Bietigheim-Bissingen Die Übernachtungszahlen in der Stadt brechen ein

Von Uwe Mollenkopf
Werbung für das „3B-Land“. In Bietigheim-Bissingen konnte ein weiterer Rückgang bei den Übernachtungszahlen nicht verhindert werden. Foto: Landratsamt Ludwigsburg/Daniela Hermer

In Bietigheim-Bissingen wurden im vergangenen Jahr elf Prozent weniger Übernachtungen registriert. Auch die Bettenzahl ist rückläufig.

Während die Übernachtungszahlen in Besigheim im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben sind und in Bönnigheim ein satter Zuwachs zu verzeichnen war, drückt Bietigheim-Bissingen den Durchschnitt der „3B-Städte“ nach unten: Wie aus dem Rechenschaftsbericht hervorgeht, den Eric Reiter vom 3B-Tourismusteam am Dienstagabend im Ausschuss für Verwaltung und Finanzen vorstellte, sind dort die Übernachtungszahlen um elf Prozent nach unten gegangen.

In absoluten Zahlen ausgedrückt: Wurden in Bietigheim-Bissingen im Jahr 2024 insgesamt 57.072 Übernachtungen gezählt, waren es 2025 nur noch 50.707, ein Rückgang um 6365. Auch 2024 waren die Zahlen bereits eingebrochen, damals um 7383 Übernachtungen. Zuvor hatte sich das Übernachtungsgeschäft in der Stadt von der Corona-Zeit erholt, hatte jedoch nicht mehr das Niveau von vor der Pandemie erreicht.

Weniger Gäste aus dem Ausland

Ein Grund für den gravierenden Rückgang in Bietigheim-Bissingen sind laut Reiters Bericht rückläufige Übernachtungen von ausländischen Gästen. So seien gegenüber dem Vorjahr in Bietigheim-Bissinger Hotels knapp 2500 weniger Übernachtungen aus dem Ausland registriert worden. Aber auch der Rückgang an Geschäftsreisen schlage sich auf das negative Ergebnis nieder. Der im Juni 2026 veröffentlichte „DestinationsMonitor“ für Baden-Württemberg beschreibe einen Einbruch von minus 20 Prozent an Übernachtungen von Geschäftsreisenden in Baden-Württemberg.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Thomas Reusch-Frey wies bei der Beratung darauf hin, dass auch die Bettenzahl in Bietigheim-Bissingen massiv abgenommen habe. Gab es 2015 noch 13 Beherbergungsbetriebe mit 585 Betten in der Stadt, waren es 2025 noch zehn Betriebe mit 418 Betten. Die Auslastung lag 2025 bei 33,4 Prozent (Vorjahr: 37,9 Prozent).

Reusch-Frey wollte in diesem Zusammenhang auch wissen, wie sich die Einführung einer Bettensteuer auswirke. Oberbürgermeister Jürgen Kessing hatte zuvor bestätigt, dass eine solche Steuer Thema der Haushaltsklausur des Gemeinderats gewesen sei. Die Verwaltung bereite dazu eine Vorlage zur Beratung im Gremium vor. Diese Steuer für die Übernachtung wird von den Hotels und anderen Übernachtungseinrichtungen erhoben und üblicherweise von den Gästen bezahlt. Die Beherbergungsbetriebe haben sie dann an die Stadt abzuführen. „Das ist ein durchlaufender Posten“, sagte Kessing in seiner Antwort. Die Bettensteuer sei „inzwischen Standard, und zwar weltweit“, erklärte er.

Mehr Ferienwohnungen

Reiter machte in seinem Bericht aber auch positive Trends aus. So sorgten laut DestinationsMonitor bei Urlaubsreisen aktuell vor allem Apartments und Ferienwohnungen für ein Wachstum an Übernachtungsgästen. Bei einer kürzlich durchgeführten Abfrage weise Airbnb allein für das Stadtgebiet von Bietigheim-Bissingen rund 70 Ferienunterkünfte aus. Diese würden in der Statistik jedoch nicht erfasst werden, da dort nur Betriebe mit mehr als zehn Betten auftauchten.

Rekord bei Wohnmobilen

Auch bei den Übernachtungen auf den Wohnmobilplätzen im 3B-Land läuft es weiter gut. „Noch nie wurden auf dem städtischen Stellplatz in Bietigheim-Bissingen so viele Wohnmobile gezählt wie 2025“, stellt Eric Reiter in seinem Bericht fest. Trotz des Ausfalls des Parkscheinautomaten in der Zeit von Mitte November bis Ende März 2026 habe mit 1690 zahlenden Fahrzeugen ein neuer Höchstwert erreicht werden können. Ebenfalls positiv: An Stadtführungen fand in Bietigheim-Bissingen im Jahr 2025 eine Führung mehr als im Jahr zuvor statt, wobei an den 286 Führungen 4980 Gäste teilnahmen. Damit stieg die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr um 217.

 
 
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