Beim traditionellen Buchfest strahlte diesmal die Sonne. Die Veranstalter strahlten am Samstag weniger. So sehr sie sich auch um Programm und Anbieter bemüht hatten: Die Resonanz war insgesamt, einschließlich des sehr gut frequentierten Flohmarkts und des weitaus besseren Besuchs am verkaufsoffenen Sonntag, durchwachsen.
Bietigheim-Bissingen Durchwachsene Bilanz beim Buchfest
Die Besucherzahlen ließen am Samstag sehr zu wünschen übrig. Die Event-Agentur war mit Flohmarkt und dem Sonntag aber „absolut zufrieden“.
Der Standort vor dem Wohnzentrum Hofmeister war zwar von den räumlichen Gegebenheiten gut, aber zu weit entfernt vom Buchzentrum, wie es mehrfach hieß. Hitze und allgemein gedämpftes Kaufverhalten dürften wohl auch eine Rolle gespielt haben.
Rund 20 Anbieter
Das waren jedenfalls noch Zeiten gewesen, als es beim Buchfest Anfang der 1980er-Jahre unter der Schirmherrschaft von OB Karl Mai Seifenkisten-Rennen Gemeinderat gegen Stadtverwaltung, Hunde- und Pferdevorführungen, Musik bis zum späten Abend und vieles andere mehr vor Hunderten von Besuchern gab. Vieles hat sich geändert. Inzwischen aktuell auch der Standort.
Zum einen, weil die gravierenden Straßenbaustellen, zum anderen aber auch die fehlenden Helferinnen und Helfer den früheren Veranstaltern zu schaffen gemacht hatten. Was wiederum dazu führte, dass die Aktiven Unternehmer das Rudersberger MK Event-Team mit Firmenchef Markus Widerhöfer komplett mit dieser Veranstaltung beauftragten. Somit war das Fest formell also quasi eine Firmenangelegenheit.
Das Angebot übers Wochenende war keinesfalls mickrig. Es reichte von musikalischen Darbietungen von zwei Bands über internationale Gaumenfreuden und diversen Angeboten wie Bungee-Trampolin und Kinderschminken bis hin zu einem Familienflohmarkt auf dem Hofmeister-Waldparkplatz und einem verkaufsoffenen Sonntag im gesamten Stadtviertel Buch. Unter den rund 20 Anbietern waren neben einer mobilen Tanzschule und einer Agentur für Haushaltshilfe sowie Firmen auch der Kindergarten Fliederweg mit Waffeln vertreten.
Ähnlich vornehmlich Süßes gab es beim großen Stand der „Türkisch-islamischen Gemeinde zu Bietigheim-Bissingen“. Ein 400-Mitglieder-Verein aus der Bissinger Adolf-Heim-Straße, der sich am Buchfest zum ersten Mal beteiligte, weil er sich laut seinem Vorsitzenden Recep Calis zu wenig nach außen öffne, aber auch zeigen wolle, dass man sich hier zugehörig fühle.
Mehr Publikum verdient
Hatten die Türken noch relativ guten Besuch, so gab es am Samstag rundum lange Gesichter. Ein Imker aus Mönsheim packte ernüchtert bereits am Samstagabend zusammen. Und die „Passions Riners“ aus Renningen hätten mit ihren Linedance- und Flashmob-Auftritten wie beispielsweise beim „Rattlesnake Kiss“ weitaus mehr Publikum verdient als gerade mal eine Handvoll Fans.
Um einiges besser lief es dann am späteren gestrigen Sonntag. Mit der Resonanz des Festes konnte man nach Einschätzung von Carl Friedrich Hofmeister mit dem Samstag nicht, mit dem Sonntag aber durchaus zufrieden sein. „Am Samstag war eben auch extrem gutes Wetter und heute, Sonntag, ist das Fest sehr gut besucht“, sagte er am Nachmittag. Auch mit der Frequenz des verkaufsoffenen Sonntags war er zufrieden. Man habe „viel Durchlauf“ im eigenen Haus registrieren können.
Kleine Buchfest-Historie
Als Mitinitiator Intercoiffeur Uwe Keil dann einmal, wie er sagte, den damaligen Oberbürgermeister Manfred List „unter der Schere und motiviert hatte“, vermittelte dieser im Jahr 2000 den Stadtverband für Sport zu einem Schulterschluss. Ein Erfolg, der das Buchfest, dank der Aktiven Unternehmer beziehungsweise der Werbegemeinschaft Buch, damals wieder aufleben ließ.
