Geschäftiges Treiben herrschte auf dem Abreiteplatz kurz vor dem großen Auftritt: Im Kreis ritten, von jeweils einer Person geführt, eine Polizistin, ein Burgfräulein, ein Ritter, ein Fußballer, Pipi Langstrumpf und eine Reiterin auf einem, als Einhorn kostümierten Schimmelpony. Anlass dafür war das Finale des diesjährigen Führzügel-Cups des Reitervereins Bietigheim-Bissingen.
Bietigheim-Bissingen Die Kleinsten ganz groß
Beim Führzügel-Cup des Reitervereins im Rahmen des Pferdemarkts kommt es sowohl auf das Reiten als auch auf die Kostüme der jungen Reiter an.
Während das eine Pony recht gelassen im Schritt unterwegs war, war für andere der große Rummel drumherum doch zu viel: Belmondo, aufwendig als Ritterpferd geschmückt, wurde zusehends nervöser und stieg schließlich mit seinen Vorderhufen in die Höhe, sodass Maxim Muck vom Reiterverein Bietigheim-Bissingen lieber abstieg: “Die Sicherheit des Kindes geht selbstverständlich vor“, erklärte Mama Katharina Muck und da ihnen ebenso das Wohl ihres Ponys am Herzen lag, traten sie schließlich nicht zum Finale an: “Auf Turnieren geht er wunderbar, aber das ist hier doch alles zu groß für ihn“, fügte Katharina Muck hinzu. So ritten fünf Kinder auf den großen Turnierplatz, um den sich bei strahlendem Sonnenschein an den Banden das Publikum zahlreich versammelt hatte.
Gute Beziehung zum Pferd
Richter Klaus Michael Köster fragte auf dem Abreiteplatz, ob alle da seien, und forderte die jungen Reiterinnen und Reiter auf, den Weg zum Turnierplatz zusammen entlangzureiten: „Das Allerwichtigste ist, eine gute Beziehung zu dem Lebewesen Pferd zu haben. Alles andere können die Kinder später lernen“, skizzierte Klaus Michael Köster dabei sein Hauptaugenmerk. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde forderte er während der Prüfung: „Lasst jetzt mal die Zügel langsam aus der Hand gleiten.“ Damit sollte geschaut werden, wie balanciert die Mädchen und Jungen schon sitzen können.
Das folgende Kommando, beide Hände nun einmal hoch über den Kopf zu strecken, führten alle fünf ebenfalls sehr souverän aus. Immerhin waren sie nicht zum ersten Mal bei einem Führzügel-Wettbewerb dabei. Bereits im letzten Jahr hatte Theresa Marie Ludwig vom Reiterverein Bietigheim-Bissingen mit ihrem Pony Marshmallow mitgemacht. In diesem Jahr hatte sie sich als Burgfräulein verkleidet mit rotem Samtkleid und langem grünem Umhang. Das Pony erschien ebenbürtig mit Goldborte an Zügel und Brustgeschirr. Dafür hatte Mama Ilka Ludwig fleißig genäht: „Die Sachen für Marshmallow nähe ich alle selbst, weil sowas kriegt man nicht gekauft – so vier bis fünf Stunden waren das schon“, erzählte sie.
Zusätzlich war die Mähne des kleinen Ponywallachs eingeflochten sowie mit roten Schleifen verziert. Das alles brachte ihnen am Ende den Sieg für das schönste Kostüm und eine strahlend glückliche Theresa Marie Ludwig: „Ich habe schon ein bisschen damit gerechnet. Er hat es ziemlich gut gemacht“, lobte sie ihr Pony.
Pippi mit kleinem Onkel
Sehr gut hatte es auch die temperamentvolle PRE Stute Picara de Yer gemacht. Die Schimmelstute erschien mit aufgemalten großen schwarzen Punkten als Kleiner Onkel und folgerichtig saß ihre zehnjährige Reiterin Johanna Zwickl als Pippi Langstrumpf verkleidet auf ihr. Obwohl alle den geforderten Trab in der Prüfung mit im Sattel Leichttraben und Aussitzen gut gemacht hatten, konnte sich Johanna Zwickl, die sich beim Möglinger Turnier für das Finale qualifiziert hatte, den diesjährigen Sieg beim Führzügel-Cup sichern: „Ich war sehr aufgeregt, denn Picara hat auf dem Abreiteplatz noch gebockt“, berichtete sie noch ganz außer Atem. Davon war während der Prüfung allerdings nichts zu bemerken gewesen, im Gegenteil sehr harmonisch bewegten sich Pferd und Reiterin auf dem Rasenplatz.
Führzügel-Wettbewerbe markieren den Einstieg in den Turniersport. Hier liegt der Fokus noch mehr auf dem Spaß, aber dennoch zeigen die kleinen Reiterinnen und Reiter auch schon im Schritt und Trab, was sie bereits erlernt haben.
