BHTC Bietigheim-Bissingen Hockeyspiele finden nun auf Zuckerrohrfasern statt

Von Walter Christ
Von links: Sven Heuschele, Bürgermeister Michael Wolf und Götz Andraschko zerschnitte das rote Band und somit war der neue Hockeyplatz des Bietigheimer Hockey- und Tennis-Clubs in den „Parkäckern“ eröffnet . Foto: /Oliver Bürkle

Das neue blaue Spielfeld für die Rot-Weißen in den „Parkäckern“ wurde eingeweiht – Gesamtkosten fast eine halbe Million Euro. 

Mit einem vielseitigen Mix aus Spiel und Sport wurde am vergangenen Samstag der neuartig aus handgefertigten Zuckerrohrfasern gestaltete Sportplatz in den „Parkäckern“ offiziell eingeweiht. Trotz nur spärlich gefülltem Stadtsäckel ließ sich die Kommune die Generalsanierung 350.000 Euro kosten. 90.000 Euro steuerte das Land zusätzlich bei. Das Ganze sehr zur Freude des Bietigheimer Hockey- und Tennis-Clubs (BHTC), dessen sportliche Heimat die von insgesamt 20 Hockey-Mannschaften stark genutzte Sportstätte ist.

Nach 18 Jahren war der alte Belag „durch“

Die Anlage in den „Parkäckern“ im Wohngebiet Buch ist schon in den 1980er-Jahren gebaut worden. Das stark frequentierte Hockeyspielfeld hat jetzt zum zweiten Mal einen neuen Belag erhalten. Nach 18 Jahren war der alte nun „durch“, wie Baubürgermeister Michael Wolf bei seiner Einweihungsrede erläuterte.

In der jüngsten Vergangenheit haben nach Angaben des 457-Mitglieder-Gesamtvereins – der Hockeyabteilung gehören davon 314 Personen einschließlich 145 Kinder und Jugendliche an – sowohl die Schiedsrichter als auch der BHTC selbst über den abgenutzten, teilweise welligen und rutschigen Platz geklagt. Sie hatten um eine Sanierung gebeten, um den Liga-Betrieb aufrechterhalten zu können.

Auf dem täglich intensiv genutzten Sportplatz spielen und trainieren insgesamt drei aktive Mannschaften, zwei Freizeitsportgruppen und 15 Kinder- und Jugendteams. Inzwischen wurden der Kunststoffrasen und die darunterliegende Elastikschicht innerhalb von sechs Wochen ausgetauscht und ein neuer Belag eingebaut. Im Unterschied zum früheren Grün erstrahlt der Platz der rot-weißen „Krummstäbler“ jetzt allerdings in kräftigem Blau. Zur Besonderheit der neuen Spielfläche aus Zuckerrohrfasern gehört es, dass man weder Granulate noch andere Auffüllmittel braucht, sondern sie nur beregnen muss. Auch die Verletzungsgefahren seien nun erheblich geringer, hieß es.

Das Blau war der Wunsch des Vereins

Das Blau wiederum war der Wunsch des Vereins, der damit visuelle Vorteile im Spielbetrieb für Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer als auch für Streams und Videoaufnahmen verbindet. Der hohe Kontrast zwischen blauem Platz und weißem oder gelbem Ball verbessert die Sichtbarkeit des kleinen Spielgeräts. Auch international ist blau seit Jahren Standard, wie die Experten betonen.

Rundum Freude kam bei den Eröffnungsansprachen von Baubürgermeister Michael Wolf, dem bisherigen Hockey-Abteilungsleiter Sven Heuschele und dem Präsidenten des gesamten BHTC, Götz Andraschko, rüber. Wünschte Wolf dem Verein, dass der „himmelblaue Teppich“ die Akteure nun auch zu himmlischem Sport motivieren möge, so bedankten sich alle bei Gemeinderat und Stadtverwaltung für die heutzutage keinesfalls selbstverständliche aktuelle, aber auch langjährige Unterstützung. Immerhin hat der Verein auch selbst insgesamt rund 100.000 Euro in eine Tribünen-Überdachung, eine Spielzeit-Uhr und in einen Medienturm investiert. Sven Heuschele erinnerte auch an die zuletzt „grüne Wiese Kunstrasenplatz“, an Wasserschlachten und daran, dass einst hier die Ü60-Nationalmannschaft trainieren wollte, wegen der miesen Platzverhältnisse aber absagte. „Ihr habt nicht nur unseren Platz, sondern auch unsere Hockeyherzen mit diesem tollen blauen Farbton erobert“, so Heuschele.

Angesichts der nun viel besseren Bedingungen beziehungsweise einem Belag, wie er auch bei der Europameisterschaft zum Einsatz kommt, hofft man beim BHTC demnach, dass hier nun auch besondere internationale Hockey-Highlights möglich werden. Die ersten Prädikate für den von einer Mühlacker Firma stammenden neugestalteten Sportplatz waren am Samstag entsprechend positiv. Aktiven-Spieler und Sponsor Julian Hubl sprach von „super“ nach üblicher anfänglicher Schärfe des Feldes. Und die zuvor für ihr großartiges Engagement stellvertretend für alle fleißigen Geister gelobte Anette Wengert sagte es so: „Der Platz ist solch ein Traum. Da musst du mal barfuß drüber gehen, da schwebst du wie auf Wolke sieben!“

Die Eröffnungsspiele konnten beginnen

Das Einweihungsprogramm begann mit einem Kinderspieltag, dem ein Hockeyspiel der BHTC-Oberliga-Damen, die gegen den Mannheimer HC II 0:2 verloren, und ein „Unterhaltungsact“ folgten. Ebenso ein Herren-Spiel des Zweite-Regionalliga-Teams der Gastgeber gegen den ESV München I, das 4:2 für Bietigheim endete. Neu war, dass es ab sofort auch eine Mitgliedschaft für drei- bis fünfjährige „Stöcke-Zwerge“ gebe.  

 
 
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