Bietigheim-Bissingen B 27: Die Entwicklung der Hauptverkehrsader

Von Yannik Schuster
Die Bundesstraße 27 und die frisch errichtete Auwiesenbrücke über den späteren Bürgergarten. Foto: BZ-Archiv/ad

Die Bundesstraße verlief nicht immer auf ihrer derzeitigen Trasse durch die Stadt. Ein Blick ins Archiv. 

Kaum eine Straße in der Region ist derzeit in aller Munde wie die Bundesstraße 27 in Bietigheim-Bissingen. Seit inzwischen mehreren Jahren wird die Hauptverkehrsader Stück für Stück saniert, aktuell läuft der „verkehrlich anspruchsvollste Teil“, wie der Leiter des Baureferats-West des Regierungspräsidiums Stuttgart, Andreas Klein, der BZ vor einigen Wochen sagte. Die BZ nimmt die aktuellen Bauarbeiten zum Anlass, einen Blick in die Geschichte der B 27 zu werfen.

Die Ursprünge der Bundesstraße 27 liegen in den Dreißigerjahren. Ab 1932 wurden mehrere Teilstrecken zur Fernverkehrsstraße 27 vereint. Ob diese bereits damals durch Bietigheim führte, ist jedoch unklar, im Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen liegen dazu keine Unterlagen vor.

Die Fernverkehrsstraße 27 wurde in der Zeit des Nationalsozialismus in die Reichsstraße 27 umbenannt. In den Akten des Stadtarchivs befindet sich sein Schriftstück vom 8. Dezember 1949 vom Bürgermeisteramt Bietigheim an das Landratsamt Ludwigsburg, in dem die Reichsstraße 27 erwähnt wird. Zwei Jahre später, am 15. Mai 1951, ist in einem Schriftstück des Städtischen Polizeiamtes an das Bürgermeisteramt Bietigheim von Unfällen auf der Bundesstraße 27 die Rede.

Verkehr rollte durch die Stadt

An der Kreuzung der heutigen Freiberger Straße/Poststräßle mit der B 27 herrschte noch Ende der 50er-Jahre eine undurchsichtige Verkehrssituation. Ampeln oder eingezeichnete Fahrspuren gab es keine. Die B 27, wie man sie heute kennt, wurde derweil erst in den 1970er-Jahren Realität, weil das Verkehrsaufkommen über die Jahre immer weiter wuchs. Bis dahin rollte der Verkehr von der Bahnhofstraße (heutige Stuttgarter Straße) durch den heutigen Bürgergarten und über die alte Enzbrücke in die Stadt. Die B 27 führte den Kronenberg hoch und über die Besigheimer Straße wieder aus der Stadt heraus in Richtung Kammgarnspinnerei.

Wo heute hinter dem Gasthaus Storchen die B 27 verläuft, befand sich früher die Gaishaldestraße. Mit Ausnahme eines Gebäudes wurden im Zuge der Bauarbeiten alle Häuser der Gaishaldestraße abgerissen. Auch in der Stuttgarter Straße musste einige Häuser dran glauben.

Zwei neue Brücken

Die Auwiesenbrücke wurde im Jahr 1976 eingeweiht, die Mühlwiesenbrücke als Teil der neuen Bundesstraße im Jahr 1980. Am 12. November 1980 wurde schließlich die neue Bundesstraße in Richtung Heilbronn für den Verkehr freigegeben, doch auch damals dauerte es ein paar Tage, bis sich alles eingespielt hatte. Lange Staus aufgrund fehlender Beschilderungen, falsch eingestellter Ampeln und weiterer Baustellen waren zunächst die Folge. 2012 hatte die Stadtverwaltung erneut ein Konzept vorgelegt, das eine teilweise Verlegung der B 27 bedeutet hätte: Überlegungen, die Straße zwischen der Gleisüberführung an der Kreuzung Dammstraße/Felsenkellerweg und dem Bahnhof in den Bahnbogen zu verlegen, wurden jedoch schließlich ad acta gelegt.

Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich vorwiegend auf die Sanierung der bestehenden Straße mit der Umgestaltung einzelner Knotenpunkte – ohne jedoch die Streckenführung der B 27 zu verändern.

 
 
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