Bietigheim-Bissingen Das Mittagessen wird künftig teurer

Von Uwe Mollenkopf
Kindergartenkinder beim Mittagessen. In Bietigheim-Bissingen steigt die Monatspauschale auf 95 Euro. Foto: Imago/Funke//Martin Möller

Der Gemeinderat hat einer Erhöhung der Verpflegungspauschale in den Kindergärten sowie neuen Preisen für die Schulen in Bietigheim-Bissingen ab September zugestimmt.

Aufgrund höherer Lohn-, Energie- und Transportkosten seien die Kosten für die Essenslieferung „exorbitant gestiegen“. Darauf machte der Erste Bürgermeister Michael Hanus in der jüngsten Sitzung des Bietigheim-Bissinger Gemeinderates aufmerksam. Darüber hinaus müsse die Stadt Kosten für die Hauswirtschaftskräfte, Gemein- und Sachkosten beim Betrieb der Mensen vor Ort tragen und wolle dafür künftig zumindest einen kleinen Deckungsbeitrag von zehn Prozent erheben. Das alles hat zur Folge, dass das Mittagessen an den Kindergärten und Schulen in der Stadt künftig teurer wird.

Deckungsbeitrag erhoben

Bei den Kitas und Kinderhäusern geschieht die Abrechnung in Form einer monatlichen Verpflegungspauschale. Diese beträgt derzeit 70 Euro. Damit werden die Gesamtkosten von 635.710 Euro pro Jahr für rund 171.000 Essen, welche die Caterer liefern, gedeckt. Nach einer neuen Ausschreibung steigen die Kosten auf rund 743.000 Euro, wenn man sie auf die gleiche Essenszahl umrechnet. Daraus würde sich eine Verpflegungspauschale von 86,80 Euro pro Kind im Monat ergeben. Um auch noch den zehnprozentigen Deckungsbeitrag für Hauswirtschaftskräfte sowie Gemein- und Sachkosten zu erwirtschaften, schlug die Verwaltung eine Anhebung auf 95 Euro vor, was vom Gemeinderat mit einer Gegenstimme gebilligt wurde.

Auch bei den Schulen hat die neue Ausschreibung zu einem erheblichen Anstieg der Kosten für die Essenslieferung geführt. Die Angebote aus den gebildeten Ausschreibungslosen weisen laut Ratsvorlage kalkulatorisch unterschiedliche Einzelpreise aus. Um eine Benachteiligung einzelner Schulstandorte zu verhindern, schlug die Verwaltung daher vor, aus allen Losen einen einheitlichen Durchschnittspreis zu bilden. Dieser Einheitspreis soll künftig für alle Schulen gelten.

Beilagen einzeln zubuchbar

Im Ergebnis müssen nun für ein Hauptgericht 4,56 Euro und für ein Pastagericht 3,95 Euro bezahlt werden. Darin enthalten ist auch der zehnprozentige Zuschlag für Hauswirtschaftskräfte und weitere Kosten wie bei den Kitas. Frei von diesem Zuschlag bleiben die Komponenten Salat (0,85 Euro), Suppe (0,72 Euro) und Dessert (0,73 Euro), die einzeln zubuchbar sind. Der Rat billigte diese Preisgestaltung bei zwei Gegenstimmen und acht Enthaltungen. Vor der Sitzung hatte der Gesamtelternbeirat der Schulen in einem Brief an die Stadträte Stellung zu den neuen Pauschalen und Preisen bezogen. Darin hieß es, man habe grundsätzlich Verständnis für eine Preisanpassung. Bedauert wurde, dass das Vergabeverfahren und die zugrunde gelegten Vergabekriterien im Vorfeld nicht transparent kommuniziert worden seien.

Kritisiert wurde seitens der Elternvertreter die Koppelung von Hauptgericht und Beilagen. Die Kinder müssten nun zwingend ein Haupt- oder Pastagericht buchen, wenn sie zusätzlich eine Suppe, einen Salat oder ein Dessert erhalten wollten. Der Vorwurf: Das mache die Mensen unattraktiver, bereits heute beobachte man, dass sich Kinder stattdessen im umliegenden Einzelhandel und der Gastronomie selbst versorgen, nicht selten mit Fast Food. Gefordert wurde, deshalb dem Beschlussvorschlag nicht zuzustimmen und Nachbesserungen zu erarbeiten.

Keine Nachbesserungen

Wie Bürgermeister Hanus bei der Beratung im Gremium sagte, war die gewählte Koppelung bei den Schulessen aber Kalkulationsgrundlage bei der Ausschreibung. Davon jetzt abzuweichen, wäre vertragswidrig. Hanus räumte aber ein, dass bei einem Runden Tisch im Vorfeld aufgrund eines Fehlers nicht alle Schulen eingeladen gewesen seien, sodass nicht alle von dem Vorhaben informiert waren.

Unter denen, die der neuen Preisgestaltung nicht zustimmen konnten, war Stadtrat Markus Nutz (SPD), der geschäftsführende Schulleiter der städtischen Schulen. Er sagte, einige Schulen hätten eine flexible Lösung gewollt und wies darauf hin, dass die Kostensteigerung bei Pasta-Gerichten 55 Prozent betrage. Auf der anderen Seite meinte Axel Westram, der Fraktionschef der CDU, zu den Vorschlägen der Stadtverwaltung: „Wir müssen es wie es ist akzeptieren.“

Die neuen Preise für städtische Schulen wie auch Kindergärten in Bietigheim-Bissingen gelten ab 1. September.

 
 
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