Für mich ist Sport ein Ausgleich“, sagt Tabea Fischer. Doch ihr fehlte die richtige Kleidung dazu. Daher gründete die Bietigheimerin das Start-up „To the Top“. Mit ihrer Sportmode möchte die Enkeltochter von Olymp-Seniorchef Eberhard Bezner ihre Leidenschaft fürs Laufen und Schwimmen mit ihrer Begeisterung für Mode verbinden. Mit den Leggings, Shirts, Sport-BHs und Shorts in Farben wie schieferblau, goldbraun, aqua und anthrazit will sie eine neue Marke „in die Welt von Sportfashion bringen“, sagt sie.
Bietigheim-Bissingen „Das Textilgeschäft liegt mir im Blut“
Tabea Fischer, Enkelin von Olymp-Seniorchef Eberhard Bezner, hat mit „To the Top“ eine eigene Sportfashion-Marke gegründet.
Komfortabel, stylisch, atmungsaktiv und nachhaltig seien die nahtlosen Kollektionen für Frauen und Männer, erklärt Fischer. Die Kleidungsstücke könnten nicht nur beim Sport getragen werden, sondern auch auf Reisen oder im Alltag. Rund 50 Kleidungsstücke umfasst die aktuelle Kollektion, die sie vor allem für Frauen entworfen hat.
Mit sich selbst im Reinen
Als Zielgruppe für die eng anliegenden Hosen und Oberteile sieht Fischer Frauen, die ihre Individualität entfalten möchten, die bewusst ihr Leben gestalten und qualitätsbewusst sind. Für sie soll die Marke zu einer zweiten Haut werden, die die Trägerin in ihrer Individualität stärkt. Den Markennamen „To the Top“ (auf deutsch „nach oben“) will die Gründerin nicht als Ansporn zu mehr sportlicher Leistung verstanden wissen, sondern als „Antreiber, sein eigenes Ding zu machen, sich zu entfalten und zu entwickeln“, sagt Fischer. Für sie sei das größte Ziel, mit sich selbst im Reinen zu sein.
Das richtige Outfit beeinflusse nicht nur das Aussehen, sondern auch die Art, wie man sich darin fühle, sage ihr Großvater Eberhard Bezner immer. Auch Tabea Fischer ist überzeugt davon, dass die richtige Kleidung das Selbstvertrauen stärken kann, motivieren und dazu befähigen, sein Bestes zu geben.
„Das Textilgeschäft liegt mir im Blut“, sagt Tabea Fischer und lacht. Die heute 30-Jährige studierte Mode- und Designmanagement in Berlin, absolvierte unter anderem ein Praktikum bei Hugo Boss und arbeitete in New York und Hongkong, zuletzt beim Internet-Bekleidungshändler About You in Hamburg. Heute lebt sie in Stuttgart.
Produziert in Portugal
Doch auch wenn sie auf die Textil-Kompetenz in ihrer Familie zurückgreifen kann, „habe ich die Marke gemeinsam mit einem Team aus zehn bis zwölf Leuten zu 95 Prozent selbst aufgebaut“, sagt Fischer. Eine Kollektion zu entwickeln bedeute am Anfang Arbeit von rund sechs Monaten, inklusive vieler Überstunden.
Hergestellt wird die Kleidung in Portugal aus recycelten Kunststofffasern. Der Produktionsstandort garantiert laut Fischer einerseits eine hohe Qualität, die einen guten Halt gebe, über ein organisches Design verfüge und nicht aus der Passform gehe. Andererseits sei er auch der Grund für das höhere Preissegment der Ware. Für eine Leggings zahlt man rund 160 Euro.
„In diesem Jahr habe ich viel ausprobiert“, sagt Tabea Fischer. Sie war auf vielen Messen unterwegs, hat ihr Sporfashion-Label bei Retreats und in Hotels präsentiert. Ein Prozess, für den man viel Geduld brauche, bei dem man aber auch viel von den Kunden lernen könne. „To the Top“ gibt es derzeit im Online-Shop, im Ingersheimer Mode-Outlet Tracta und bis März bei Breuninger im Pop-up-Store in Stuttgart, danach in Sindelfingen. „Die Marke ist verbunden mit meiner Persönlichkeit“, sagt Tabea Fischer. Deshalb plant sie für ihre Präsentation einen Live-Podcast, Autogrammstunden und andere Events.
Internationale Märkte im Blick
Im kommenden Jahr will sie die internationalen Märkte in den Blick nehmen. Unterstützung holt sie sich dabei von einer Vertriebsexpertin. Außerdem plant sie die Umsetzung einer schwarzen Kollektion mit dezentem Design. Um die Shirts zu ergänzen, möchte sie ihren Kunden außerdem farblich jeweils passende Hoodies zu den Outfits anbieten.
Ihre Kollektionen sieht die Bietigheimerin weniger in der Sportecke, sondern eher in der Lifestyle-Ecke von Modehäusern: „Da, wo es noch nichts gibt“, sagt Fischer. Als Markenbotschafterin hat sie 2024 die Sportgymnastin Darja Varfolomeev aus Fellbach-Schmiden gewonnen, die später in Paris die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewann – „eine stilvolle Person mit einer besonderen Ausstrahlung“, findet Tabea Fischer.
