Besigheim Stadtkapelle setzt Glanzlicht

Von Susanne Yvette Walter
Der Musikverein Stadtkapelle Besigheim hat für das Kirchenkonzert den Musikverein Kleiningersheim dazu geholt. Foto: /Oliver Bürkle

Zum Jubiläum spielte der Musikverein Besigheim mit Unterstützung aus Kleiningersheim ein Kirchenkonzert.

Der Musikverein Stadtkapelle Besigheim gestaltete sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Vereins mit Glanzlichtern, die sich im Jubeljahr verteilten. Nach dem Jahreskonzert zum Jubiläum im April, einer Geburtstagsparty mit der Live-Band Krämer’s Kit auf dem Enzplatz wurde es noch einmal feierlich: Die besinnliche Zeit Ende November gab den Musikern um ihren neuen Dirigenten Kang-Jung Sung den Rahmen für das feierliche Kirchenkonzert am Samstagabend in der Besigheimer Stadtkirche.

Die Stadtkapelle Besigheim zeigte damit die bunte Fülle an Stilrichtungen, die sie pflegt. Auch die Aufführungen der Theatergruppe aus den eigenen Reihen sind Teil der Feierlichkeiten. Die Besigheimer Schauspieler zeigen am 5. und 6. Januar das Stück „Männergrippe - Lebst du noch oder stirbst du schon“ und setzen damit den Punkt aufs i des Jubeljahres.

Musikverein Kleiningersheim mit ins Boot geholt

Schon öfter hat der Musikverein Stadtkapelle Besigheim Kirchenkonzerte in ihrer 100-jährigen Vereinsgeschichte gestaltet. Auch Kooperationen mit anderen Musikvereinen gab es bei der Gestaltung ihrer Konzerte schon öfter. Was neu ist: Die Musiker nahmen unter der Regie ihres neuen Dirigenten Kang-Jung Sung den Musikverein Kleiningersheim mit ins Kirchenschiff nach Besigheim und ließen Mammutwerke wie das Werk „Ammerland“ von Jacob de Haan oder „Moments of Morricone“ von Ennio Morricone gemeinsam erklingen.

Der Effekt ist einem 100-jährigen Jubiläum würdig: Der doppelt starke Klangkörper vor dem Hochaltar brachte die Stadtkirche bald zum Beben - die exzellente Akustik tat das Ihre. Jedes Ensemble, die Stadtkapelle Besigheim, ihre Jugendkapelle und der Musikverein Kleiningersheim zeigten sich in eigenen Stücken. Auch Dirigent Kang-Jung Sung aus Südkorea steuerte seine Ideen, seine Klangfarben bei. So ließ sich die Stadtkapelle unter seinem Stab auf „A Klezmer Karnival“ ein, ein erfrischend feuriges Stück, so dass es schwer fiel, still zu sitzen.

Seit wenigen Wochen erst dirigiert der Südkoreaner die Stadtkapelle, während Jörg Weiß am Pult der Jugendkapelle den Ton angibt. Karin Häberle, als Leiterin des Ressorts Musik bei der Stadtkapelle moderierte charmant und gab Einblick in 100 Jahre Musikgeschichte des Vereins.

Dem Jubiläum würdige Melodien dargeboten

Feierlich hatte der Besigheimer „Nachtwächter“ Volker Nestrasil als Gesangssolist den Reigen der Melodien eröffnet und mit seinem tollen Stimmvolumen für Gänsehaut gesorgt. Das „Hallelujah“ von Leonard Cohen und sein Pendant „You raise me up“ von Billy Graham sind diesem Jubiläum würdig. Sie öffnen auch Türen in den Advent.

Die Kleiningersheimer Musiker unter Jörg Strauß ließen „Under The Boardwalk“ hören, einen für Orchester umgeschriebener Song, den man lange nicht mehr gehört hat. Sie griffen auch auf den Schatz an Blasmusik zurück, den Jacob de Haan hinterlassen hat. Jörg Weiß war stolz, den Zuhörern ein so gut aufgestelltes Jugendorchester zum 100-jährigen Bestehen präsentieren zu können.

Am Ende wurde es dann doch weihnachtlich, denn alle Musiker stimmten mit den Menschen in den Reihen die ersten Weihnachtslieder 2025 an: „Vom Himmel hoch“ und „Oh du Fröhliche“ läuteten den Advent ein. Traditionen wollen gelebt werden, immer und immer wieder. Am Ende rauschte lange der Beifall für all das, was die Stadtkapelle Besigheim in 100 Jahren auf den Weg gebracht hat.   Susanne Yvette Walter

 
 
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