Bietigheim-Bissingen Ärger über längere Bauarbeiten

Von Uwe Mollenkopf
Das gesperrte Poststräßle wird von Mitte Dezember bis Februar einspurig Richtung Hofmeister geöffnet. Foto: /Oliver Bürkle

Stadtrat Jürgen Weller (CDU) regte im Gemeinderat eine halbseitige Öffnung des Poststräßles an, was nun auch so umgesetzt wird. 

In der Ratssitzung am 4. November hatte Baubürgermeister Michael Wolf auf Nachfrage von Stadtrat Jürgen Weller (CDU) erklärt, dass die B 27-Baustelle abgesehen von Einmündungen wie vorgesehen vor Weihnachten fertig werde – doch kurze Zeit später gab das federführende Regierungspräsidium (RP) bekannt, dass die Arbeiten erst im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden. Damit geht das Ende der Baustelle gewissermaßen fließend in den Beginn der nächsten Sanierungsphase über (siehe auch Infokasten). Das sei „sehr, sehr unbefriedigend“, sagte Weller, der sich in der jüngsten Ratssitzung deshalb erneut zu Wort meldete. Insbesondere, weil auch das Poststräßle zwischen Bahnhof und Einrichtungshaus Hofmeister noch bis etwa April unpassierbar bleiben sollte, ebenso wie die Freiberger Straße.

Er habe 40 Minuten von seinem Autohaus bis zum Rathaus gebraucht, schilderte Weller. Die Baustelle beeinträchtige auch die Gewerbetreibenden in Bietigheim-Bissingen. Wellers Appell: Man solle die Auswirkungen abfedern, indem das Poststräßle in Richtung Hofmeister vor Weihnachten halbseitig geöffnet werde. Im Moment werde dort ohnehin nicht viel gemacht, so Weller, der eine solche Öffnung auch für die Freiberger Straße forderte.

Beschlusslage „in Trümmern“

CDU-Fraktionschef Axel Westram erklärte, man habe den Arbeiten am Poststräßle – dort sollen der Fahrbahnbelag und ein Kanal saniert sowie der Radweg in Richtung Gewerbegebiet Büttenwiesen verbreitert werden – im Oktober zugestimmt, weil dies im Windschatten der B 27-Sanierung passieren sollte. Baubeginn sollte noch im Oktober sein. Nun liege diese Beschlusslage „in Trümmern“, man habe auf falscher Grundlage entschieden. Westram sah die Schuld beim Regierungspräsidium Stuttgart und forderte die Verwaltung auf, sich dort zu beschweren.

Baubürgermeister Wolf war ebenfalls verärgert. Die Ankündigung, dass die Bauarbeiten länger dauerten, sei wie „eine kalte Dusche“ gewesen. Es mache keine Freude, im Gemeinderat Aussagen zu machen, die sich kurze Zeit später als falsch erwiesen. Er nahm das Regierungspräsidium einerseits in Schutz, da dort niemand böswillig agiere, andererseits sei das „nicht sehr professionell“ gewesen, beklagte Wolf. Er habe das gegenüber dem RP auch kommuniziert.

Zum Vorschlag Wellers, das Poststräßle und die Freiberger Straße vor Weihnachten halbseitig zu öffnen, sagte der Baubürgermeister, das Freimachen des Baufeldes und andere Maßnahmen würden Kosten verursachen. Doch: „Wenn man will, kann man das machen.“ Er sagte zu, in der Sache mit dem Regierungspräsidium zu reden. Und, wie die aus einer gemeinsamen Mitteilung der Stadt Bietigheim-Bissingen und des Regierungspräsidiums von Donnerstagnachmittag hervorgeht, werden nun tatsächlich beide Straßen, von Ludwigsburg kommend, ab Montag, 15. Dezember, einspurig Richtung Hofmeister und Valeo beziehungsweise Richtung Buchzentrum befahrbar sein.

Einspurig bis Februar

„Bis Anfang Februar werden die Sanierungsarbeiten im jeweiligen Fahrbahnbereich auf eine Spur reduziert, sodass jeweils einspurig eine Durchfahrt möglich gemacht werden kann“, heißt es in der Mitteilung. Ab Februar müssten dann für die Restarbeiten bis Ende April jedoch wieder Vollsperrungen eingerichtet werden, um Kanäle zu sanieren, den Radweg zu verbreitern und die Fahrbahnbeläge zu erneuern.

Nächtliche Asphaltarbeiten und eine mehrtägige Vollsperrung

Zum weiteren Verlauf der Bauarbeiten auf der B 27 teilen Regierungspräsidium Stuttgart und die Stadtverwaltung Bietigheim-Bissingen Folgendes mit:

Der Bau der Mauer entlang des Valeo-Areals an der Stuttgarter Straße sei weitestgehend abgeschlossen. Aktuell gibt es noch Arbeiten am Geh- und Radweg. Danach könne der Einbau des Asphalts erfolgen, sodass die Sanierung dort beendet werden könne.

Zwischen der Straße im Aurain und der Bahnhofskreuzung werde ebenfalls ein neuer Asphaltbelag eingebaut. Zunächst finden dazu in der Nacht von Donnerstag, 11. Dezember, auf Freitag, 12. Dezember, zwischen Im Aurain und Wilhelmstraße Belagsarbeiten statt. Anschließend wird von Freitag, 12. Dezember, etwa 18 Uhr, bis Montag, 15. Dezember, 5 Uhr, von der Wilhelmstraße bis zur Bahnbrücke einschließlich des Kreuzungsbereichs der Bahnhofstraße ein neuer Belag eingebaut. Hierfür wird dieser Bereich voll gesperrt. In dieser Zeit besteht laut RP keine Verbindung zwischen der B 27 und der Bahnhofstraße. Der Knotenpunkt der B 27 mit der Bahnhofstraße soll ab Dienstag, 16. Dezember, wieder in allen Richtungen voll befahren werden können.

Nach Restarbeiten, die unter einstreifiger Verkehrsführung erfolgen, wird die B 27 zwischen dem Bahnhof und dem Gröninger Weg ab Sonntag, 21. Dezember, wieder befahrbar sein. Dann stehen ortsauswärts und -einwärts ab dem beziehungsweise bis zum Bahnhof wieder vier Spuren zur Verfügung. Zu den Belagsarbeiten an der Bahnhofskreuzung Mitte Dezember will das RP noch Detailinformationen mitteilen.

Die Arbeiten zwischen der Wilhelmstraße und der Kreissparkasse gehen auch 2026 weiter (Bauabschnitt 4). Der Bauabschnitt 5 schließe unmittelbar an und umfasse den Bereich von der Kreissparkasse bis zur Großingersheimer Straße, so die Mitteilung. Währenddessen steht auf der B 27 in diesem Bereich nur jeweils ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt der Bauarbeiten 2026 ist der Umbau des Knotens der B 27 mit der Auwiesenbrücke sowie die Sanierung der Brücke selbst. Diese Arbeiten sollen laut RP mit Beginn der Pfingstferien starten, um diese rechtzeitig vor dem Pferdemarkt abschließen zu können.

 
 
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