Bietigheim-Bissingen Die ersten Partner stehen fest

Von Uwe Mollenkopf
Das frühere DLW-Verwaltungsgebäude wird zum Gesundheitscampus. Die Sanierung läuft. Foto: /Martin Kalb

Das Sanitätshaus Blu und der Orthopäde Dr. Georgios Karavalakis werden ebenfalls im Gesundheitscampus des Reha-Zentrums Hess im DLW-Verwaltungsgebäude vertreten sein.

Die Arbeiten am ehemaligen DLW-Verwaltungsgebäude, das zum Gesundheitscampus werden soll, schreiten voran, sagt Mathias Hinz, der Geschäftsführer des Reha-Zentrums Hess. Im Außenbereich sei man schon relativ weit, die Fenster seien größtenteils ausgetauscht. Im Gebäude gehen die Sanierungsarbeiten sowie der Aufbau der Trockenwände weiter, erste Elektroarbeiten beginnen, erklärt Hinz. Hinz und Kim Hess, die sich die Geschäftsführung teilen, sind optimistisch, bald von der Steinheimer Straße in das sanierte und modernisierte Gebäude in der Stuttgarter Straße umziehen zu können. Inzwischen stehen auch zwei Partner fest, die den Gesundheitscampus ergänzen werden.

Sanitätshaus expandiert

Dabei handelt es sich zum einen um das Sanitätshaus Blu mit Stammsitz in Fellbach. Man habe mit dem Reha-Zentrum Hess bereits vor eineinhalb Jahren Kontakt aufgenommen, sagt Geschäftsführer Joachim Hackl, der zusammen mit seiner Frau Dr. Denise Brady das Unternehmen leitet. Das Konzept eines Gesundsheitscampus habe sie überzeugt, so Hackl und Brady gegenüber der BZ. Es ermögliche den Austausch auf kurzen Wegen, ebenso gemeinsame Schulungen, es sei damit sehr zukunftsorientiert.

Der Komplettanbieter für die Hilfsmittelversorgung – von Körper-Messgeräten und Kompressionsstrümpfen über Reha-Technik wie Pflegebetten und Rollstühlen bis hin zu Prothesen, Orthesen und Orthopädie-Schuhtechnik – ist ohnehin auf Expansionskurs. 2011 gegründet, umfasst das Sanitätshaus Blu derzeit 13 Filialen, davon die nächste in Ludwigsburg. Bis zum Einzug in Bietigheim, der parallel zum Umzug der Firma Hess erfolgen soll, sollen es 15 sein – davor wird in Reutlingen die 14. Filiale eröffnet. „Wir haben bewusst jemanden gesucht, der die notwendige Größe und Erfahrung mitbringt“, so Mathias Hinz.

Das Sanitätshaus wird in der Stuttgarter Straße gleich am Eingang im Erdgeschoss zu finden sein. Man starte mit mindestens vier Mitarbeitern, die auch bereits eingestellt und in der Einarbeitung seien, sagt Joachim Hackl. Bei Bedarf würden Spezialisten hinzugezogen. Gerade im neurologischen Bereich sei der Austausch zwischen Therapeut und Techniker sehr wichtig. „Neurologische Patienten können auch bei einer anhaltenden Krankheitsphase langfristig betreut werden“, so Kim Hess.

Das Sanitätshaus wird über eine Fläche von knapp 200 Quadratmetern verfügen. Auch eine Werkstatt ist vorgesehen.

Mehr Platz als bisher

Ebenfalls mit von der Partie ist als Orthopäde Dr. med. Georgios Karavalakis, der seine Praxis jetzt in der Steinheimer Straße 9 in Bietigheim hat, also direkter Nachbar von Reha-Hess ist. Auch ihm habe der Gedanke eines Gesundheitszentrums, in dem verschiedene Institutionen gebündelt werden, zugesagt, erklärt Dr. Karavalakis. Zudem sei das DLW-Areal aufgrund der dort geplanten Bebauung zukunftsweisend. Die Praxis, die sich im zweiten Obergeschoss befinden wird, werde mit 270 Quadratmetern am neuen Standort mehr Platz als bisher haben.

Karavalakis praktiziert seit 2018 in der Steinheimer Straße, zunächst als Partner, seit 2021 dann allein. Zur Praxis gehören neben dem Arzt sechs Medizinische Fachangestellte und eine Ärztin, im Oktober kommt eine Assistenzärztin hinzu. Karavalakis plant, am 1. August 2026 mit seinen Mitarbeite rn an den neuen Standort umzuziehen.

Moderner und digitaler

Das Reha-Zentrum Hess will sich dort ebenfalls vergrößern. Durch die bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr aufgrund der Nähe zum Bahnhof werde man ein größeres Einzugsgebiet bei den Patienten, Mitarbeitern und Kunden erhalten, sagt Kim Hess.

Auch Veränderungen im eigenen Portfolio soll es geben. Hierfür werden Investitionen in die Modernisierung der Therapie- und Trainingsmöglichkeiten getätigt, berichtet Hinz. „Außerdem wollen wir das Thema Digitalisierung angehen“, sagt Hinz. Der Gesundheitssektor hinke diesbezüglich der allgemeinen Entwicklung etwas hinterher.

Darüber hinaus sollen weitere Gesundheitsanbieter in das frühere DLW-Gebäude einziehen. Man sei an dem Thema dran, „noch ist aber nichts spruchreif“, sagt Mathias Hinz.

 
 
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