Bietigheim-Bissingen Dorf des guten Geschmacks

Von Helga Spannhake
91 verschiedene Weine und Sekte aus der Region konnten die Besucher des Bissinger Weindorfs verkosten. Foto: /Oliver Bürkle

Auch in diesem Jahr lockte das 24. Bissinger Weindorf viele Besucherinnen und Besucher an. Geboten wurde neben lokalen Weinen und gutem Essen auch eingängige Musik.

Gut gelaunte Menschen liefen am Samstag gegen 17 Uhr in Richtung des Bissinger Rathauses, während die Sonne vom Himmel lachte und sich beim Verkaufswagen der angestammten Metzgerei Motz schon eine erste Schlange bildete. Passend zum Viertele wurde gern Flammenkuchen genommen, aber auch Curry Spezial und Pommes gingen über die Theke. An dieser war allerdings gleich vorn neben der Kasse zu lesen, dass der Schweinehals leider schon ausverkauft war: „Am Freitag gingen schon alle für Samstag eingeplanten Portionen raus“, erklärte Chef Markus Motz bedauernd.

Für das Bissinger Weindorf fand er gleichzeitig nur lobende Worte: „Das ist ein ganz tolles Fest mit bodenständigen Leuten“. Veranstaltet wird die dreitägige Open-Air Party von der Handball-Abteilung der Spvgg Bissingen, dem FSV 08 Bissingen sowie dem Musikverein Bissingen und dessen erster Vorsitzender Thilo Dittmann zog eine positive Bilanz: „Zufrieden sind wir auf jeden Fall, denn wenn das Wetter mitmacht, dann sind auch wir gut dabei“, erläutere er und ergänzte, dass mittlerweile nicht nur Bissinger kämen, sondern auch viele aus der Region da seien, die diese Mischung aus Wein, Musik und Party mögen.

Knapp 200 Ehrenamtliche aus den drei Vereinen stemmen jährlich das Weindorf, ungefähr 4000 Besucherinnen und Besucher kamen zur 24. Ausgabe und der gesamte Erlös fließt, wie immer zu einhundert Prozent direkt in die Jugendarbeit der beteiligten Vereine.

Zahlreiche Weine und Biere

„Wir brauchen einen trockenen weißen und roten Wein“, lautete die Bestellung zweier Damen beim Stand der Jule Mayr Weine und mit einer Flasche Lemberger und einem Weißburgunder sowie vier Gläsern kehrten sie an ihren Tisch zurück – gut beraten von Jürgen und Steffen Marschat. Die Brüder betreuten bereits das zweite Mal einen Weinstand: „Weil wir gesellig sind und eingefleischte Bissinger“, meinten sie lachend und wandten sich schon wieder neuen Bestellungen zu. Beim Weingut Merkle nebenan standen die Weinflaschen akkurat und gut sichtbar auf der Theke aufgereiht für Liebhaber des Rebensaftes bereit. Wie bereits im letzten Jahr bestand das Angebot des Bissinger Weindorfes ausschließlich aus lokalen Weinen und Sekten – 91 verschiedene Sorten konnten verkostet werden.

Am Stand von Getränke Kiesel gab es zusätzlich alkoholfreie Getränke, wobei vor allen bei den Kindern Apfelschorle und Cola beliebt waren. Aber auch das Bier vom Fass in 0,5 Liter Krügen wurde oft bestellt: „Es gibt doch viele, die keinen Wein trinken wollen und Bier ist in unserer Gesellschaft einfach tief verwurzelt“, begründete das Ibrahim Karabulut vom FSV 08 Bissingen, der als Ehrenamtlicher zum zweiten Mal ausschenkte.

„Die Leute sind hier sehr freundlich“, bekundete Monique Düren-Deconinck, die auch in diesem Jahr wieder mit ihrem urigen Crêpes-Stand vertreten war, denn ein Crêpe passt immer, wie sie schmunzelnd hinzufügte. Ein Stück weiter am Stand von Koppes Feingemachtes landete der halbe Meter Bratwurst elegant in einem aufgeschnittenen Baguette. Ein Paar schlenderte mit je einem Glas Wein in der Hand vorbei und die zahlreichen Bierbänke rund um das Rathaus füllten sich kontinuierlich.

Treffpunkt für Groß und Klein

Kinder liefen vergnügt durch die Reihen und von einem kleinen Jungen war ein energisches: „ich will aber keinen Salat“ zu vernehmen. Das Bissinger Weindorf war ein Treffpunkt für Groß und Klein, für Genuss, schöne Gespräche und es gab auch eine kleine Premiere in diesem Jahr: Denn extra und in limitierter Auflage wurden schwarze Halter zum Umhängen der Weingläser angefertigt: „Die sind gut, denn die setzen weiter oben an“, lobte Marcus Timmermann vom Orga-Team, denn dadurch kann das Weinglas nicht so schnell kippen.

Direkt gegenüber dem Rathaus war die Live-Bühne aufgebaut und am Donnerstag boten Fredy und die Schlaghosen gute Unterhaltung mit Schlagern. Freitagabend sorgte Campus, die schon mehrfach gebucht wurden, erneut für Partystimmung und auch die Newcomer aus Bietigheim-Bissingen namens Schimmelgefahr standen bereits zum zweiten Mal auf der Bühne des Bissinger Weindorfes: „Also letztes Jahr war es für uns eine totale Ehre und das war dann auch der größte und coolste Gig für uns“, erinnerte sich Sängerin Lisa Volz und freute sich, dass sie erneut eingeladen wurden mit ihren bekannten Covertiteln, wie zum Beispiel „99 Luftballons“, zu denen auch gern vor der Bühne getanzt wurde.

 
 
- Anzeige -