Bietigheim-Bissingen/Besigheim Die Leitungen im Enztal sind verlegt

Von Uwe Mollenkopf
Die Enz-Unterquerung der SEL(Süddeutsche Erdgasleitung) zwischen Bietigheim und Besigheim ist abgeschlossen Foto: /Martin Kalb

Die unterirdische Querung von B 27, Fluss und Bahnlinie durch die Süddeutsche Erdgasleitung ist gelungen. Jetzt geht’s etappenweise weiter.

Insgesamt 43 Kilometer ist der Abschnitt der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) von Löchgau bis Esslingen lang, an dem seit Frühjahr 2025 in Etappen gebaut wird. Bereits im Herbst dieses Jahres soll die Leitung in Löchgau an das Bestandsnetz von Terranets BW angeschlossen werden und Gas transportieren, so der Plan der Verantwortlichen. Zwischen Bietigheim-Bissingen und Besigheim konnte dazu noch im vergangenen Jahr ein schwieriges Stück gemeistert werden.

Dort galt es, im Enztal die B 27, den Fluss und die angrenzende Bahnlinie unterirdisch zu queren (die BZ berichtete). Dies ist laut dem Transportnetzbetreiber Terranets BW, einer Tochter der EnBW, erfolgreich bewerkstelligt worden, sodass die Leitungsarbeiten auf der Gemarkung Bietigheim-Bissingen inzwischen beendet sind.

In der Enztalaue stehen nach Auskunft der SEL-Projektsprecherin Marcella Kugler nur noch wenige restliche Arbeiten wie die Verlegung von Glasfaserkabeln, die parallel zur SEL eingebracht werden, an. „Im Anschluss und abhängig von der Witterung werden alle Flächen, die für den Bau benötigt wurden – inklusive der Baustraßen und der Baulogistikflächen – zurückgebaut und rekultiviert“, sagt Kugler. Sobald dies abgeschlossen sei, werde auch die Beschilderung, die auf die Baustelle hinweist, entfernt.

Arbeiten auf dem Gebiet der Gemeinde Ingersheim

Der Bau der Strecke geschieht nicht fortlaufend von Norden nach Süden, sondern es werden einzelne Abschnitte parallel in Angriff genommen. So wird bereits seit Spätherbst zwischen der Kreisstraße 1600 auf Freiberger Markung und der Landesstraße 1125 auf Ingersheimer Gebiet gebaut, im Winter mussten diese Arbeiten dann allerdings ruhen. Sie sollen fortgesetzt werden, sobald es die Wetter- und Bodenverhältnisse zulassen. Geplant ist laut Marcella Kugler eine Leitungsverlegung im März. Trockene und wärmere Tage seien für einen effizienten und durchgängigen Bauablauf deutlich besser geeignet. „Bei kalter und feuchter Witterung – wie es derzeit der Fall ist – nehmen wir Änderungen am Bauablauf vor und beobachten die Boden- und Wetterverhältnisse vor Ort sehr genau“, so die Sprecherin.

Bereits im Februar aufgenommen wurden die Arbeiten an der Leitung, die von der Landesstraße 1125 in Ingersheim über Besigheimer Gebiet nach Löchgau führt, also der Abschnitt, in dem das Stück durchs Enztal schon liegt. Diese Etappe ist rund fünf Kilometer lang und soll bis Anfang Mai bewältigt werden. In Löchgau wird die SEL an den 2024 errichteten und seitdem in Betrieb befindlichen Abschnitt von Heilbronn bis Löchgau angeschlossen, so Terranets BW.

Das Vorgehen beim Leitungsbau ist immer gleich: Zunächst wird der in der Regel 34 Meter breite Arbeitsstreifen vorbereitet. Dazu zählt unter anderem der Abtrag des Oberbodens. Dann werden die Rohre entlang der Trasse verschweißt, so Terranets BW. Sind die Schweißarbeiten durch einen unabhängigen Gutachter geprüft worden, werden die Rohrstränge in den 2,5 Meter tiefen Graben gehoben. Anschließend wird der Rohrgraben wieder verschlossen und der Oberboden aufgetragen. An einem Tag können so laut dem Transportnetzbetreiber in Abhängigkeit von den Gegebenheiten vor Ort zwischen 200 und 400 Meter Leitungsrohre verlegt werden. Im Schnitt vergehen rund drei Monate, bis alle Arbeitsschritte an einem Ort abgeschlossen sind.

Bis Sommer 2027 Flächen zurück an Eigentümer

Die Wiederherstellung der in Anspruch genommenen Flächen im Anschluss an die Bauarbeiten soll von Sommer 2026 bis voraussichtlich Frühjahr 2027 über die Bühne gehen. Bis Sommer 2027 sollen alle Flächen den Bewirtschaftern übergeben, Sträucher und Bäume angepflanzt sowie Straßen und Wege wiederhergestellt sein, heißt es seitens des EnBW-Tochterunternehmens. Für verbleibende, nicht vermeidbare Eingriffe soll es Ausgleichsmaßnahmen wie beispielsweise Aufforstungen geben

 
 
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