Wer den Flößerweg von Besigheim nach Bietigheim-Bissingen in voller Länge entlang läuft, lernt nicht nur etwas über die Geschichte der Flößerei und des Holzhandels zwischen dem 14. und dem 19. Jahrhundert, sondern fördert auch die eigene Gesundheit. Der Themenweg entlang der Enz erstreckt sich nämlich über stolze 15 Kilometer auf landschaftlich reizvollen Wegen.
Bietigheim-Bissingen Auf den Spuren der Flößer
Der Flößerweg führt von Besigheim bis Bietigheim-Bissingen an der Enz entlang und macht die Geschichte der Flößerei an insgesamt 17 Stationen greifbar.
Vom Besigheimer Bahnhof aus führt die erste Teilstrecke bis zur Einmündung der Wobachstraße im Bietigheimer Enztal. Von dort geht es weiter nach Bissingen, vorbei an der Rommelmühle, entlang des historischen Flößerkanals zur Sägmühle.
Erstes gemeinsames Projekt
Der Flößerweg war seinerzeit das erste interkommunale touristische Projekt der 3B-Städte Besigheim und Bietigheim-Bissingen. Im Herbst 2000 wurde er in der Bissinger Flößerstraße eingeweiht. „Die Flößerei und die Enz wurden als verbindendes Element dieser beiden Städte und somit als sehr geeignetes Instrument für das gemeinsame touristische Marketing definiert“, teilt Anette Hochmuth, Presseamtsleiterin der Stadt Bietigheim-Bissingen mit. Die Planungen für den Lehrpfad starteten bereits im Jahr 1999. Mitinitiiert wurde die Idee von der Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen des Schwarzwaldvereins, weiß Hochmuth. Alfred Heffner vom Schwarzwaldverein war es demnach, der sich intensiv mit dem Thema Flößerei auf der Enz beschäftigt hatte und als Berater in das Projekt involviert war. Die Kosten für die Gestaltung und Herstellung der Infoschilder sowie die Erstellung und den Druck von Flyern beliefen sich damals auf rund 20.000 Mark. Für eine umfangreiche Neuausschilderung investierte man 2024 weitere 4000 Euro. Die Kosten haben sich die beiden Städte Bietigheim-Bissingen und Besigheim aufgeteilt. Im Laufe der Zeit kamen zu den ursprünglichen Stationen zwei weitere dazu: Das Kammrad bei der Sägmühle und das Mühlrad in Besigheim.
Beliebte Strecke
„Da der Weg von Besigheim bis zur Flößerstraße in Bissingen auf dem Enztalradweg führt, ist er ebenso wie das Wiesental zwischen Bietigheim und Bissingen bei Spaziergängern und Radfahrern sehr beliebt“, weiß Anette Hochmuth. Tatsächlich sollten Besucher des Flößerwegs dabei allerdings aufmerksam an der Enz unterwegs sein, sonst übersieht man die circa 25 Mal 25 Zentimeter großen Infoschilder, die abgesehen einer Abbildung des Flößers eher minimalistisch daherkommen, schnell. Auf diesen wird die Geschichte des Wirtschaftszweigs und die wenigen noch erhaltenen Relikte vorgestellt.
So erfahren Besucher etwa auf einer Tafel – die inzwischen auch ein paar Kritzeleien ziert –, warum es in Bietigheim eine Holzgartenstraße gibt. An dessen Stelle befand sich nämlich einst der staatliche Bietigheimer Holzgarten. An anderer Stelle erfährt man beispielsweise Interessantes über die Alte Bietigheimer Enzbrücke oder die ehemalige Enzfurt. Und auch die Geschichte der ehemaligen „herrschaftlichen Sägmühle“ auf Untermberger Gemarkung wird dem Spaziergänger oder Fahrradfahrer vermittelt.
