Bietigheim-Bissingen Die Narren erobern das Rathaus

Von Yannik Schuster
Oberbürgermeister Jürgen Kessing schwenkte die weiße Fahne und übergab den Rathausschlüssel an die Prinzenpaare der Wobachspatzen und Buchfinken. Foto: /Martin Kalb

Auch dank musikalischer Unterstützung gelang den Wobachspatzen und Buchfinken der Sturm auf den Verwaltungssitz.

Am schmutzigen Donnerstag steht der traditionelle Sturm des Rathauses auf dem Programm der Faschingsvereine. So auch am Donnerstagabend, als die vereinigte Narrenschar der Wobachspatzen und Buchfinken mit Unterstützung befreundeter Faschingsvereine mit viel Musik das Rathaus in der Bietigheimer Altstadt belagerte. 

Doch das Rathaus wirkte zunächst verlassen, wie die beiden Sprecherinnen der Narrenschar, Sonja Winter (Buchfinken) und Kendra Kroll-Kunz feststellten: „Tote Hose. Die schaffen nichts.“ Oberbürgermeister Jürgen Kessing gab sich schließlich doch zu erkennen, allerdings verteidigte er seinen Amtssitz nicht wie üblich aus dem Rathausfenster, sondern vom Balkon des Arkadengebäudes gegenüber. Bei dem Baustellenlärm um das Rathaus könne ja kein Mensch arbeiten. Deshalb habe man Urlaub gemacht und komme gerade vom Super Bowl aus San Francisco zurück. Als nächstes gehe es dann vielleicht nach Mailand zu den Olympischen Winterspielen, so Kessing.

Narrenbaum auf dem Rathausplatz errichtet

Wenigstens bunt hätte man das Rathaus ja verkleiden können, monierten Sonja Winter und Kendra Kroll-Kunz. Den ganzen Aufwand mit der Rathaussanierung und der Sperrung des Parkhauses Turmstraße habe man bestimmt nur betrieben, damit die Karnevalisten den Verwaltungssitz nicht stürmen können. Der OB sagte, er hoffe mit der Rathaussanierung noch vor dem Stuttgarter Bahnhof fertig zu werden.

Aktuell arbeite darin ja ohnehin niemand, merkten Sonja Winter und Kendra Kroll-Kunz an. Kessing konterte: „Da steckt viel Holz drin. Und Holz arbeitet ja bekanntermaßen.“ Während der OB und die beiden Sprecherinnen der Fasnets-Vereine sich ihren traditionellen Schlagabtausch lieferten, stemmten die Narren den Narrenbaum in die Höhe. „Ihr stellt hier ein Streichholz auf und sagt es wäre ein Narrenbaum“, sagte Kessing. Bis dieser endlich stehe, habe man das Rathaus schon dreimal saniert.

Schließlich hisste der Schultes dann aber doch die Weiße Fahne und kapitulierte vor der Narrenschar. Den Schlüssel zum Rathaus übergab er den Prinzenpaaren, die darin nun bis Aschermittwoch regieren dürfen.

Mit einem dreifachen „Bi-Bi Ahoi“ und „Bi-Bi Helau“ feierten die Karnevalisten ihren Erfolg. Ausgelassen wurde am Abend schließlich auf dem Marktplatz und in den umliegenden Restaurants mit Guggenmusik von befreundeten Verein aus Bietigheim-Bissingen und Umgebung gefeiert.

 
 
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