Bietigheim-Bissingen Begeistert vom Lauferlebnis in New York

Von Uwe Mollenkopf

Manfred Mauermann aus Bietigheim-Bissingen hat den Marathon in „Big Apple“ absolviert. Der 59-Jährige hat erst 2020 mit dem Laufen angefangen.

Fast 60.000 Läufer machten sich am 2. November auf den 42,2 Kilometer langen Weg von Staten Island über Brooklyn und Queens bis nach Manhattan zum Central Park. Mittendrin: der 59-jährige Manfred Mauermann aus Bietigheim-Bissingen. „Ein Wahnsinnserlebnis“, schwärmt er im Gespräch mit der BZ von seiner Teilnahme am New-York-Marathon.

Dabei hat der Tanzlehrer erst 2020 mit dem Laufen angefangen. Seine Motivation sei nicht primär das Abnehmen gewesen, erzählt er, obwohl er durch das Training 25 Kilogramm leichter wurde. Vielmehr habe er für eine Himalaja-Tour trainiert. Dorthin habe er schon als Fünfjähriger einmal gewollt, als er mit seinen Eltern auf einem Alpengletscher stand. 2022 machte Mauermann den Traum dann wahr und gelangte zwei Mal bis zum Basislager am Mount Everest.

Einmal im Lauftraining drin und um nicht wieder an Gewicht zuzulegen, machte Mauermann dann weiter. Sein neues Ziel: der Berlin-Marathon, den er 2023 absolvierte. Dort habe man ihm erzählt, dass der New-York-Marathon neben dem Berlin-Marathon das Lauferlebnis schlechthin sei – und schon stand für den Bietigheim-Bissinger die nächste Herausforderung fest. Die Teilnahme „ging mir nicht mehr aus dem Kopf“, erzählt Mauermann.

Er bereitete sich darauf vor, indem er zwei bis drei Mal in der Woche trainierte. Zum einen auf seiner persönlichen, 15 Kilometer langen Laufstrecke zwischen Bietigheim, Löchgau und Besigheim, zum anderen mit seinem Trainer Gerhard Unger in Waiblingen. Durch seine Tätigkeit als Tanzlehrer habe er fürs Laufen eine Grundlage bei Koordination und auch etwas bei der Kondition gehabt, sagt Mauermann. Auch sein Hausarzt habe grünes Licht gegeben.

Um die gelaufene Zeit sei es ihm im „Big Apple“, wie die US-Metropole auch genannt wird, ohnehin nicht primär gegangen, erzählt der 59-Jährige, der die Marathonstrecke dort in fünf Stunden bewältigte. Sein Ziel sei es vielmehr gewesen, die Ziellinie zu überqueren und unterwegs viel an Eindrücken mitzunehmen. Und diese gab es zuhauf: Beeindruckt zeigt sich Mauermann sowohl vom Ambiente New Yorks mit seinen Wolkenkratzern als auch von der Art, wie die Läufer dort angefeuert werden. „Die Amerikaner zelebrieren das enorm“, hat er festgestellt. Ausnahme: Im chassidisch-jüdischen Viertel Williamsburg in Brooklyn, das auch als „stille Meile“ bekannt ist, sei es total ruhig gewesen, als die Läufer das Gebiet passierten.

Fairer Umgang miteinander

Auch der faire Umgang der Läufer miteinander hat Mauermann beeindruckt. Keiner remple den anderen an, man gehe ganz anders miteinander um als sonst oft üblich. „Das gibt einem sehr viel“, sagt er.

Neben der Stimmung sei für den New-York-Marathon aber auch charakteristisch, dass er sehr anstrengend sei, weiß Manfred Mauermann. Denn auf 60 Prozent der Strecke gehe es bergauf, wenn auch nur leicht, und Metallbrücken werden überquert. Zum Glück habe er das bereits beim Training berücksichtigt.

Zu den Gepflogenheiten in New York gehöre auch, dass man seine Medaille nach dem Lauf nicht einfach wegpacke, sondern umhänge, erzählt Mauermann. Vielfach werde man in der Stadt darauf angesprochen und beglückwünscht. Sogar ein Obdachloser habe ihm gratuliert, berichtet Mauermann von seinen Erlebnissen. Es komme auch vor, dass man einen Kaffee spendiert bekomme. Der gebürtige Rheinländer freute sich zudem, das Lauferlebnis mit einer mehrtägigen Stadterkundung verbinden und dabei in New York auch Halloween miterleben zu können.

2027 Alpenüberquerung geplant

Und wie geht es sportlich weiter? Getreu dem Motto, dass rostet, wer rastet, hat Manfred Mauermann bereits das nächste Ziel ins Auge gefasst. Nachdem er eine Alpenüberquerung zu Fuß von Oberstdorf nach Meran bereits hinter sich hat, will er das Gebirge 2027 auf anderer Strecke bezwingen: von München bis zum Marktplatz in Venedig in 28 Tagen. „Das ist die nächste Challenge“, sagt der Sportbegeisterte.

 
 
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