Bezirkspokal-Finale der Männer Grünbühls Aufholjagd kommt zu spät

Von Niklas Braiger
Pierre Williams (in grün) verliert auf seiner linken Abwehrseite zu viele Zweikämpfe und Laufduelle. Foto: Christiana Kunz

Im Endspiel können sich die zahlreichen Ex-Nullachter beim TSV nicht für den Kampfgeist belohnen.

Die Rückkehr in das Stadion am Bruchwald nach Bissingen haben sich Duc Than Ngo, Pascal Hemmerich und Co. sicherlich anders vorgestellt. Einige Jahre lang spielten zahlreiche Akteure des heutigen Teams beim TSV Grünbühl beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen. Zum Finale des Bezirkspokals Enz/Murr kehren die alten Haudegen wieder zurück an die alte Wirkungsstätte, müssen sich dort jedoch im Endspiel gegen den SV Salamander Kornwestheim mit 2:3 geschlagen geben.

„Es war trotzdem sehr schön. Das ganze Drumherum hat gepasst mit der Vergangenheit von uns ehemaligen Nullacht-Spielern. Es wurde zwar nicht gekrönt, aber war ein toller Tag für uns“, resümiert der geknickte und zeitgleich stolze Spielertrainer Hemmerich: „Der Stolz ist trotzdem groß. Grünbühl war seit 60 Jahren glaube ich nicht mehr im Finale. Deswegen ist das eine super Mannschaftsleistung, dass wir im Finale stehen, unabhängig davon, ob wir heute gewonnen oder verloren haben.“

Kein Platzverweis für Midilli

Den ersten Durchgang verbringt der 34-Jährige in seiner Doppelrolle noch an der Seitenlinie und sieht mit an, wie Kornwestheim die Partie von Beginn an dominiert. Schon nach 90 Sekunden haben die Grünbühler Glück, dass Kapitän Seyit Midilli nicht vom Platz fliegt. Der Innenverteidiger kann den enteilten Nico Schürmann nur per Foul stoppen, sieht allerdings nicht die Rote Karte wegen einer Notbremse, sondern nur Gelb. In der Folge hat der SVK weiterhin mehr vom Spiel und geht durch den bereits angesprochenen Stürmer nach einer Viertelstunde in Front. Immer wieder ist die linke Defensivseite des TSV – bekleidet durch einen weiteren Ex-Nullachter Pierre Williams – nicht auf der Höhe. Auch in dieser Szene verliert der Linksverteidiger den Ball. Tom Schneider treibt an und findet Schürmann im Zentrum. Der schiebt aus kurzer Distanz ein.

Zehn Minuten später folgt aber der frühe Schock für die Salamander: Der Torschütze muss mit muskulären Problemen im Oberschenkel frühzeitig ausgewechselt werden. Auch Grünbühl wechselt noch in Halbzeit eins. Midilli, der akut gelb-rot-gefährdet ist, weicht nach einer halben Stunde. Kornwestheim spielt weiterhin mutig nach vorne, die Williams’ Seite bleibt eine Schwachstelle. Kurz vor der Pause hat Marco Reichert über diese Seite zu viel Platz, bringt eine unbedrängte Flanke in die Box, wo Marco Schwalb eingelaufen ist und einnickt – 2:0.

Coppola bekommt keinen Pfiff

Mit dieser Hypothek geht es in die Kabine, in der sich Hemmerich selbst einwechselt. Und das zeigt Wirkung. Die Grünbühler kommen mit einer deutlich besseren Einstellung zurück aufs Feld, laufen besser an und zeigen selbst Akzente. In der 63. Minute bleibt ihnen dann aber das Glück, dass sie noch nach 90 Sekunden hatten, aus. Denn dieses Mal wird Fabio Coppola im SVK-Sechzehner klar gelegt. Zdenek Polizoakis senst nur seinen Gegenspieler um, ohne den Ball zu spielen. Ein Elfmeter bleibt dem TSV verwehrt.

So lassen die Sturmbemühungen des Kreisligisten langsam nach, wodurch der eingewechselte Danny Schima in der 80. Minute nach einem guten Steilpass auf 3:0 erhöhen kann (wieder geht es über die Williams-Seite). Die Vorentscheidung? Keineswegs. Denn in den Schlussminuten wachen die Männer aus Ludwigsburg plötzlich noch einmal auf. Erst spitzelt Hemmerich einen Ball an Salamander-Keeper Steffen Scheck vorbei, der aber noch vor der Linie geklärt wird. Eine Zeigerumdrehung macht es Coppola dann aber besser. Er nickt eine Ecke zum 1:3 ein (85.).

Hemmerich verkürzt noch einmal

Mit diesem späten Rückenwind macht es Hemmerich zwei Minuten danach sogar noch einmal richtig spannend, als eine Flanke zum Spielertrainer durchrutscht und der im Fünfer leichtes Spiel zum 2:3 hat. Doch kommt diese Aufholjagd zu spät. Trotz der fünfminütigen Nachspielzeit bringt der SVK das unnötig knappe Ergebnis über die Zeit und gewinnt das Finale im Bezirkspokal. „Am Ende ist uns die Zeit ausgegangen. In der zweiten Halbzeit waren wir die spielbestimmende Mannschaft, aber die erste Halbzeit geht ganz klar an Kornwestheim und deswegen haben sie sich auch den Sieg verdient“, lobt Hemmerich den Gegner nach dem Spiel. Nun liegt der Fokus auf der Liga, in der der TSV den Titel holen will.

 
 
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