Bietigheim-Bissingen Die Feuerwehr zieht interimsweise um

Von Yannik Schuster
In den Hallen Nummer 66 und 105 (direkt an der B 27) soll die Abteilung Bietigheim der Freiwilligen Feuerwehr unterkommen, während die Feuerwache saniert wird. Foto: /Martin Kalb

Die Feuerwache an der Mühlwiesenstraße wird umgebaut. In der Zwischenzeit soll die Freiwillige Feuerwehr in einer Interimswache auf dem ehemaligen DLW-Gelände unterkommen.

Die Freiwillige Feuerwehr Bietigheim zieht um – zumindest vorübergehend. Die bisherige Feuerwache in der Mühlwiesenstraße muss saniert und umgebaut werden (die BZ berichtete), während der Bauphase galt es deshalb eine Unterkunft zu finden, von der aus die Abteilung Bietigheim auch weiterhin ihren Aufgaben nachkommen kann. Verschiedene Optionen und Örtlichkeiten im Stadtgebiet wurden demnach geprüft, in Frage kämen jedoch allein die Hallen auf dem ehemaligen DLW-Gelände, heißt es nun in einer Gemeinderatsvorlage, über die die Stadträte am kommenden Dienstag abstimmen sollen.

Hier gebe es genug Platz sowohl für die Fahrzeuge und die Ausrüstung der Feuerwehr als auch Werkstätten, Büro-, Besprechungs- und Lagerräume. Auch für die Jugendfeuerwehr stünden Räumlichkeiten zur Verfügung, heißt es weiter. Zudem sei die Interimswachse aufgrund ihrer zentralen Lage in Bahnhofsnähe und direkt an der B 27 auch gut erreichbar.

Lage an der Bundesstraße

Konkret sollen die Hallen Nummer 66 und 105 genutzt werden. Beide liegen unmittelbar neben dem ehemaligen DLW-Verwaltungsgebäude an der Bundesstraße, das künftig als Gesundheitscampus vom Reha-Zentrum-Hess genutzt wird. Halle Nummer 66 soll dabei insbesondere die Zentrale sowie Besprechungs- und Arbeitsräume beherbergen, während Halle Nummer 105 ausreichend Platz für alle vorhandenen Fahrzeuge der Abteilung Bietigheim biete. Zudem können hier mehrere Sanitär- und Umkleidecontainer für die Einsatzkräfte untergebracht werden. 65.300 Euro soll deren Anmietung für 27 Monate kosten, eine Instandsetzung der bestehenden sanitären Einrichtungen im Gebäude sei hingegen mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden. „Zur Anmietung solcher Container besteht sowohl aus Sicht der Verwaltung als auch aus Sicht der Feuerwehr keine Alternative, die wirtschaftlich vertretbar wäre“, heißt es in der Ratsvorlage.

Die Einsatzkräfte sollen über ein bestehendes Tor an der Ostseite der Halle anrücken. Als Ausfahrt sei dieses jedoch ungeeignet, da die Feuerwehrfahrzeuge sonst mit den anrückenden Einsatzkräften kollidieren könnten. Aus diesem Grund ist der Einbau eines neuen Ausfahrtstores auf der Westseite nötig. Hierfür werden zusätzliche Kosten von 10.500 Euro fällig. Die Ausfahrt soll direkt auf die B 27 erfolgen. Dafür wurde im Rahmen der derzeitigen Sanierung der Bundesstraße bereits ein Tiefbord an entsprechender Stelle verbaut.

Aggregat wird weiterverwendet

Weitere rund 25.000 Euro werden für die Notstromversorgung des Gebäudes fällig. Das vorhandene Notstromaggregat der Feuerwache Bietigheim reicht an dem neuen Standort nicht aus. „Da die Stadt Bietigheim-Bissingen ohnehin weitere Vorsorge auch für einen langandauernden und/oder großflächigen Stromausfall treffen muss, soll ein bereits vorgesehenes, mobiles Notstromaggregat mit einer Leistung von 60 kVA zeitnah beschafft werden“, heißt es. Sobald die Feuerwehr die Interimswache wieder verlassen hat, werde dieses demnach dem Katastrophen- und Bevölkerungsschutz der Stadt zur Verfügung stehen.

Für erforderliche Installationen, Handwerkerleistungen, Umzugskosten und sonstigen Leistungen kalkuliert die Verwaltung mit Kosten in Höhe von insgesamt 200.000 Euro im Jahr 2026, danach 30.000 Euro im Jahr 2027 und 50.000 Euro im Jahr 2028.

Aufgrund der hohen Kosten der Sanierung der Feuerwache Bietigheim habe man sich mit der Feuerwehrführung darauf verständigt, die Kosten für die Interimswache möglichst gering zu halten und nur das absolut Notwendige dorthin mitzunehmen. Ein Vorteil sei dabei die teilweise Redundanz mit dem Feuerwehrgerätehaus Bissingen.

 
 
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