Betreuungsangebot in Sachsenheim wird erweitert Neue Waldkindergarten-Gruppe startet im Frühjahr

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Hier, im Waldgebiet Berntal, entsteht ab dem kommenden Kindergartenjahr ein neuer Waldkindergarten. Im Hintergrund ist die bestehende Waldkindergartengruppe zu sehen, die sich in evangelischer Trägerschaft befindet. ⇥ Foto: Martin Kalb

Der dritte Standort ist aber eher eine Not- als eine Wunschlösung. Der Träger beklagt Probleme bei der Suche.

Das lange Suchen hat ein Ende: In Sachsenheim ist ein neuer Standort für einen Waldkindergarten gefunden. Dieser soll bereits ab dem kommenden Frühjahr 20 Kindern über drei Jahren Betreuung bieten. Die Plätze werden in der Stadt dringend benötigt. Denn insgesamt stehen im Stadtgebiet aktuell 122 Kinder auf der Warteliste. Der Träger der Sachsenheimer Waldkindergärten, die evangelische Kirche, begrüßt zwar die Erweiterung, zeigt sich mit dem Standort aber unzufrieden.

Denn der soll auf das Gelände der bereits bestehenden Wald-Gruppe im Großsachsenheimer Waldgebiet Berntal hinzukommen. „Wir arbeiten ja schon lange an dem Thema“, sagt Großsachsenheims Pfarrer Dieter Hofmann. Der Beschluss, dass die dritte Gruppe kommen soll, hat auch der Gemeinderat längst begrüßt. Denn ein Waldkindergarten bringt mit überschaubaren Kosten sehr schnell neue Betreuungsplätze. Und das Angebot, das vorsieht, dass die Kinder die meiste Zeit im Freien verbringen, findet nicht nur bei Sachsenheimer Eltern Anklang. „Die Nachfrage nach Waldkindergartenplätzen hält weiterhin an“, sagt auch Sachsenheims Stadtsprecherin Nicole Raichle.

Doch aus dem geplanten Start zum Kindergartenjahr 2019/2020 wurde nichts. „Das größte Problem ist die Haltung des Landratsamts wegen des Naturschutzes“, klagt Hofmann. Vor diesem Hintergrund habe man kein geeignetes Grundstück gefunden – und sei, um überhaupt eine neu Gruppe schaffen zu können, auf das Gelände des bereits bestehenden Waldkindergartens in Großsachsenheim ausgewichen. „Das finden wir als Träger vor allem aus pädagogischer Sicht nicht so prickelnd. Auch bei den Erziehern und Eltern ist das nicht gerade auf Zustimmung gestoßen.“ Denn die vorhandene Fläche bei den Bauwagen soll nun in zwei gleich große Teile aufgegliedert werden.

Hofmann zeigt sich enttäuscht, „dass uns so viele Knüppel in den Weg gelegt werden“. Denn gerade in einer Stadt wie Sachsenheim mit viel Wald sei dieses Konzept reizvoll. Es gibt gar schon erste Gespräche mit der Stadt über eine vierte Gruppe. Zunächst müsse man, so der Pfarrer aber überprüfen, ob die jetzt getroffene Lösung überhaupt funktioniert, „oder ob wir uns nicht doch noch mal auf die Suche machen müssen“. Das größte Problem sei, dass die beiden Gruppen im Wald nicht ihren eigenen Raum hätten und sich ständig über den Weg liefen.

Bau- und Gerätewagen

Im Technischen Ausschuss an diesem Donnerstag soll nun erst mal die Vergabe für einen Bau- und einen Gerätewagen erfolgen. Die Kosten: 95 000 Euro. Viel mehr braucht es für die Errichtung der Gruppe nicht. Am Standort wurde bisher auf zusätzliche Parkplätze verzichtet. Für Kurzparker stünden Möglichkeiten zur Verfügung. Zudem kämen die meisten Eltern mit dem Fahrrad. Daher sieht die Stadt auch jetzt keinen Handlungsbedarf.

Seit 18 Jahren wird die Waldkindergartenpädagogik in Sachsenheim praktiziert. Pädagogischer Schwerpunkt ist die Natur- und Religionspädagogik. Die meiste Zeit sind die Kinder mit Rücksäcken und Bollerwagen in der Natur unterwegs. „Durch die vielen Jahre Erfahrung stellen wir fest, dass sich die Tiere des Waldes sehr gut an die Kinder und den Betrieb gewöhnt haben“, heißt es in der Betriebsbeschreibung.

 
 
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