Bietigheim-Bissingen Diakonieladen „Neufundland“ sucht Ehrenamtliche

Von Petra Neset-Ruppert
Laden-Leiterin Katja Kinkel (Mitte) hofft auf neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Birgit Kienzle (links) und Veronika Jahn (rechts) arbeiten schon seit vielen Jahren im Neufundland. ⇥ Foto: Martin Kalb

„Hier ist für jeden was dabei“, ist sich die FSJlerin Sarah Weingartz sicher. Sie arbeitet im Diakonieladen „Neufundland“ in Bietigheim-Bissingen. Nach drei Jahren Pandemie hofft die Leiterin auf neue ehrenamtliche Helfer.

Nur zu Hause sitzen liegt mir nicht. Ich habe nach einer Tätigkeit gesucht und bin hier gelandet. Die Arbeit hält jung und macht Spaß“, lacht Veronika Jahn. Sie ist eine von 15 ehrenamtlichen Helferinnen, die im Diakonieladen „Neufundland“ arbeiten. Hier gibt es Secondhand-Kleidung und ausgewählte Haushaltswaren zu kaufen. Wer hier einkaufen kann? „Jeder darf bei uns stöbern und einkaufen“, erklärt Katja Kinkel, die den Laden in Bietigheim seit 2013 leitet.

Vor Corona konnte die Leiterin auf ein Helferteam aus 25 Ehrenamtlichen zurückgreifen, die im Laden Spenden annehmen, Ware bepreisen und verkaufen. Doch mit der Pandemie haben sich viele Ältere aus der ehrenamtlichen Arbeit zurückgezogen, und jetzt müsse genau geplant werden, damit ausreichend Helfer im Laden sind. „Es ist eine tolle Arbeit. Man hat so viel mit Menschen zu tun, und bei uns im Team herrscht ein richtig familiäres Klima“, erzählt Birgit Kienzle. Sie arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich im „Neufundland“.

Per du mit Stammkunden

Die familiäre Atmosphäre herrscht nicht nur im Team, sondern im ganzen Laden. Kaum betritt eine Stammkundin die Räume, wird gleich gelacht und ein Schwätzchen gehalten. „Ich komme extra aus Ludwigsburg und freue mich auf der Autofahrt immer schon riesig auf den Besuch. Hier gibt es tolle Kleidung und nette Leute“, erzählt Stammkundin Jum Loesch. Sie ist mittlerweile auch schon per du mit Katja Kinkel und freut sich, dass ihr mit den Einkäufen immer geholfen wird: „Ich bin nicht so gut zu Fuß, und deshalb bringen mir die Mitarbeiter auch meine Einkäufe zum Auto.“

Auch Sarah Weingartz schätzt die Atmosphäre sehr. Sie macht im Bietigheimer Diakonieladen ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). „Die Arbeit ist ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Es ist viel besser“, lacht die Sersheimerin. Sie fühlte sich gleich „lieb aufgenommen“. Am liebsten betreut Weingartz die Kunden und berät bei der Kleiderwahl. So musste sie auch schon öfters feststellen, dass man den eigenen Geschmack hinten anstellen muss, wenn Spenden abgegeben werden. „Was wir da so alles schon hatten – ein knall pinkes Kleid mit Rüschen und Blumen. Ich dachte, das geht nie weg, aber jemand hat es dann tatsächlich gekauft. Hier ist eben für jeden was dabei“, lacht die FSJlerin.

Team soll wieder wachsen

Seit dem Krieg in der Ukraine kommen auch vermehrt Geflüchtete in den Laden um sich mit Kleidung auszustatten. „Viele konnten nichts mitnehmen. Die brauchen erst einmal eine Grundausstattung. Seit einigen Monaten ist die Kundschaft deutlich mehr geworden“, erzählt Leiterin Kinkel. Deshalb sei es auch wichtig, dass immer ausreichend Helfer im Laden sind, da der Verkauf und die Spendenannahme zeitgleich im Laden stattfinden. „Wir würden uns sehr freuen, wenn unser ehrenamtliches Team wieder wächst. Wer Freude am Umgang mit Menschen hat und sich auch mal hinter die Kasse stellt, darf sich gerne bei uns melden“, wirbt Kinkel. Sehr flexibel könne man die Mitarbeit gestalten, da man nicht nur in den Schichtzeiten mithelfen muss. „Unsere Ehrenamtlichen dürfen fast alles und müssen fast nichts“, sagt Kinkel und lacht. Auch Helfer, die unregelmäßig im Laden einspringen, sind willkommen.

Neben dem Laden in Bietigheim betreibt die Diakonie noch Secondhand-Läden in Ludwigsburg und Kornwestheim. „Bietigheim ist sozusagen unser Flaggschiff. Wir sind der umsatzstärkste Laden und freuen uns auf Unterstützung“, so Kinkel.

 
 
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