Bietigheim besiegt Viborg HK im Endspiel deutlich SG BBM holt den Europapokal

Von Sebastian Klaus
Bietigheims vierfache Torschützin Kelly Dulfer war auch im Endspiel von den Gastgeberinnen um ihren Superstar Kristina Jörgensen nicht zu stoppen.⇥ Foto: Marco Wolf

Im Finale der European League im dänischen Viborg setzt sich Bietigheim überlegen mit 31:20 gegen die Gastgeberinnen durch. Es ist der erste internationale Titel für die SG BBM.

Am Ende lagen sie sich alle in den Armen und tanzten durch die Halle. Minuten später stemmte Kapitänin Danick Snelder dann auch noch den Pokal in die Höhe. Dank einer überragenden Vorstellung hat sich die SG BBM Bietigheim den ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte geangelt. Gegen das dänische Spitzenteam Viborg HK gelang dem frischgebackenen Deutschen Meister am Sonntagabend im Finale der European League ein überlegener 31:20-Sieg – es war der erste Europapokal-Gewinn einer deutschen Mannschaft seit 30 Jahren.

SG BBM wie im Rausch

Die Gastgeberinnen, immerhin ihrerseits dreifache European-League-Gewinnerinnen und in den letzten vier Jahren nur zweimal auf internationalem Parkett in eigener Halle unterlegen, wussten über weite Teile des Spiels nicht wie ihnen geschieht. Zu überlegen agierte die SG BBM, die sich außer einer etwas nervösen Anfangsphase, kaum Fehler leistete und im Laufe der Partie regelrecht in einen Rausch spielte.

Nachdem Xenia Smits mit einem Treffer ins leere Tor nach zwölf Minuten die erste Führung für die Gäste gelungen war, war der Bann gebrochen. Gestützt auf eine beinharte Abwehr angelte sich die Spielgemeinschaft in der Defensive, die sich immer wieder  mutig nach vorne verschob, einen Ball nach dem anderen und ging blitzschnell in den Tempogegenstoß. Mit vier Treffern in Folge zog die Sieben von Trainer Markus Gaugisch auf 10:5 davon. Nachdem Veronika Malá 20 Sekunden vor dem Wechsel mit einem Wurf ins leere Tor das 17:10 gelungen war, hatte die wieder einmal spektakuläre Linksaußen Pech, als ihr nahezu identischer Treffer Sekunden später nicht gegeben wurde, weil der Ball offenbar einen Bruchteil nach der Pausensirene die Torlinie überquert hatte.

Eine Klasse für sich

Bietigheim sollte es jedenfalls egal sein, denn zu Beginn des zweiten Durchgangs machten die Gäste innerhalb von fünf Minuten mit einem 5:0-Lauf zum 22:10 im Grunde schon alles klar. Und auch wenn der SG BBM im Anschluss zwischenzeitlich ihrerseits fünf Minuten kein eigener Treffer gelingen sollte, lag das Team zehn Minuten vor dem Ende immer noch deutlich mit 26:16 in Front. Nachdem das eingewechselte Torhüter-Talent Lieke van der Linden auch noch bei einem Strafwurf die Siegerin blieb, hieß es am Ende 31:20 für die Gäste.

Einen so spannenden Verlauf wie am Vortag bekamen die Zuschauer in der Vibocold Arena jedenfalls nicht mehr zu sehen. Denn den Einzug ins Endspiel hatte da Karolina Kudlacz-Gloc erst ganz spät gesichert. Die 37-jährige Polin traf in letzter Sekunde zum 34:33 Sieg gegen Herning-Ikast. Dabei hatte die SG eine Viertelstunde vor dem Ende noch scheinbar komfortabel mit sieben Treffern in Front gelegen, doch den nimmermüden Däninen war eine halbe Minute vor der Schlusssirene tatsächlich noch der Ausgleich gelungen. Nach einer letzten Auszeit von Gaugisch 15 Sekunden vor Schluss war es dann Kudlacz-Gloc, die die Nerven behielt und einnetzte.

Herning-Ikast entschädigte sich dann am Sonntagnachmittag gegen Außenseiter Baia Mare, der das zweite Halbfinale gegen den Gastgeber noch mit 24:28 verloren hatte, dank eines Siegs im Siebenmeterwerfen zumindest noch mit Bronze. Kurios dabei: Eigentlich hatte Hernings deutsche Torhüterin Sabine Englert zwei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit den entscheidenden Wurf der Rumäninnen pariert, doch die Unparteiischen hatten den Ball fälschlicherweise über der Linie gesehen.

So wertvoll wie Englert für ihr Team war bei Bietigheim am Abend dann auch Rückraumshooterin und Abwehr-Ass Xenia Smits, die als besten Spielerin des Finals ausgezeichnet wurde.

 
 
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