänen für die Bebauung auf dem Gelände der früheren Methodistenkirche kommt die Firma Layher im Gemeinderat voran.

Der Protest von Anwohnern in der Bürgerfragestunde und auch die Gegenargumente aus den Reihen des Gemeinderats reichten nicht aus, um das Projekt zu verhindern: Der Entwurf des Bebauungsplans für das Gelände der früheren Methodistenkirche an der Wörthstraße in Besigheim wurde am Dienstag im Gemeinderat mit zehn zu sechs Stimmen verabschiedet. Dort wird die Besigheimer Wohnbaufirma Layher zwei Gebäude mit insgesamt 23 Wohneinheiten errichten.

Jetzt werden die Pläne öffentlich ausgelegt. Danach wird ein Satzungsbeschluss im Gemeinderat notwendig. Die Stadt und die Wohnbaufirma werden über die Durchführung des Projekts anschließend einen Vertrag abschließen.

Kritik: Überdimensioniert

Die Besorgnis, dass die beiden Häuser sich nicht in die bestehende Bebauung einfügen, ist groß bei den Anwohnern. Ausmaß und Höhe scheinen ihnen überdimensioniert. Von einem „Riesenkasten“ war in der Bürgerfragestunde die Rede.

Aufgrund der Kritik hatte das Wohnbauunternehmen wie in der BZ berichtet bereits Änderungen an den Plänen vorgenommen und die Gebäude von den Anwohnern weg versetzt. Konkret sehen die Pläne jetzt vor, dass entlang der Wörthstraße ein dreigeschossiges Haus mit Satteldach entsteht. Im hinteren Teil des Geländes ist der Bau eines viergeschossigen Flachdachgebäudes geplant, dessen oberstes Geschoss zurückgesetzt ist. Beide Gebäude sind unterirdisch durch eine Tiefgarage verbunden, die Platz für 35 Fahrzeuge bietet.

Geschlossen stimmte die SPD-Fraktion gegen die Pläne. Sie hatte schon in den vorhergehenden Diskussionen deutlich gemacht, dass ihr die Verdichtung zu weit geht und die Tiefgarage zu groß sei. Zuviel Fläche werde versiegelt, argumentierte Stadträtin Sonja Rupp, selbst Architektin, am Dienstag im Gemeinderat. Die Bebauung sei klimaschädlich. Sie forderte den Bauträger auf, das Maß der Bebauung zurückzufahren und das hintere Gebäude auf zwei Vollgeschosse und ein zurückgesetztes Dachgeschoss zu reduzieren.

SPD-Vorwurf: „Green-Washing“

Mit Blick auf die Begrünung der Dächer sprach Rupp von „Green-Washing“, also dem Versuch, durch kosmetische Maßnahmen den Eindruck eines ökologischen Gebäudes zu erwecken. Mit dem Antrag, dass Layher ein Modell von Neubau und Umgebung an der Wörthstraße erstellen soll, scheiterte die SPD.

Unterstützung bekam Rupp von Lena Ebert vom BMU, deren Fraktionskollegen allerdings für die Pläne stimmten. Für die Mehrheit des BMU und die übrigen Fraktionen gilt der Grundsatz, dass die Verdichtung im Inneren Vorrang vor der Bebauung im Außenbereich hat. Das war bereits in früheren Diskussionen deutlich geworden. Eine Bebauung auf der Wiese sei die wesentlich schlechtere Alternative, sagte Bürgermeister Florian Bargmann in der Sitzung.

 
 
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