Bietigheim-Bissingen Abrissarbeiten an der Feuerwache haben begonnen

Von Uwe Mollenkopf
Die Abrissarbeiten an der alten Fahrzeughalle haben begonnen. Die Halle wurde dazu eingerüstet. Das Gebäude links davon mit dem Turm bleibt erhalten. Foto: /Oliver Bürkle

Die Fahrzeughalle wird innerhalb der nächsten Wochen Stück für Stück abgetragen. Der Neubau startet dann nach einer Pause im August/September. 

Nach dem Umzug der Freiwilligen Feuerwehr in ein Interimsgebäude auf dem ehemaligen DLW-Gelände (die BZ berichtete), haben am bisherigen Standort in der Mühlwiesenstraße die Abbrucharbeiten an der alten Fahrzeughalle begonnen. Sie werden nach Auskunft aus dem Rathaus in circa zwei bis drei Wochen über die Bühne gehen.

Das Gebäude ist dazu eingerüstet worden, Container wurden bereitgestellt. Das Ganze dient laut Anette Hochmuth, der Sprecherin der Stadtverwaltung, dazu, die Baumaterialien nach Sorten getrennt abzutransportieren. Heutzutage sei es nicht mehr üblich, einfach nur mit dem Abrissbagger zu kommen. Das Gebäude werde vielmehr Stück für Stück in entsprechenden Partien abgebaut.

Bauzeit: zwei Jahre

Danach wird es laut Hochmuth erst einmal eine Pause geben. Erst im August/September würden die Arbeiten für den dort geplanten Neubau beginnen. Die Bauzeit soll zwei Jahre betragen, im ersten Quartal 2028 soll alles fertig sein, so der Zeitplan.

Im Gemeinderat hatte es seitens der FDP auch die Forderung gegeben, den alten Standort in der Mühlwiesenstraße gleich ganz aufzugeben und einen neuen zu suchen. Doch: „Es gab diesen Platz nicht“, sagt Stadtkommandant Frank Wallesch.

Der bisherige Standort ist aus seiner Sicht ideal, auch was die Erreichbarkeit durch die freiwilligen Mitglieder der 80-köpfigen Abteilung Bietigheim betreffe. Zudem habe man nach dem Umbau den Vorteil, dass Anfahrt (über den Kreisel) und Ausfahrt (auf die B 27) dann getrennt sind, es also keinen Begegnungsverkehr mehr gibt. Erreicht wird das, indem die neu zu errichtende Fahrzeughalle um 90 Grad gedreht wird.

Der Umbau und die Erweiterung sind nötig geworden, nachdem im Feuerwehrbedarfsplan festgestellt worden war, dass die Feuerwache Bietigheim gravierende Mängel aufweise und die baulichen Anforderungen an ein zeitgemäßes Feuerwehrhaus nicht mehr erfülle. Nach Abschluss der Arbeiten hat die Feuerwehr nicht nur mehr Platz, die neue Gebäudestellung lässt zudem statt der bisher drei kleineren Einzelflächen eine große, zusammenhängende und besser nutzbare Hoffläche auf der Nordseite der Fahrzeughalle entstehen.

Wichtig sei auch die Einrichtung von Sanitärräumen mit Schwarz-Weiß-Trennung zwischen der Fahrzeughalle und dem Bestandsgebäude, sagt Kommandant Wallesch. Darunter versteht man ein Hygienekonzept zum Schutz der Einsatzkräfte vor Kontamination. Es soll verhindert werden, dass Gefahrenstoffe an der Einsatzkleidung, etwa nach einem Brand, in den privaten Bereich transportiert werden. Der Bereich, welcher der Einsatzabwicklung dient (schwarz), wird dazu vom sauberen Bereich (weiß) getrennt.

Konzept für Notlagen

Der Kommandant hebt außerdem hervor, dass im Untergeschoss Räume zur Verfügung stehen werden, die für die Aufgaben der Stadt in Krisensituationen und Notlagen genutzt werden sollen. Geplant sei ein „Leuchtturm-Konzept“.

Der Hallenneubau wird, wie schon die alte Fahrzeughalle, nördlich an das bestehende Feuerwehrhaus andocken. Im Bereich zwischen der Fahrzeughalle und dem Bestand sind neben den Sanitärräumen der Funkraum mit angrenzendem Büro und Werkstätten im Erdgeschoss vorgesehen, weitere Werkstätten entstehen im ersten Obergeschoss. Die Abfolge der Räume im Erdgeschoss soll für einen optimalen Ablauf im Einsatzfall konzipiert werden. Oberhalb der Fahrzeughalle werden im zweiten Obergeschoss das Lagezentrum, der Schulungsraum und der Bereitschaftsraum mit Küche eingerichtet. Dort wird es auch eine Dachterrasse und eine langgestreckte Loggia mit Freisitz geben, um wegfallende Freiflächen zu kompensieren, sowie weitere Sanitärräume und ein Technikraum für die Lüftungsanlage.

Die Gesamtkosten für das Vorhaben werden auf eine Summe von 13,2 Millionen Euro beziffert, an Fördermitteln werden rund 630.000 Euro erwartet.

 
 
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