Bietigheim-Bissingen Dieses Jahr steht Mobilität im Fokus

Von Uwe Mollenkopf
Das Klimaschutzteam in Bietigheim-Bissingen will den ÖPNV in den Fokus rücken. Foto: /Martin Kalb

Baubürgermeister Michael Wolf stellte zur Jahreswende die geplanten Aktivitäten der Stadt zum Thema Klimaschutz vor.

Im Jahr 2026 wird die Fortsetzung der B 27-Sanierung weitere heftige Einschränkungen für die Mobilität in Bietigheim-Bissingen mit sich bringen. Gleichwohl hat sich auch das Klimateam der Stadt Mobilität als Schwerpunktthema für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben, wie Baubürgermeister Michael Wolf vor dem Jahreswechsel gegenüber der Presse erläuterte. Dabei stehen jedoch nicht nur die Sanierung von Straßen, sondern ebenso der Ausbau des Radwegenetzes, die Förderung des Fußverkehrs, der Erhalt der Qualität im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die Stärkung einer „Stadt der kurzen Wege“ im Fokus, so Wolf zu den Zielen.

Kostenloser ÖPNV-Tag

Unter anderem soll es zum Thema Mobilität Infoveranstaltungen und Beteiligungsformate geben, ein kostenloser ÖPNV-Tag ist geplant, und es soll Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, sagte der Bürgermeister. Generell sei die Klimapolitik allerdings etwas unter Druck geraten, räumte Wolf ein. „Zu viele schlechte Nachrichten“ hätten dazu beigetragen. In der Kommune stelle sich insbesondere die Frage nach den Kosten, das heißt, wie das Ganze finanziert werden soll. Wie berichtet wird die geförderte Stelle „Beauftragter für die klimaneutrale Kommunalverwaltung“ nach dem 30. September 2026 nicht weitergeführt, und auch der Ausbau der L 1107 zwischen Löchgau und Bietigheim mit einer Busspur wird nicht weiterverfolgt.

Bekanntlich hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu sein, das heißt, unter dem Strich keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Laut Bürgermeister Wolf trägt die Stadt zum Ausstoß fünf Prozent bei, der Rest kommt von Privaten und der Wirtschaft. Um bei diesem Ziel voranzukommen, soll unter anderem der Ausbau der Photovoltaik weitergehen, erklärte der Bürgermeister.

Mit Stand vom 3. November gab es 2250 PV-Anlagen im Stadtgebiet, bis Jahresende waren weitere 350 geplant, was eine Gesamtleistung von 31,2 Megawatt-Peak ergibt. Auf städtischen Dächern befanden sich bis 24. November 13 Anlagen, weitere sieben waren bis Jahresende geplant. Man wolle zudem dezentrale Stromspeicher fördern, sagte Wolf, von denen es mit Stand vom 3. November 991 mit einer Leistung von 6,15 Megawattstunden gab. Heißt: 22,9 Prozent der installierten PV-Leistung kann gespeichert werden. Wie Wolf weiter berichtete, gab es bei einer PV-Bündelungsaktion zur gemeinsamen Anschaffung von Anlagen Anmeldungen von 82 Haushalten.

Kein Interesse an Förderung

Großes Diskussionsthema im Jahr 2024 war die Förderung von Balkonkraftwerken, für die sich die Bürgerinitiative „Bietigheim-Bisssingen klimaneutral“ stark machte. Am Ende wurde die Unterstützung bei der Anschaffung auf finanziell schwächere Haushalte beschränkt. Wie eine von Wolf vorgelegte Liste für 2025 zeigte, war dafür das Interesse (mit Stand vom 24. November) allerdings gleich Null.

Beim Fernwärmeausbau wurde als Neuerung eine Online-Plattform bei den Stadtwerken eingeführt, auf der man sein Interesse für einen Anschluss bekunden kann, Gebäudesteckbriefe sollen Private zu Investitionen animieren, nannte Wolf zwei weitere Beispiele für die städtische Klimapolitik. Im Übrigen sei auch die Klimafolgenanpassung eine wichtige Maßnahme „zum Erhalt einer sicheren, resilienten und lebenswerten Stadt“, so Wolf. Die Stadt ist dazu durch Gesetze von Land und Bund verpflichtet, ein entsprechender Beschluss des Gemeinderats wurde im vergangenen Jahr gefasst.

 
 
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