Wissen für alle aus den Bereichen Geschichte, Politik, Philosophie, Naturwissenschaften, Literatur, Kunst, Musik und mehr zu vermitteln, das ist die Idee der Bildungswerkstätten der Schiller-Volkshochschule im Landkreis Ludwigsburg (VHS). Das Besondere daran ist, dass die Teilnehmer selbst die Inhalte bestimmen, indem sie Themen sowie Referenten vorschlagen. In Bietigheim-Bissingen gibt es gleich mehrere Bildungswerkstätten. Eine davon, die Bildungswerkstatt Bietigheim-Bissingen III, hatte am Montag Grund zum Feiern: Sie besteht mittlerweile seit zehn Jahren beziehungsweise 20 Semestern.
Bietigheim-Bissingen Bildungsinhalte selbst bestimmen
Die Bildungswerkstatt Bietigheim-Bissingen III feierte am Montag ihr zehnjähriges Bestehen. Im Kreis Ludwigsburg gibt es mittlerweile 30 solcher Gruppen.
Die Feier fand im AWO-Treff in der Schubartstraße 16 statt, dort, wo sich die Gruppe regelmäßig trifft. Mit dabei waren auch Gründungsmitglieder, darunter die Kurssprecherin Marianne Blönnigen.
Wissen auffrischen und neu tanken
Marianne Blönnigen, die auch Vorsitzende des AWO-Ortsvereins ist, erinnerte an die Anfänge der heute 20 Mitglieder zählenden Gruppe. Damals sei im Terminplan des AWO-Treffs noch montagmorgens frei gewesen, weshalb man sich zu diesem Zeitpunkt dort traf – was bis heute so geblieben ist. Es gehe darum, vorhandenes Wissen aufzufrischen und neues Wissen zu tanken. Die Volkshochschule helfe bei der Themenfindung und Seminarplanung. Man sei „zu einer ganz netten Gruppe zusammengewachsen“. Bis auf ein Mitglied seien auch alle im kommenden Semester wieder mit dabei.
Neben der inhaltlichen Seite gehe es auch darum, Kontakte zu knüpfen, erklärte Renate Bauszus von der Schiller-Volkshochschule. Deshalb sei die Corona-Pandemie auch eine schwere Zeit gewesen, als die Bildungswerkstatt nur digital stattfinden konnte. „Wir würden uns wünschen, dass Sie noch lange am Ball bleiben“, sagte Bauszus zu den Mitgliedern der Gruppe.
Michael Hanus, der Erste Bürgermeister der Stadt, sagte in seinem Grußwort, es sei eine „gute Gemeinschaft“ entstanden, in der viele verschiedene Themen angesprochen würden. Hanus lobte insbesondere die Kooperation zwischen der AWO und der Volkshochschule.
Gruppe in Tamm besteht schon seit 30 Jahren
Im gesamten VHS-Gebiet gibt es inzwischen 30 Bildungswerkstätten (und zwei ähnlich organisierte Gruppen, nämlich die Bildungsinitiative Bissingen (BIB) und das Aufbaustudium der Frauenakademie). An der 31. Bildungswerkstatt, die in Bönnigheim entstehen soll, werde derzeit gearbeitet, so Renate Bauszus gegenüber der BZ. Sie spricht von einem „Kassenschlager“ im Angebot der Schiller-VHS.
Die Gruppe Bietigheim-Bissingen III zählt dabei noch zu den jüngeren Bildungswerkstätten. Die Gruppe in Tamm könne zum Beispiel auf 30 Jahre zurückblicken, so Bauszus. In diesem Jahr gebe es insgesamt fünf Jubiläen zu feiern.
Und so funktioniert das System der Bildungswerkstätten: Die Gruppen bestimmen die Inhalte ihres Semesterplans, indem sie Themen sowie Referenten aus dem Katalog der Schiller-Volkshochschule vorschlagen. Die Inhalte werden dann durch Dozenten vermittelt, um deren Akquise sich die Schiller-VHS kümmert.
In einigen Gruppen gibt es noch freie Plätze, Anmeldungen sind jederzeit möglich. Interessenten können sich aber auch auf eine Warteliste setzen lassen. Die Bildungswerkstatt Bietigheim-Bissingen III findet einmal wöchentlich (Montag) am Vormittag statt.
