Die Bürgermeister der Neckarmeinden, Dr. Florian Bargmann (Besigheim), Dr. Jörg Frauhammer (Gemmrigheim), Günther Pilz (Hessigheim), Uwe Seibold (Kirchheim), Boris Seitz (Mundelsheim) und Christoph Herre (Walheim), machen Druck auf Regierungspräsidium Stuttgart (RPS), Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar (WSV) und Landratsamt – und haben sich medienwirksam auf dem Besigheimer Waldhornturm versammelt.
Besigheim Sechs Bürgermeister sehen „dringenden Handlungsbedarf“
In einem dreiseitigen Brief an die beteiligten Behörden formulieren die Neckargemeinden ihre Forderungen zu den Planungen der Neckarbrücke.
Dort schweifte ihr Blick auf das gemeinsame Sorgenkind: Die Besigheimer Neckarbrücken müssen saniert werden, allerdings soll bis 2030 geplant werden und danach für drei Jahre saniert beziehungsweise neugebaut werden. Das aktuelle Problem ist allerdings, dass die Brücken – nachdem ein im November installiertes Sensorensystem alarmiert hatte – seit Februar für Lastwagen über 3,5 Tonnen aus Gründen der Bauwerkssicherheit überraschend gesperrt werden mussten (die BZ berichtete mehrfach).
Durch plötzliche Lkw-Sperrung aufgeschreckt
„Die plötzliche Sperrung für Lkw hat uns aufgeschreckt“, gab Gemmrigheimer Bürgermeister Frauhammer zu. Die zwischenzeitlich eingetretenen weiteren Schadensereignisse sowie die Ergebnisse des Monitorings zeigen, so befürchten die sechs Bürgermeister in ihrem Schreiben an die drei Behörden, „dass eine zusätzliche Verschärfung der Situation bis hin zu einer kurzfristigen Vollsperrung auch für den motorisierten Individualverkehr nicht ausgeschlossen werden kann“. Bargmann stellte beim Pressegespräch am Donnerstagvormittag die Frage, was passiert dann? und er ergänzte: „Wir sollten nicht ohne Plan dastehen.“
Bereits die derzeitige Umleitung des Schwerlastverkehrs führe bereits zu erheblichen Mehrbelastungen auf den Umleitungsstrecken, insbesondere entlang der B 27 und spürbaren Einschränkungen im innerörtlichen Verkehrsfluss. Nach Einschätzung der Rathauschefs würden bei einer Vollsperrung die Sicherstellung der Notfallversorgung insbesondere Feuerwehr (Stichwort Drehleiter) und Rettungsdienst schwieriger. Massive Probleme erwarten sie beim Schülerverkehr und damit bei der Erreichbarkeit der Schulstandorte. „Planung heißt für mich, dass gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht wird“, betonte der Kirchheimer Bürgermeister auf BZ-Nachfrage. In den sechs Kommunen leben rund 32.000 Einwohnern, da erwartet Seibold, dass man bei den Beratungen „uns abholt“. Sie hätten schließlich die Kompetenz in dieser Raumschaft, merkt Frauhammer an.
Acht Forderungen an RPS, WSV und Landratsamt geschickt
Einen Katalog mit acht Forderungen formulieren die Bürgermeister in ihrem Brief an RPS, WSV und Landratsamt: Beschleunigung von Planung und Bau, maximale Aufrechterhaltung der Befahrbarkeit, ein Verkehrs- und Notfallkonzept, kurzfristige verkehrslenkende Maßnahmen, Einrichtung eines Runden Tisches, Transparenz und regelmäßige Information, Sicherstellung des Fuß- und Radverkehrs sowie Prüfung von Interims- und Alternativlösungen.
„Wir akzeptieren die sicherheitsbedingten Maßnahmen ausdrücklich. Gleichzeitig erwarten wir, dass die daraus resultierenden Folgen für die betroffenen Kommunen aktiv gesteuert und deutlich reduziert werden“, heißt es in dem Schreiben. Eine Situation, in der eine gesamte Raumschaft über Jahre hinweg erheblichen Einschränkungen ausgesetzt ist, ohne dass ein belastbares Konzept und konkrete Maßnahmen vorliegen, sei aus ihrer Sicht nicht hinnehmbar.
Abschließend betonen sie nochmals, dass „eine Situation, in der eine gesamte Raumschaft über Jahre hinweg erheblichen Einschränkungen ausgesetzt ist, ohne dass ein belastbares Konzept und konkrete Maßnahmen vorliegen, nicht hinnehmbar ist.“
