In den sozialen Medien wird schon eifrig darüber diskutiert, vor allem aufgrund wegfallender Parkplätze. Am Montag stellte die Stadtverwaltung ihre Maßnahmen für einen sichereren Schulweg nun auch offiziell vor. Die „Elterntaxis“, das heißt die Fahrzeuge der Mütter oder Väter, die ihre Kinder mit dem Auto morgens zur Schule bringen und mittags abholen, sorgten für Staus und stellten eine Gefahr für die anderen Kinder auf dem Schulweg dar, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Auftaktveranstaltung an der Bissinger Waldschule.
Bietigheim-Bissingen Der Schulweg soll sicherer werden
Bietigheim-Bissingen hat an den Schulen Hol- und Bringzonen eingerichtet, um die Probleme mit „Elterntaxis“ anzugehen. In einer Aktionswoche werden die Schüler auch selbst aktiv.
Deshalb habe die Stadt erstmalig stadtweite Aktionswochen zur Schulmobilität gestartet, die über einen Zeitraum von drei Wochen gehen. Mit verschiedenen Maßnahmen sollen die Bedingungen auf den Schulwegen für Kinder verbessert werden.
Straßenquerung verbessert
Dazu gehört laut Tobias Schunn, dem Leiter Abteilung Mobilität, Vermessung und Technik im Amt für Stadtentwicklung und Baurecht in Bietigheim-Bissingen, auch die Einrichtung von Hol- und Bringzonen. Diese befinden sich etwas entfernt vom Eingang der Schulen, um die Situation dort zu entspannen. Zudem seien Querungshilfen beziehungsweise sogenannte „Gehwegnasen“ eingerichtet worden. Letzteres sind bauliche Maßnahmen oder Markierungen zur Erweiterung des Gehwegs, um Parken im Kreuzungsbereich zu unterbinden und das Überqueren von Straßen sicherer zu machen. Insgesamt seien 14 Hol- und Bring-Zonen und elf Querungshilfen stadtweit eingerichtet worden, so Schunn.
Landesweit schnellste Umsetzung
Die Aktionen in Bietigheim-Bissingen sind teil eines landesweiten Programms mit dem Titel „Movers – aktiv zur Schule“. Von „Movers“-Beraterin Gudrun Zühlke gab es dabei schon einmal Lob für die Stadt an Enz und Metter. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung habe gut geklappt, nur neun Tage nach einer Begehung sei die erste Gehwegnase eingerichtet worden. Damit sei die Stadt bei der Umsetzung landesweit am schnellsten gewesen, sagte Zühlke. Die angesprochene Gehwegnase befindet sich am Knotenpunkt Jahnstraße/Burgstraße in Bissingen.
Laut Tobias Schunn konnten alle Schulleitungen in der Stadt dafür gewonnen werden, sich bei „Movers“ anzumelden. Auf die Anmeldung der Schulen hin habe die Movers-Beraterin mit Vertretern der Stadtverwaltung an allen Schulen Besprechungen und Ortsbesichtigungen durchgeführt und Handlungsfelder aufgezeigt. Daraus seien gemeinsam mit den Schulen die Maßnahmen abgeleitet worden.
Farbliche Markierungen
In Bietigheim-Bissingen sei vieles angestoßen worden, sagte Zühlke weiter, die Stadt sei damit landesweit führend. Sie hoffe, dass nun mehr Schüler zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus zur Schule kommen würden. Oft sei der Schulweg so kurz, dass man laufen könne, meinte auch Oberbürgermeister Kessing.
Damit die Schüler den Weg von den Hol- und Bringzonen auch problemlos finden, soll dieser farblich markiert werden. Man wolle Fußabdrücke aufmalen, denen man folgen könne, erläuterte Verena Griesmaier, die stellvertretende Schulleiterin der Waldschule. Die Stadtverwaltung hatte dazu Farbe und Schablonen in die Waldschule mitgebracht, die allerdings am Montagmorgen aufgrund des Regens noch nicht zum Einsatz kamen. Auch die anderen Schulen in der Stadt erhalten Material wie Stempelhefte, Wegebücher, Malvorlagen und bunte Malfarben, die flexibel im Unterricht eingesetzt werden können.
In der Waldschule läuft der Wettbewerb „Zu Fuß zur Schule“ über zwei Wochen. Schüler, die zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit dem Bus (Klassen 5 und 6) in die Schule kommen, erhalten dabei Stempel, am Ende winken kleine Preise.
Die Hol- und Bringzonen und Querungshilfen/Gehwegnasen sollen laut Tobias Schunn grundsätzlich dauerhaft bestehen bleiben. Im Anschluss an die dreiwöchigen Aktionswochen werde die Stadtverwaltung aber in Absprache mit den Schulen überprüfen, welche Maßnahmen sich bewährt haben und so bleiben können und welche eventuell geändert werden müssten.
