Bietigheim-Bissingen „Auch in den Ferien wollen die Leute lesen“

Von Petra Neset-Ruppert
Büchereileiterin Sandra Eichert (links) sieht sich mit Büchereikundin Angelika Mollner Werke der aktuellen Ausstellung zu Kinderrechten an. Foto: /Oliver Bürkle

Die Büchereileiterin Sandra Eichert gibt Einblicke in den Lesesommer in der Bietigheimer Bücherei und verrät was sie an der Aktion „Heiß auf Lesen“ begeistert.

Es war wirklich viel los in diesem Sommer. Gerade auch Familien und Ältere kommen häufig bei uns vorbei“, sagt Büchereileiterin Sandra Eichert. Während in den Sommerferien die Bissinger Zweigstelle für vier Wochen geschlossen war, konnten große und kleine Buchfans in der Otto-Rombach-Bücherei in Bietigheim die ganzen Ferien lang zu den gewohnten Öffnungszeiten schmökern, lesen und entdecken.

„Das ist mir schon wichtig, dass wir möglichst keine langen Schließzeiten haben, denn gerade auch in den Ferien wollen die Leute lesen“, erklärt Eichert. Denn gerade wenn die Leute in den Urlaub fahren decken sie sich mit der passenden Lektüre ein. „Vor dem Regal mit den Reiseführern ist meistens ein großes Gewusel“, sagt die Leiterin und lacht. Doch auch die Onleihe nutzen viele Büchereikunden und laden sich direkt eine große Lektüreauswahl auf ihren E-Book-Reader, denn der wiegt nicht so schwer im Gepäck. „Das hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, sagt Eichert.

140.000 Besucher im vergangen Jahr

Die Besucher- und Ausleihzahlen steigen weiter an. Im vergangenen Jahr besuchten 140.000 Besucher die Bücherei in Bietigheim und Bissingen. Im Schnitt kamen so 550 Besucher pro Tag zusammen. Sogar während der Hitzeperioden seien die Besucher in die Bücherei gekommen und das obwohl es nur eine Lüftungs-, aber keine Klimaanlage gibt. „Gerade morgens und am Abend war mehr los.“

Während der Sommerzeit hat nun auch die Aktion „Heiß auf Lesen“ viele junge Leser in die Bücherei gelockt. Seit Mitte Juli können sich Dritt- bis Sechstklässler dafür anmelden. Die Kinder erhalten dann ein Logbuch in das sie bis zu fünf gelesene Bücher eintragen können, zu denen sie Fragen beantworten. „Die Fragen zu den Büchern machen wir immer ganz spielerisch, wer will kann zum Beispiel auch ein Bild malen, anstatt etwas zu schreiben“, sagt Eichert. Die Stadtbücherei macht schon seit mehr als elf Jahren bei dieser Leseaktion mit.

In diesem Jahr wurde das Angebot auf Dritt- und Viertklässler erweitert. In der Kinder- und Jugendbuchabteilung gibt es ein Regal, in dem Bücher, die für „Heiß auf Lesen“ gelesen werden können, stehen.

„Ich liebe diese Aktion. Die Kinder können mit so einer Begeisterung von den Geschichten erzählen, das macht einfach Spaß ihnen zuzuhören“, sagt Eichner. 85 Kinder haben sich bisher zu „Heiß auf Lesen“ angemeldet. Noch bis zum 19. September läuft die Aktion. Und am 5. Oktober veranstaltet die Bücherei dann ein Abschlussfest mit allen Teilnehmern bei dem auch Preise verliehen werden. Die Illustratorin und Comiczeichnerin Hanna Wenzel ist an diesem Tag zu Gast und entwickelt mit den Kindern live eine Comicfigur.

Spezielle Buchanschaffungen für die Sommerferien gibt es nicht. Früher habe man Bücher extra nur für „Heiß auf Lesen“ gekauft, die dann erstmal nur von den Aktionsteilnehmern gelesen werden konnten. „Das machen wir mittlerweile nicht mehr so“, sagt Eichner. Das ganze Jahr über schaffen die einzelnen Bereiche über ihr Budget Medien an. „Auch über das Bibliothekssystem können Kunden Anschaffungsvorschläge machen.“ Und dann wird über das Jahr gekauft, was gerade benötigt wird.

Der dritte Ort: Ausstellungen, Stricktreffs und mehr

Neben dem Lesestoff gibt es in der Bücherei als sogenannter „dritter Ort“, auch mehr zu entdecken. Noch bis zum 12. September können sich Besucher die Ausstellung „Ich darf das!“ zum Thema Kinderrechte ansehen. Ausgestellt sind Kunstwerke von Kindern zwischen vier und 13 Jahren, die sich in Kursen der Kunstschule Labyrinth mit diesem Thema auseinander gesetzt haben.

Auch beim offenen Stricktreff, der jeden ersten Mittwoch im Monat stattfindet, können Strickbegeisterte einfach mit ihrem Strickmaterial von 17 bis 18.30 Uhr in die Bücherei kommen, sich kennenlernen, austauschen und natürlich stricken. Dabei kämen immer viele unterschiedliche Leute zusammen, sagt die Leiterin.

434.000 Ausleihen wurden 2025 in der Otto-Rombach-Bücherei verbucht. Wie viel dieses Jahr ausgeliehen wurde, wird im Januar ermittelt, doch nach einem so guten Sommer scheinen die Chancen hoch, dass die Ausleihen und Besucherzahlen weiter steigen werden.

 
 
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