Bietigheim-Bissingen Dieter Kränzlein präsentiert seine neuesten Arbeiten

Von Jörg Palitzsch
Der Bietigheim-Bissinger Künstler Dieter Kränzlein lädt in seiner Hausausstellung Interessierte dazu ein, seine neuesten Werke zu betrachten. Foto: /Oliver Bürkle

Der Bildhauer Dieter Kränzlein zeigt bei einer Hausausstellung neue Arbeiten. Sie offenbaren weitere Entwicklungsschritte.

Die Arbeiten des Bildhauers Dieter Kränzlein aus Bietigheim-Bissingen sind in der Regel namenlos, anonym sind sie trotzdem nicht. Den Betrachter springen die steinernen Kunstwerke mit ihren auffälligen Farben und Formen aus Marmor und Mooser Muschelkalk an – ein Werkstoff, mit dem der Künstler schon seit 30 Jahren arbeitet. Mit den Einschnitten einer Steinflex prägt der Künstler den späteren Charakter eines Werkes. Dieser Entstehungsprozess ist nicht planbar und wird oft dem Zufall und der Notwendigkeit überlassen. Vollendet werden diese Werke erst durch ihre dreidimensionalen Formen, der zum größten Teil rauen Beschaffenheit der Oberfläche und der Farbgebung.

Vermessung einer eigenen Kunstwelt

Dabei hat sich Dieter Kränzlein immer weiterentwickelt. Die frühen Werke stellen den Stein in den Vordergrund, dem der Künstler mit seinem Bearbeitungswerkzeug praktisch seinen Willen aufgezwungen hat. Sei es über die Auswahl des Materials, die Entstehung der Form und die Bearbeitung. Es sind zum Teil schwere Platten, die mit einer Flex geometrisch beschnitten, statisch geschichtet und im Kern kartografiert werden. Es ist die Vermessung einer eigenen Kunstwelt. Kränzlein schafft einen künstlerischen Dialog zwischen seinen Arbeiten, die in einer Reihe, aber auch als Einzelwerke, eine eigene, für den Betrachter verständliche Sprache sprechen. Die Arbeiten des Bildhauers sind immer erkennbar.

Kränzlein, und die Hausausstellung am 19. und 20. November wird dies zeigen, hat sich seiner Stilfindung in den letzten Jahren allerdings nicht unterworfen. Er meidet die Wiederholung des immer Gleichen bis heute. Der Stein wurde für ihn zu einem Experimentierfeld, wo er Widerstand und Grenzen ausloten konnte. Er hat die Formen erweitert, die Zweidimensionalität zur Dreidimensionalität geführt, und Farben hinzugenommen. Während früher Schwarz vorherrschte, sind beim jetzigen Spiel mit Form und Farbe auch auffällige Tongebungen vertreten. Rot, Blau und Gelb.

Seine Arbeiten sind inzwischen in zahlreichen nationalen und internationalen Galerien vertreten, ebenso steuert Kränzlein immer wieder seinen Teil zur „Kunst am Bau“ bei. So gibt es acht runde Arbeiten zwischen 30 und 90 Zentimetern Durchmesser, die künftig in einem Neubau in Pleidelsheim als Wandgestaltung zu sehen sind.

Erprobt mit großen Skulpturen, etwa mit dem steinernen Segel am Ortseingang von Neckarwestheim, arbeitet der Bildhauer derzeit an über vier Meter hohen Stelen, die im Innenbereich eines Wohnkomplexes in Heidelberg aufgestellt werden. Ergänzt durch Steinblöcke, auf denen man sitzen kann. „Kunst ist etwas zum Begreifen, nicht nur zum Anschauen“, sagt Kränzlein.

Ausstellung in der Städtischen Galerie

Welche Entwicklungen der Bildhauer in den letzten Jahren durchgemacht hat, ist nicht nur bei der Hausausstellung, sondern im kommenden Jahr auch in der Städtischen Galerie in Bietigheim-Bissingen zu sehen. Vom 18. März bis 18. Juni 2023 sind seine Arbeiten dort ausgestellt. Mit dabei ist seine Tochter Patrizia Kränzlein, die sich in ihren Arbeiten der Abstraktion und geometrischen Formen verschrieben hat.

 
 
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