Mit der Förderung des Sanierungsgebietes leistet das Land einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Innenstadtentwicklung.“ Dies erklärte der damalige Wirtschaftsminister Ernst Pfisterer vor mittlerweile 20 Jahren. Gemeint war ein Zuschuss in Höhe von rund einer Million Euro, den das Land für die Erneuerungsmaßnahmen „Bundeswehrlager und Güterbahnhof“ bereitstellen wollte. Die Stadt hatte das 1,5 Hektar große Güterbahnhof-Areal 2005 von der Bahn gekauft, 2009 sollte das ebenso große Bundeswehrlager hinzukommen. Mit der Ausweisung des Sanierungsgebiets im Februar 2007 konnten die Sanierungsmaßnahmen starten, und rückblickend zeigte sich, dass Pfisterer Recht hatte: Das Gebiet erhielt im Laufe der Jahre ein völlig anderes Gesicht. Und noch ist die Sanierung nicht abgeschlossen.
Bietigheim-Bissingen Die Sanierung geht weiter
Seit 2007 gibt es das Sanierungsgebiet „Bundeswehrlager, Güterbahnhof, Stuttgarter Straße“. 2025 sollte es auslaufen, doch nun wird es bis Ende 2031 verlängert.
Güterbahnhof wurde 1972 stillgelegt
Sanierungsgebiete dienen dazu, Areale auszuweisen, in denen städtebauliche Missstände bestehen. Etwa in Form alter, maroder Gebäude, wie es sie auf dem Bietigheimer Güterbahnhof gab, wo 1972 die letzten Waren abgefertigt worden waren. Für Maßnahmen zur Verbesserung der Zustände, wie private und kommunale Modernisierung, die Neugestaltung des öffentlichen Raums und Verbesserungen gewerblicher Standorte winken dann Zuschüsse.
Die festgelegten Flächen können auch erweitert werden, eine Möglichkeit, von der Bietigheim-Bissingen gleich mehrfach Gebrauch machte. So wurde das Sanierungsgebiet „Bundeswehrlager / Güterbahnhof“ 2012 um den Bereich „Stuttgarter Straße – Valeogelände“ vergrößert. 2014 gab es noch eine Erweiterung im Gebiet Stuttgarter Straße, 2017 im Bereich des Güterbahnhofs.
Zuschüsse in Millionenhöhe für Sanierungsmaßnahmen
Auch die ursprüngliche zeitliche Befristung (bis Ende 2016) wurde überschritten. Zunächst wurde eine Verlängerung bis Ende 2020 beschlossen, dann bis Ende 2025. Letzteres war vor allem aufgrund der Sanierungsmaßnahmen im Erweiterungsgebiet „Stuttgarter Straße“ nötig. In der letzten Ratssitzung vor Jahresende stand nun die nächste Verlängerung an. Der Gemeinderat beschloss auf Vorschlag der Verwaltung, die Sanierung bis Ende 2031 auszudehnen.
Laut einer Bilanz der Stadt von Frühjahr 2024 wurden bis dahin Zuschüsse in Höhe von 2,7 Millionen Euro für Maßnahmen im Sanierungsgebiet ausbezahlt. Zum einen aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau West (SUW)“, zum anderen aus dem Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – lebenswerte Quartiere gestalten (WEP)“. Damals wurde festgestellt, dass Bietigheim-Bissingen sogar, ohne dass dies beantragt worden war, rund 400.000 Euro mehr erhalten hatte als zulässig – die Stadt musste daher dieses Geld wieder zurückzahlen. In der Folge floss aber eine weitere Auszahlung in Höhe von 600.000 Euro.
Arbeiten in der Bahnhofstraße sind geplant
Realisierte Maßnahmen im Sanierungsgebiet am Bahnhof sind unter anderem das Sky-Hochhaus (2016 eingeweiht), das Medizinische Dienstleistungszentrum (2017 fertiggestellt), das Parkhaus West (2017 in Betrieb genommen), die Ansiedelung der Firma Fumatech (2017) und das Novinta-Bürogebäude (2022). Hinzu kommt die laufende Aufsiedelung des ehemaligen Valeo-Areals (Lothar-Späth-Carré).
Der Grund für die jüngste Verlängerung der Sanierungsmaßnahmen: In den kommenden Jahren soll noch die Bahnhofstraße zwischen der Carl-BenzStraße und der Prinz-Eugen-Straße saniert werden, es sind Straßenumbauarbeiten in der Gartenstraße und weitere Baumaßnahmen im Norden des Lothar-Späth-Carrés geplant.
