Die Osterbotschaft sei, so sagt der leitende Pfarrer der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bernhard Ritter, immer dieselbe und doch jedes Jahr aktuell. „Ich weiß von keinem Ostern, seit ich Pfarrer bin, in dem die Hoffnung, vor allem auf Frieden, nicht wichtig war“, so Ritter.
Bietigheim-Bissingen „Durch Jesu am Kreuz wird Hoffnung in Gang gesetzt“
Der Bietigheim-Bissinger Pfarrer Bernhard Ritter spricht über die christliche Botschaft.
„Diese Hoffnung wird in Gang gesetzt durch den Tod Jesu am Kreuz“, sagt der Theologe, und werde vollendet durch dessen Auferstehung am Ostersonntag. Die Christen seien deshalb eine „Hoffnungsgemeinschaft“. „Zwölf Leute, Anführer tot, was soll da noch kommen“, zitiert er aus einem Zeitungsartikel über Jesus und seine Jünger. Und doch, so Ritter, sei danach einiges gekommen – die christliche Religion als zentrale Entwicklung, die aus Hoffnung auf Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung nie resigniere.
Der Blick soll geschärft werden auf das Menschliche
Trotz Rückgang der Mitglieder in den christlichen Gemeinschaften, trotz Krieg, Machtdemonstrationen und anderer menschlichen Rückschläge sei es, so Ritter, diese Botschaft auf Hoffnung, die die Christen zusammenhalte. Aber nicht nur im großen Weltgeschehen, sondern auch im kleinen, im Alltag, solle der „Blick geschärft werden auf das Menschliche“. Er werde gefragt, „was machen Sie denn angesichts solcher Rückschläge?“ „Wir machen, was wir immer machen, die Hoffnung weitergeben, sie predigen und Vorbild sein“, sagt Ritter.
Hoffnung mache ihm dann, wenn 40 Kinder in Bietigheim-Bissingen sich in der Kinderkirche engagieren und die Botschaft in einem Osterspiel weitergeben. „Wir müssen aus dem Geistlichen ins Handeln kommen“, sagt er und nennt die Beispiele Hospiz, Tafelladen, Schuldnerberatung, Kontaktstüble, wo unzählige Ehrenamtliche sich einsetzten. Ja, es sei ein „Tropfen auf den heißen Stein“, aber der dürfe nicht fehlen, um ein Meer zu bilden. „Manches muss man aushalten, Krieg beispielsweise, aber man kann für alle Beteiligten beten, auch um Einsicht“, sagt der Theologe. Er erinnert an Ostermärsche und Friedensketten, in denen Menschen ihre Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit öffentlich machten. „Und das macht doch auch wieder Hoffnung“, so Bernhard Ritter.
