Die Realschule im Aurain kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die meisten Gebäude wurden 1953 eingeweiht, damals befanden sich hier eine Oberschule, Gewerbeschule und Hauswirtschaftliche Berufs- und Frauenarbeitsschule. Die Räume haben also einige Zeit auf dem Buckel – doch Vorwürfe, sie seien nicht mehr in Schuss und es gebe Mängel, weisen die Stadt als Schulträger und der Schulleiter zurück.
Bietigheim-Bissingen Aurain-Realschule: Weiter warten auf Sanierung
Wann die Schule grundlegend erneuert und eventuell erweitert wird, ist noch ungewiss. Hinweise auf bauliche Mängel weist die Stadt zurück.
In einer Mitteilung von Elternseite an die BZ klingt das anders. Darin ist die Rede davon, dass sich die Hinweise „auf erhebliche bauliche Mängel im Schulgebäude“ mehrten. Teile der Infrastruktur seien in einem zunehmend desolaten Zustand, insbesondere die Räume der Klassen 9 und 10, die sich in einem Nebengebäude befinden. Im Einzelnen werden lose Zimmerdecken und Flecken in mehreren Klassenräumen beschrieben. Zudem bestehe die Sorge, dass es sich bei älteren verbauten Materialien möglicherweise um asbesthaltige Stoffe handeln könnte.
Darüber hinaus stehe es mit dem Brandschutz nicht zum Besten: Mehrere Türen sollen nicht den aktuellen Anforderungen an Brandschutztüren entsprechen oder erkennbare Mängel aufweisen, heißt es. Auch Wände und weitere Gebäudeteile zeigten sichtbare Abnutzungserscheinungen, Risse und Beschädigungen. Es wird die Frage gestellt, wie die Sicherheit der Schulgemeinschaft dauerhaft gewährleistet sei und welche Sanierungsmaßnahmen seitens der Stadt Bietigheim geplant oder bereits angestoßen wurden.
Befragt zum erforderlichen Instandhaltungs- und Wartungsmaßnahmen würden regelmäßig sowie anlassbezogen durchgeführt.
Auf aktuellem Stand
Hochmuth weiter: „In den vergangenen Jahren wurden zudem erhebliche finanzielle Mittel investiert, um die Schule baulich und technisch auf einen aktuellen Stand zu bringen.“ Hierzu zählten unter anderem der Austausch der Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik, die Sanierung von Klassenräumen sowie die Sanierung der großen Balkonanlage. „Diese Maßnahmen dienten sowohl der Verbesserung der Lernbedingungen als auch der Erhöhung der Sicherheit und Energieeffizienz“, sagt die Sprecherin.
Was den Brandschutz betreffe, so habe eine Brandschutzbegehung erst kürzlich stattgefunden. „Die hierbei festgestellten Punkte wurden vollständig erfasst und zwischenzeitlich abgearbeitet. Es bestehen aus brandschutzrechtlicher Sicht derzeit keine offenen Maßnahmen“, betont Hochmuth. Kleinere Beschädigungen oder Abnutzungserscheinungen würden im Rahmen des laufenden Bauunterhalts zeitnah behoben. Hierbei handle es sich um gewöhnliche Instandhaltungsmaßnahmen, die keinen sicherheitsrelevanten Mangel darstellten. Mit Blick auf das Thema Asbest lägen der Stadtverwaltung aktuell keine Erkenntnisse vor, die auf eine akute Gefährdung schließen ließen. „Unabhängig davon wird auch dieses Thema im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und der üblichen Sorgfaltspflichten berücksichtigt“, sagt Hochmuth. Und: Der überwiegende Anteil der Gebäude falle noch in eine Bauzeit (1950er-Jahre), in der kein Asbest zum Einsatz kam.
Eine alte Schule
Ähnlich äußert sich auch Schulleiter Harald Schmitt. Es seien in der Schule keine Probleme mit Asbest bekannt. „Ja, wir sind eine alte Schule“, so Schmitt gegenüber der BZ, doch es gebe immer wieder Renovierungen. Hier und da könne es auch mal einen Fleck an der Wand geben, sagt Schmitt, lose Decken seien ihm jedoch nicht bekannt, weist er die erhobenen Vorwürfe zurück. Es habe diesbezüglich auch kein Gespräch mit ihm gegeben. Wenn es solche Probleme gebe, wären diese sicherlich seitens der Eltern an ihn herangetragen worden, sagt der Schulleiter, was auch für das Thema Brandschutz gelte. Mit der Stadt als Schulträger sei man im ständigen Austausch.
Auch Janet Stelse, die Vorsitzende des Elternbeirats der Schule, deren Tochter ebenfalls in dem angesprochenen Anbau in den Unterricht geht, weiß nichts von den angeblichen schwerwiegenden Mängeln. Die Schule sei etwas älter, sagt sie, aber die notwendigen Renovierungen seien gemacht worden.
„Immer weiter vertröstet“
Stelse treibt gleichwohl um, dass die seit 2015 seitens der Stadt immer wieder versprochene grundlegende Sanierung und eventuelle Erweiterung der Schule immer wieder verschoben worden ist. Ob Umbau, neue Aula oder neue Mensa – „wir werden immer weiter vertröstet“, beklagt die Elternvertreterin, während andere Schulen vorher erweitert würden. Dass Handlungsbedarf bestehe, sei auch daran sichtbar, dass die Vereine nicht mehr die Gymnastikhalle benutzen dürften. Gleichzeitig betont sie, unabhängig vom Alter der Gebäude seien die Lehrer und Ganztags-Betreuungskräfte „das Herz der Schule“.
Bis die große Erneuerung kommt, dürfte es indes noch etwas dauern. Die grundlegende Sanierung und eventuelle Erweiterung der Realschule im Aurain sei im städtischen Sanierungsprogramm enthalten, sagt Stadtsprecherin Anette Hochmuth, aber derzeit zeitlich und inhaltlich noch nicht weiter durchgeplant. Da zurzeit der Anbau an der Realschule Bissingen laufe, dauere es damit noch.
