Schwerpunkt: Qualität in der Pfanne Bio-Fleisch gibt’s auf Bestellung

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Peter Häfele mit einem „Dry aged beef“ in der Metzgerei-Filiale in der Gustav-Rau-Straße. Foto: Martin Kalb

Die Metzgerei Häfele mit Filialen in Bietigheim-Bissingen und Sitz in Winnenden verkauft Fleisch aus eigener Schlachtung. Die Tiere kommen aus der Region.

Er verurteile niemanden, der billiges Fleisch im Discounter kaufe, weil er aufs Geld schauen müsse, sagt Armin Häfele, der zusammen mit seinen drei Brüdern den gleichnamigen Familienbetrieb leitet, der auch in Bietigheim-Bissingen zwei Filialen hat. Der Familienbetrieb selbst verfolgt jedoch einen anderen Ansatz: Verkauft wird Fleisch von regionalen Produzenten. Und wer Biofleisch will, kommt bei der Metzgerei ebenfalls auf seine Kosten. Dieses gibt es auf Bestellung.

„Wir bieten Rindfleisch von einem lokalen Züchter aus Burgstetten an“, schildert Häfele. Dieser züchtet das französische  Limousin-Rind. Die Rinder werden  von der Mutterkuh natürlich geboren und bleiben bei ihr, bis sie geschlechtsreif sind. Ab Frühling hält sich die Herde im Bachlauf der Murr auf, im Winter kommen die Rinder in den Stall mit Auslauf in Burgstetten. Geschlachtet wird das weibliche Jung-Rind, die Färse.

Fleisch im Newsletter

Weil das Bio-Fleisch nicht immer vorrätig ist, hat sich die Metzgerei ein besonderes Konzept überlegt. Wer Interesse hat, kann sich bei einem Newsletter anmelden und wird so darüber informiert, wann es wieder Fleisch von der Limousin-Färse gibt. Per E-Mail kann man dann Bestellungen aufgeben.

Ebenfalls angeboten wird in den Häfele-Filiale Fleisch von Bio-Schweinen der Paulinenpflege in Winnenden, eine evangelische Einrichtung für behinderte Menschen. Daraus wird auch Wurst gemacht. Allerdings: Den Anteil des Bio-Fleisches am Gesamtverkauf beziffert Armin Häfele mit nur ein Prozent.

Zugleich betont der Geschäftsführer, dass der Familienbetrieb auch bei konventioneller Ware hohe Standards habe. Dazu gehöre, dass nur Tiere aus Baden-Württemberg geschlachtet werden. Von den  Produzenten ist laut Armin Häfele keiner weiter als 50 Kilometer vom Schlachthof in Auenstein entfernt. Und auch im konventionellen Bereich gebe es hier keine Massentierhaltung. Die Schlachttiere werden von den Landwirten selbst zum Auensteiner Schlachthof gebracht. Es gebe also kurze Wege, die Tiere würden nicht durch halb Europa gekarrt, bevor sie im Verkauf landen.

Keine Plastikverpackungen

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zum Verkauf in den Supermärkten entfielen in der Metzgerei die Plastikverpackungen, weil Fleisch und Wurst unverpackt in der Theke liegen, so der Geschäftsführer. Unter Konkurrenz-Gesichtspunkten mache der aktuell von der Politik beklagte Verkauf von Billigfleisch aus dem Discounter der Metzgerei Häfele nicht zu schaffen, sagt Armin Häfele. Seine Kundschaft lege Wert auf Qualität und sei bereit, dafür auch etwas mehr auszugeben.

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