Zum zweiten Mal nach Corona und zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Karnevalsverein CVB Wobachspatzen ’60 organisierte der Sängerkranz Bietigheim am Wochenende sein traditionsreiches Arkadenfest im Herzen der Stadt. Auch die 51. Auflage des Events fand damit vor gewohnter Kulisse auf dem Marktplatz statt. Die beiden Vereine hatten nach ihrer erfolgreichen Premiere zum 50-jährigen Jubiläum der Veranstaltung in 2024 beschlossen, diese auch künftig gemeinsam zu bestreiten.
Bietigheim-Bissingen Arkadenfest sorgt für gute Laune
Sängerkranz und Wobachspatzen organisieren traditionsreiche Veranstaltung zum zweiten Mal gemeinsam – Hocketse mit Musik, Catering, Bimmelbahn und Schminkstation.
Das hieß für etwa 50 Helferinnen und Helfer der rund 330 Mitglieder starken Wobachspatzen den Auf- und Abbau des Equipments sowie die Getränkeausgabe zu stemmen, und vor allem für die Damen des Sängerkranzes das Kaffee- und Kuchenangebot am Sonntag bereit zu stellen. Eine gebotene Aufgabenverteilung, da der Sängerkranz von einst 80 aktiven Mitgliedern inzwischen auf etwa 25 geschrumpft ist mit einem hohen Altersdurchschnitt.
Japanische Kapelle zu Gast
Beim Arkadenfest geht es in erster Linie um die Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein und zum Austausch, wie Sängerkranz-Vorsitzender Karl-Heinz Menrath weiß. Und natürlich um gute Unterhaltung. Am Sonntag spielte dafür die Stadtkapelle Hamamatsu aus Japan mit 55 ihrer insgesamt 120 Personen starken Formation. Die Musiker, die für ihren vierten Gastauftritt beim 57. Internationalen Musikfest des Musikvereins Stadtkapelle Markgröningen am Freitag angereist waren, wünschten sich einen zweiten Auftritt in Bietigheim, bevor sie dort eine Führung durch das Hornmoldhaus bekamen.
Die Kapelle überzeugte mit einem klassischen professionell vorgetragenen Platzkonzert die Vereinsverantwortlichen genauso wie die Festbesucher. Für Menrath gelten die japanischen Gäste gleichzeitig als VIPs, wie sie eigentlich zu jedem Arkadenfest eingeladen werden. Dabei waren schon regionale Persönlichkeiten wie Eberhard Ginger, Gerlinde Kretschmann, Joy Fleming oder Volker Kugel.
Stolz ist Menrath aber nicht nur auf das weiterhin stattfindende Arkadenfest mit Prominenz, sondern auch auf das „Herdensingen“ im Enzpavillon, das der kleine Verein seit drei Jahren als „Chorwerkstatt“ organisiert und das sehr gut angenommen werde. „40 Leute kommen da zwei Mal im Monat zusammen“ erzählt er – für eine Mischung aus Gotthilf-Fischer-Singen und Karaoke.
Schlager und Oldies
Das „Herdensingen“ leitet Holger Schnaithmann, der wie am Samstagabend schon seit 20 Jahren als „Pianoman“ auf dem Arkadenfest auftritt. Der Tammer ist Teil der „Good-Vibrations-Band“, die ein breites Musikspektrum bedient von Klassik über Pop, bis zu Rock ‘n‘ Roll. Unter den Arkaden zelebrierte er – unterstützt durch einen Gitarristen – deutsche Schlager und Oldies zur Untermalung der gemütlichen Hocketse, die für die letzte Schicht bis etwa 23 Uhr dauerte. Musik ist laut Wobachspatzen-Präsident Michael Molnar für die gute Stimmung auf dem Fest nicht wegzudenken. Er würde sogar gerne noch mehr Liveacts haben – am liebsten auch die Guggenmusiker seiner Spatzen. Aber das sei noch Zukunftsmusik.
Bei durchweg trockenem, warmem Wetter – teils sonnig, bewölkt oder mit Gewitterstimmung – boten die Biertisch-Garnituren Platz für über 300 Gäste, die sich mit der Fest-Bimmelbahn durch die Altstadt bis zur „Kuh“, zum Viadukt und zurück kutschieren lassen konnten. Ein Angebot, das von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen gerne angenommen wurde. Eigens für die Kinder gab es außerdem eine Schminkstation als kleines Highlight.
Traditionelle Ansprache des OB
Traditionell auf dem Arkadenfest ist auch eine kurze Ansprache von Oberbürgermeister Jürgen Kessing. Er dankte den Vereinen für ihr Engagement ohne das solche Veranstaltungen nicht möglich wären. Den Gastauftritt der Kapelle aus Hamamatsu wertete er als Ausdruck einer starken Verbindung zwischen Japan und Deutschland, die Bietigheim mit seiner Städtepartnerschaft mit Kusatsu pflege.
Der OB bat um Verständnis für die umfangreichen aktuellen Straßenbaustellen, die noch bis Ende des Jahres andauern würden. Beläge, Gas-, Wasser-, Strom- und Fernwärmeleitungen könnten so in einem Aufwasch erledigt werden. Die Alternative wären viele kleine Baustellen über mehrere Jahre gewesen. Ziel der Stadt sei nach wie vor eine schwarze Null, auch wenn die sinkenden Steuereinnahmen ein Loch von zehn bis elf Millionen verursacht hätten. Kessing machte deutlich, dass auch Bietigheimer Unternehmen die neuen Zölle zu spüren bekommen, die Stadt aber mit Firmen wie Dürr, Porsche, Olymp, Bosch und Valeo noch gut aufgestellt sei.
Für gute Stimmung vor den Arkaden sorgte – neben Musik und Gesprächen – nicht zuletzt auch das Festbier sowie Alkoholfreies, das vom Getränkehandel Kahle aus Sachsenheim geliefert wurde. Gut nachgefragt waren auch die Weine der Weinmanufaktur Exnicrum aus Hessigheim. Für das Essen auf der Speisekarte mit Würsten, Maultaschen, Pulled Pork und Schweinehals war der Partyservice Motz aus Bietigheim-Bissingen zuständig.
Wie viele Menschen das Arkadenfest insgesamt besuchten wurde nicht offiziell gezählt. Die Schätzungen der beiden Vereine schwankten zwischen mindestens 500 und maximal 1000.
