Bietigheim-Bissingen Beschädigungen an Schulen haben stark zugenommen

Von Uwe Mollenkopf
Im Oktober wurde an der Hillerschule ein junger Baum zerstört. Foto: /Hillerschule

Der Schulbeirat befasste sich mit Vandalismus. An sechs Schulen in der Stadt gibt es jetzt Videoüberwachung.

Verwüstungen in den Schulgebäuden, insbesondere in den Toiletten, Beschädigungen auf den Schulhöfen – in Bietigheim-Bissingen gibt es ein immer größer werdendes Problem mit Vandalismus, wie der Erste Bürgermeister Michael Hanus am Mittwochabend in der Sitzung des Schulbeirats feststellte. In dem Gremium, das sich unter anderem aus Vertretern der Stadtverwaltung, Schulleitern, Vorsitzenden der Elternbeiräte, Stadträten sowie Vertretern der Lehrer und Schüler zusammensetzt, war das Thema ein eigener Tagesordnungspunkt. „Es hat stark zugenommen“, sagte Hanus, der einen Grund in den sozialen Medien sah.

Markus Nutz, Schulleiter der Waldschule und geschäftsführender Schulleiter der städtischen Schulen, verwies auf eine TikTok-Challenge, die dazu führe, dass Toiletten verwüstet würden. Insgesamt sei die Beschädigung von Toiletten an allen Schulen in der Stadt ein Thema. Man sei im Herbst deswegen aktiv gewesen, zum Beispiel, indem überwacht werde, wer wann auf die Toilette gehe. Auch ein Handyverbot sei eine Maßnahme, eine gesetzliche Regelung seitens der Landesregierung stehe aber noch aus. Insgesamt sei es dadurch „ein bisschen besser“ geworden.

Problem mit Toiletten

Ulrich Heckmann, seit wenigen Monaten als Abteilungsleiter für die Schulen in der Stadt zuständig, zählte eine Reihe von Maßnahmen auf, um dem Toiletten-Problem beizukommen. Diese reichen von der Öffnung der Toiletten nur während der Pausenzeiten über verstärkte Präsenz der Hausmeister bis zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen und Schadensersatzregelungen – vorausgesetzt, die Schuldigen werden erwischt.

Doch zum Leidwesen der Stadt erstreckt sich der Vandalismus nicht nur auf die Toiletten. Oft seien es keine Schüler, höchstens Ehemalige, sondern andere Jugendliche, die sich außerhalb der Schulzeiten auf dem Schulgelände aufhielten und dort Unrat hinterließen, sagte Nutz. Während die Bissinger Waldschule, die Nutz leitet, im Moment weniger solche Probleme hat, ist die Situation an der Bietigheimer Hillerschule laut Schulleiterin Roberta Neugebauer regelrecht eskaliert. Seit der neue Schulhof eingeweiht wurde, sei es immer schlimmer geworden. Ab den Abendstunden und an Wochenenden suchten jugendliche Besucher den Schulhof heim und hinterließen jede Menge Müll und Glasscherben, was dann morgens von den Hausmeistern beseitigt werden müsse.

Unrühmlicher Höhepunkt sei das Umtreten eines neu gepflanzten Bäumchens und die Beschädigung einer Bank gewesen, so die Schulleiterin (die BZ berichtete). Sie bezifferte den Schaden auf 5000 bis 6000 Euro. Insgesamt seien es „zig Tausende von Euros“, welche die Stadt der Vandalismus koste, sagte Bürgermeister Hanus.

Durchbruch durch Kameras

Markus Nutz und Roberta Neugebauer wünschten sich deswegen noch mehr Präsenz einer Sicherheitsfirma. Eine ältere Dame aus der Nachbarschaft der Hillerschule habe früher etwas gesagt, wenn sie Unbefugte an der Schule entdeckte, jetzt traue sich das aber niemand mehr, der Frau seien als Reaktion Steine ans Haus geworfen worden.

Bürgermeister Hanus wies darauf hin, dass die Stadt an der Hillerschule inzwischen eine Videoüberwachung eingerichtet habe, um Übeltäter abzuschrecken. Das sei dort möglich, wo es Brennpunkte gebe. Kameras existieren inzwischen auch an der Waldschule, der Gustav-Schönleber-Schule, am Fahrradabstellplatz der Ellentalgymnasien, an der Schule im Sand und der Schule im Buch.

„Die Videoüberwachung brachte den Durchbruch“, stellte Rektorin Susanne Pohl für die Gustav-Schönleber-Schule fest. Sie sprach sich gegen Zäune um die Schule als Gegenmittel aus. „Das kann nicht unser Standard sein“, so Pohl.

Nutz sieht „Benimmproblem“

Stadtrat Thomas Reusch-Frey (SPD) sah auch die mobile Jugendarbeit gefordert, um Vandalismus nicht nur abzuwehren, sondern diesem durch pädagogische Maßnahmen vorzubeugen. Diese müsse an den Schulen Präsenz zeigen. Bürgermeister Hanus verwies auf die 15 Schulsozialarbeiter, die man habe. Die mobile Jugendarbeit bestehe aus zwei Personen. „Da wird sehr, sehr viel getan“, sagte Hanus, die Streetworker, die aus Sicherheitsgründen immer zu zweit unterwegs sind, könnten aber nicht überall gleichzeitig sein.

Markus Nutz erklärte aber auch, dass man ganz überwiegend kein Gewaltproblem, sondern hier und dort ein „Benimmproblem“ habe. Die meisten Jugendlichen seien friedlich, sie suchten nur Orte, wo sie sich aufhalten könnten. Auch Hanus erklärte, es seien nur einzelne, welche die Probleme machten.

 
 
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