Bietigheim-Bissingen Das passiert gerade auf der B 27-Baustelle

Von Claudia Mocek
Die 110 kV-Starkstromleitung der Netze BW gegenüber des Waschparks (links) überraschte die Planer, weil sie nicht in den Plänen verzeichnet ist. Zwischen Ulrichstraße und Felsengartenkeller verlegen die Stadtwerke gerade aufwendig die Fernwärmeleitungen. Foto: /Martin Kalb

Eine Starkstromleitung, die nicht in den Plänen verzeichnet war, bringt die Arbeiten ins Stocken. Dennoch soll die Baustelle planmäßig zum Jahresende abgeschlossen werden.

Mit dem Zeitplan sieht es momentan gut aus“, sagte Bürgermeister Michael Wolf am Dienstag bei der B 27-Baustellenführung in Bietigheim-Bissingen. Das sei bei einem Projekt mit einer solch riesigen Dimension nicht selbstverständlich, meinte er. Aktuell gibt es Probleme mit einer 110 Kilovolt (kV)-Starkstromleitung der Netze BW, erklärte der Leiter des Baureferats-West im Regierungspräsidium, Andreas Klein. Diese liege an einer Stelle, an der sie in den Plänen nicht verzeichnet ist. Die bisherige Planung könne daher nicht umgesetzt werden, weil zwischen Leitungen bestimmte Abstände vorgeschrieben sind. „Wir müssen agil reagieren“, beschreibt der Planer bei den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen, Zaher Ghadieh, das Vorgehen. „Wir sind täglich draußen“, sagt er. Bei Überraschungen müsse kurzfristig umgeplant werden.

An der Einmündung zur Ulrichstraße etwa sind die Bauarbeiter schon auf einige Überraschungen gestoßen. Doch da es sich dort bei den nicht verzeichneten Leitungen quasi um tote Rohre handelte, habe man ohne große Änderungen weitermachen können, sagt Ghadieh. Die Situation ist bei der nun entdeckten Starkstromleitung auf Höhe des Waschparks eine andere, sagte Klein. Die Leitung ist aktiv und beim Verlegen der Fernwärmeleitung müssen bestimmte Abstände eingehalten werden – ein Meter nach oben und jeweils 1,30 Meter zu den Seiten. Dies stellt die Stadtwerke vor Probleme. Man sei nun im Gespräch mit der Netze BW GmbH, sagte Klein. Diese habe vorgeschlagen, kleinere Abstände durch Dämmmaterial auszugleichen. Doch welches Material in Frage kommt, habe das Unternehmen noch nicht mitgeteilt. „Das kostet Zeit“, sagte Klein. „Der tiefste Kanal an dieser Stelle steht“, sagte er. Alle weiteren Arbeiten müssten hier nun pausieren.

Aufwendige Handarbeit

Angesichts der vielen Gewerke, die beteiligt sind, den zahlreichen Leitungen, die verlegt werden müssen, entstünde Mehrarbeit und viel Kommunikation sei nötig. Bürgermeister Wolf lobte das große Engagement der Beteiligten.

Dass Leitungen nicht oder nicht korrekt in den Plänen verzeichnet sind, sei nicht ungewöhnlich. Schließlich stammen diese zum Teil aus den 1970er Jahren. In der Vergangenheit seien die Leitungen manchmal auch „gruselig viel zu niedrig“ verlegt worden, sagte Klein. An manchen Stellen, zum Beispiel in Höhe von McDonalds, waren Strom- und Telekommunikationsleitungen übereinander verlegt – und das nur knapp unterhalb des Asphalts.

Mittlerweile gelten klare Abstandsregelungen, auch für die Fernwärmeleitung, die derzeit in der Kurve zwischen Ulrichstraße und Felsenkellerweg verlegt wird. Während oben auf der Straße die Autos auf der Bundesstraße fahren, sind in der Tiefe an diesem Dienstag zwei Arbeiter damit beschäftigt, die dicken Hauptleitungen zu verlegen – da werden die Rohre in der Länge gerade zugeschnitten, die Dämmung zunächst entfernt, dann werden die Teilstücke passend verschweißt, anschließend wird mit Schrumpfschläuchen isoliert und die Dämmung wieder angebracht. Ein aufwendiges Verfahren. Da überrascht es nicht, dass die Arbeiter pro Tag nur einige Meter vorankommen.

Mit Beton gegen Spurrillen

Dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst keine Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden hat, darüber ist Stephanie Sander, bei den Stadtwerken für die Entwässerung zuständig, dankbar. Denn deren Entfernung hätte unter Umständen längere Verzögerungen mit sich gebracht.

An zwei Stellen wird die Fahrbahn betoniert: Vor der Einmündung zum Industrie- und Gewerbepark Bigpark wird der Beton in der nächsten Woche ausgebracht, vor dem neuen Gebäude der Wohnbau im Oktober, erklärte Klein. Das Material sei für hohe Belastungen geeignet, so könnten Spurrillen verhindert werden. Vor dem Bigpark fließt Regenwasser momentan noch in der Straßenmitte ab. Künftig soll es an der Seite geführt werden, dafür wird die Fahrbahn in der Mitte etwas erhöht.

 
 
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