Bereits in der 80. Minute brechen beim SV Horrheim alle Dämme. Zehn Minuten vor Spielende im Finale des Bezirkspokals Enz/Murr in Bissingen macht Romy Truckseß im gegnerischen Sechzehner eine Hereingabe fest, dreht sich und legt clever auf die freistehende Lea Schmid ab. Die umtriebige und allgegenwärtige Offensivfrau der Vaihingerinnen behält den kühlen Kopf und schließt platziert ab. Es ist das 3:0 und damit nicht nur die endgültige Entscheidung im Endspiel gegen den TSV Münchingen III, sondern auch der Endstand.
Bezirkspokal-Finale der Frauen SV Horrheim dominiert auf dem Weg zum Titel
Kaum ein Schuss kommt auf den Kasten des SV Horrheim im Bezirkspokalfinale gegen Münchingen. Dafür trifft der SVH drei Mal, zwei Tore erzielt Matchwinnerin Lea Schmid.
Das Vorjahr vergessen gemacht
„Wir wollten es heute unbedingt“, erklärt die Spielerin des Spiels nach dem Abpfiff. Denn im Vorjahr hatte der SVH das Endspiel noch unglücklich mit 2:4 im Elfmeterschießen verloren und war knapp am Titel vorbeigeschrammt. Ein Jahr später halten die Spielerinnen und Trainer Carsten Kruppa den Pokal in der Hand. Auch der weiß: „Letztes Jahr war es ein Glücksspiel im Elfmeterschießen, das war einfach bitter. Aber sie haben letztes Jahr schon direkt nach dem Spiel gesagt: Nächstes Jahr.“
Und mit dieser Ansage behalten die Spielerinnen Recht. Im internen Duell der beiden Regionenligistinnen dominiert Horrheim von Beginn an das Spiel. Münchingen, aktuell Vorletzter der Staffel, hat Glück, dass es nicht nach 90 Sekunden bereits 0:1 steht. Schmid verzieht den ersten Abschluss aus guter Position deutlich am TSV-Kasten vorbei. Schmid, die auf der Zehn wirbelt, sowie ihre Offensivkolleginnen schnüren die Frauen aus dem Strohgäu hinten ein und betreiben Chancenwucher. Immer wieder ist es Marina Köhler, die über die rechte Außenbahn ihre Tempovorteile ausnutzt und Gegenspielerin Svenja Kamischke im Laufduell hinter sich lässt, die bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde ausgewechselt wird.
Starker Steilpass zum 1:0
Beim verdienten und längst überfälligen 1:0 hat Köhler allerdings nicht ihre Füße im Spiel. Hier bringt Jule-Marie Götz einen sauberen Steckpass durch die Münchinger Kette in Richtung Schmid. Leticia Schäfer kommt mit ihrer Grätsche nicht mehr dazwischen, so darf Schmid ins kurze obere Eck zum 1:0 einnetzen (25.). Vom TSV kommt derweil kaum etwas nach vorne, der Außenseiter kommt nur selten aus der eigenen Hälfte heraus, geschweige denn in die Nähe des SHV-Kastens.
Stattdessen verpasst es Horrheim, noch vor dem Seitenwechsel nachzulegen. Schmid per Bogenlampe an die Latte (35.), Götz, die von Schäfer noch am Einschuss gehindert wird (37.), oder Marie Pfaffeneder zweimal frei vor dem Tor lassen allesamt Hochkaräter liegen. „Zur Halbzeit hätte es schon 3:0 oder 4:0 stehen müssen“, weiß auch Schmid.
Dennoch sagt Kruppa in der Halbzeitansprache: „Macht genau weiter so. Es war nichts falsch, es war nichts schlecht, macht nur die Dinger vorne rein.“ Und das wirkt: Zwar verpasst Pfaffeneder in der 63. Minute noch das 2:0 alleine vor TSV-Torfrau Paula Scheele, die mit der Hand noch an den Schlenzer kommt, fünf Zeigerumdrehungen später macht es die Flügelspielerin dann aber besser. Wieder ist es ein gut wohltemperierter Steilpass von Götz, die Pfaffeneder in Szene setzt. Dieses Mal umkurvt sie Scheele und schiebt mit Leichtigkeit zum 2:0 ein.
Schmids zweiter Streich
In der Folge ist die Partie entschieden. Münchingen kann nicht mehr, Horrheim muss nicht mehr. So spielt sich das Geschehen fortan hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab, ehe Schmid zehn Minuten vor Schluss ihren Doppelpack schnürt und die Feierlichkeiten für den SVH endgültig einleitet. „Es war verdient. Wir hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen, aber sie haben es einfach durchgezogen. Ich bin total stolz“, resümiert der überglückliche Kruppa nach dem Spiel.
