Was am „Christophsblick“ unterhalb des Michaelsbergs bei Cleebronn bereits Wirklichkeit ist, könnte bald auch am Panoramaweg oberhalb von Besigheim umgesetzt werden, wenn auch in deutlich kleinerem Maßstab. Dort ist der Bau einer Weinlaube im Gespräch, betrieben von regionalen Wengertern. Der Gemeinderat erteilte am Dienstag sein Einvernehmen zu dem Bauvorhaben.
Besigheim Weinlaube mit bester Aussicht
Beim Panoramaweg oberhalb von Besigheim entsteht ein Gemeinschaftsprojekt regionaler Wengerter. Treibende Kraft ist Stefan Layher.
„Christophsblick“, der großzügig gestaltete Weinausschank mit seiner Aussicht auf Tripsdrill einerseits und die Weinberge bei Güglingen und Cleebronn auf der anderen Seite, ist das große Vorbild. Treibende Kraft des Projekts in Besigheim ist Stefan Layher, Seniorchef des gleichnamigen Wohnbauunternehmens. Er hat die notwendigen Grundstücke am Panoramaweg erworben und die Planung im Unternehmen verankert – „ehrenamtlich“, wie Bürgermeister Florian Bargmann bei der Vorstellung des Bauvorhabens betonte. Er wolle sich für den Erhalt der Steillagen engagieren, sagte Stefan Layher im Gemeinderat.
Noch zu gründender Verein
Ein noch zu gründender Verein wird die Weinlaube bauen, unterhalten und betreiben. Er soll aus etwa einem halben Dutzend regionaler Wengerter gebildet werden. Als Ankerpartner wird die genossenschaftliche Felsengartenkellerei fungieren. Sämtliche Grundstücke gehen später in den Besitz dieses Vereins über, erläuterte Stefan Layher.
Seit drei Monaten dauern die Verhandlungen mit dem Landratsamt über den Bau der Weinlaube an. Das Projekt passt sich in den Maßnahmenkatalog des Landkreises zum Erhalt der Steillagen ein. Landrat Dietmar Allgaier habe bereits sein grundsätzliches Einverständnis signalisiert, sagte Layher im Gemeinderat. Er hofft, dass die Baugenehmigung noch im Oktober erteilt wird.
Längst sind die Gespräche noch nicht abgeschlossen. Details wie die Anlage einer Terrasse zur Stadt hin sind noch nicht geregelt. Das wurde auf Anfrage von Stadträtin Sonja Rupp, SPD, deutlich. „Wir können jetzt die Grundlagen legen“, sagte Michael Lehnert, der Projektentwickler des Wohnbauunternehmens.
Die Weinlaube fällt mit einer Grundfläche von etwa 120 Quadratmetern eher klein aus. Die Hälfte der Fläche nimmt der Gastraum ein, dessen tief gehaltene Fenster nach beiden Seiten den Ausblick auf die Stadt und die Weinberge garantieren, erläuterte Architekt Jochen Feyerabend, der mit den Planungen beauftragt ist. Ein Schankraum, eine kleine Küche, Toiletten und ein kleiner Keller für Gerätschaften sind ebenfalls vorgesehen. Neben Wein sollen auch kleinere regionale Speisen angeboten werden.
Kosten von rund 600.000 Euro
Noch diesen Herbst will Layher mit den Bauarbeiten beginnen. Stefan Layher rechnet mit Kosten von 600.000 Euro. Ein Drittel der Finanzierung sei bereits gesichert durch Fördergelder und Sponsoren, darunter Layher selbst, die Kreissparkasse, die CDU Baden-Württemberg und das Besigheimer Autohaus Blatter. Der Förderverein soll weitere Spenden eintreiben, möglichst auch als Sachspende für die Errichtung des Gebäudes.
Für Bürgermeister Bargmann besteht die Aufgabe der Stadt Besigheim darin, das Projekt zu unterstützen und „Steine aus dem Weg zu nehmen“. Mit der Weinlaube werde ein zentraler und geordneter Bewirtungsstandort an einem landschaftlich geeigneten Ort geschaffen.
Widerspruch vom BMU
Das sehen nicht alle Stadträte so. Heftiger Widerspruch kam aus den Reihen des BMU. Die Weinlaube sei das „falsche politische Signal“ in einer Zeit, in der kein Geld für die Sanierung von Sportplätzen oder das Kinderbecken im Freibad übrig sei, sagte Thomas Pulli, der Sprecher der Ökologie-Fraktion. Das Gebäude sei ein nicht unerheblicher Eingriff in die Natur und die Landschaft. Pulli hat Informationen, wonach nach dem Bau keine Veranstaltungen mit Ausschank in den Weinbergen mehr erlaubt sind. Für ihn stellt sich auch die Frage, was mit der Laube passiert, sollte der Verein scheitern.
Doch mit diesen Einwänden steht die BMU-Fraktion allein da. Christian Herbst von der SPD, selbst Hobbywinzer, forderte, dem Projekt das Vertrauen zu geben, „um noch etwas von den Steillagen zu retten“.
Jochen Roth von den Freien Wählern bezeugte seine Hochachtung für das Engagement hinter dem Projekt. Fragen wie die Parkierung und die Bewirtungszeiten müssten allerdings noch geregelt werden. Die Stadt müsste das Projekt „höchstmöglich unterstützen“, forderte Ulrich Gerstetter von der CDU. „Das ist etwas, das wir seit Jahren fordern.“
