Am 4. April ist die Abteilung Bietigheim der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen von ihrem Standort an der Mühlwiesenstraße in ein Interimsgebäude auf dem ehemaligen DLW-Gelände an der Stuttgarter Straße umgezogen. Zweieinhalb Jahre bleibt sie jetzt hier, bis die bisherige Feuerwache umgebaut, modernisiert und erweitert wurde. Wie kommen die Feuerwehrleute mit der Übergangslösung in einer ehemaligen Fabrikhalle zurecht und wie klappen die Abläufe bei einem Alarm an der viel befahrenen Bundesstraße, die zudem noch gerade saniert wird? Kommandant Frank Wallesch zeigt sich bei einem Besuch am Übergangsstandort zufrieden. „Es klappt gut, sogar sehr gut“, sagt der Feuerwehrchef.
Bietigheim-Bissingen „Der Bürger merkt keinen Unterschied“
Die Feuerwehr hat sich in der Interimswache auf dem DLW-Gelände gut eingerichtet, mehr als ein Dutzend Einsätze wurden absolviert. Kommandant Frank Wallesch ist zufrieden.
Drei Zufahrten zum Standort
Um trotz der Verkehrsprobleme, insbesondere in den Stoßzeiten, eine möglichst gute Erreichbarkeit herzustellen, seien drei Zufahrten für die Freiwilligen hergestellt worden, erläutert Wallesch: eine über die McDonalds-Einfahrt, eine nach der Bahnunterführung am Bahnhof und eine über die Geisinger Straße. Sie münden in ein Tor auf der Rückseite des Gebäudes, während sich die Ausfahrt der Feuerwehr an der Vorderseite an der B 27 befindet. „Zu bestimmten Verkehrszeiten brauchen wir etwas länger“, sagt der Kommandant, doch das werde dadurch kompensiert, dass dann die Abteilung Bissingen mitalarmiert werde. Seit dem Umzug hat es mehr als ein Dutzend Alarme gegeben, und, so Wallesch, die Hilfsfrist werde eingehalten. „Der Bürger merkt keinen Unterschied.“
Wenn im Zuge der B 27-Sanierung im Mai die Auwiesenbrücke gesperrt werde, sei das allerdings nochmals ein „Riesenthema“. Man werde sehen müssen, wie die Freiwilligen auf dem Weg ins Magazin dann durchkämen.
Jede Menge Platz
Der Vorteil des jetzigen Standorts in einer ehemaligen Fabrikhalle, in der zuvor ein Logistikunternehmen untergebracht war, ist augenfällig: Man hat jede Menge Platz, nicht nur für die Feuerwehrfahrzeuge. Die Feuerwehrangehörigen können bei Alarm mit ihren Autos in die Halle fahren und dort parken, gewissermaßen direkt vor die Spinde. Sogar Übungen können laut Wallesch in der Halle stattfinden.
Zum Umkleiden der Feuerwehrleute dient ein Container. Eine Herausforderung sei es gewesen, am Tag des Umzugs ohne Unterbrechung einsatzbereit zu sein, sagt Wallesch. Deshalb seien Leihspinde aufgestellt worden, in die am Stichtag 4. April die persönlichen Schutzanzüge und Ausrüstungsgegenstände gebracht wurden, um keine Zeit zu verlieren. Später folgte der Umzug der bisherigen Spinde, in die die Sachen nun umgeräumt werden. Ist dies abgeschlossen, können die Leihspinde wieder zurückgegeben werden.
Generell habe der Umzug, bei dem viele Details zu beachten waren, „überragend funktioniert“, zeigt sich der Kommandant stolz auf seine Mannschaft. Alle hätten an einem Strang gezogen. Man habe sich aber auch ein halbes Jahr darauf vorbereitet.
Ob Funkraum, kommunaler Krisenraum, der auch für Besprechungen der Feuerwehr genutzt wird, Raum für kameradschaftliche Aktivitäten, Küche, Arbeitsplätze für die drei hauptamtlichen Gerätewarte – die Abteilung Bietigheim hat sich in der früheren Fabrikhalle und einer Nachbarhalle gut eingerichtet.
Unterricht im alten Kinosaal
Im Obergeschoss befindet sich die aus 40 Angehörigen bestehende Jugendfeuerwehr, ebenso ein Unterrichtsraum, der sich im ehemaligen DLW-Kinosaal befindet. Daneben wurden sechs Arbeitsplätze eingerichtet, an denen ehrenamtliche Feuerwehrleute Homeoffice machen können. Im Einsatzfall wären sie dann schon vor Ort. „Es gibt 13 Interessenten“, sagt Wallesch zu der Neuerung, die es auch in Zukunft in der Mühlwiesenstraße geben soll und die später einmal von Vollzeitkräften genutzt werden könnte. Wie die Möglichkeit des Homeoffice angenommen werde, müsse man aber noch sehen.
Dabei sind die Computer von der Stadtverwaltung geliehen worden, das Mobiliar stammt aus Altbeständen der Wohnbau. Auch sonst habe man darauf geachtet, so wenig zusätzliche Gegenstände wie möglich anzuschaffen, um Geld zu sparen, sagt Wallesch. Größte Anschaffung sei das Tor mit 5000 bis 6000 Euro gewesen. Sogar die Schranken würden wieder mitgenommen, wenn es in zweieinhalb Jahren zurück in die Mühlwiesenstraße gehe, betont der Kommandant.
