Bietigheim-Bissingen Ehemaliges Paulaner-Gelände: Park statt neuem Biergarten

Von Yannik Schuster
Noch ist auf dem Gelände des ehemaligen Paulaner-Biergartens das Kellergeschoss des Gebäudes Foto: /Martin Kalb

Die Stadt will eine kleine naturnahe Parkanlage errichten. Der Gemeinderat soll am kommenden Dienstag den Baubeschluss fassen.

Das Enztal im Herzen Bietigheim-Bissingens ist ein idyllischer Flecken Erde. Einen Schönheitsfehler hat es jedoch, nämlich das Gelände des ehemaligen Trachtenvereins und Paulaner-Biergartens in der Wobachstraße 19. Das Areal war nach dem Auslaufen des Pachtvertrags mit dem Pächter Ende 2024 an die Stadt zurückgegeben worden, diese ließ das Biergarten-Gebäude vergangenes Jahr abreißen. Seither steht hier noch das Fundament mit Kellergeschoss – abgesperrt durch einen wenig ansehnlichen Bauzaun. Nun steht fest, wie es mit dem Areal weitergehen soll: Die Stadtverwaltung will daraus einen sogenannten Pikopark, eine kleine naturnahe Parkanlage, machen. Am kommenden Dienstag soll der Gemeinderat hierfür den Baubeschluss fassen.

„Zustand problematisch“

„Der aktuelle Zustand der Fläche am Viadukt ist, sowohl aus Sicherheitsgründen als auch aus städtebaulicher Sicht, problematisch“, heißt es in der Ratsvorlage. Und weiter: „Gleichzeitig macht die Fläche einen ungepflegten Eindruck und wertet das Umfeld an dieser zentralen Stelle sichtbar ab. Auch Vermüllung und Verwahrlosung nehmen stetig zu, was sich negativ auf das Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger auswirkt.“

Geplant ist deshalb eine umfassende Umgestaltung des Areals. Dieses soll renaturiert werden, alle versiegelten Flächen zurückgebaut. „Ziel ist es, einen attraktiven innerstädtischen Grün- und Aufenthaltsbereich zu schaffen, der Natur, Erholung und Begegnung miteinander verbindet“, heißt es. Vorgesehen ist eine Bepflanzung mit heimischen und standortgerechten Pflanzen, wodurch neue Lebensräume für Tiere und Insekten entstehen sollen. Rund die Hälfte der Fläche soll mit Bäumen bepflanzt werden, damit natürliche Schattenbereiche und ruhige Aufenthaltsorte entstehen können. „Unterschiedliche Vegetationsflächen, kleinere Geländemodellierungen und eine natürliche Wegeführung sollen dazu beitragen, dass die Natur in diesem Bereich wieder stärker erlebbar wird“, heißt es in der Ratsvorlage.

Dafür sind außerdem einzelne Bewegungs- und Begegnungselemente – etwa ein naturnaher Spielplatz oder Sitz- und Hüpfsteine – vorgesehen. Größere Spielflächen seien bereits mit dem Spielturm hinter dem Viadukt vorhanden, das gleiche gelte für die Gastronomieangebote am dortigen Kiosk oder im Sportpark Ellental. Außerdem geplant ist ein kleiner Rastplatz zum Verweilen. Dadurch bleibe auch die Möglichkeit erhalten, bei Bedarf doch noch ergänzende Angebote – etwa Foodtrucks oder temporäre Aufenthaltsangebote – behutsam in das Gesamtkonzept zu integrieren.

Die Kosten für die Baumaßnahme werden mit circa 610.000 Euro kalkuliert, davon fallen rund 77.000 Euro für den Rückbau des bestehenden Kellergeschosses an und 530.000 Euro für die Errichtung des Pikoparks. Da bereits eine Fördermittelzusage über 80 Prozent vorliegt, belaufen sich die Kosten für die Stadt auf lediglich rund 125.000 Euro.

Interne Planungen

Die Stadt verfolgt mit der Maßnahme eine konsequente Kostenoptimierung, so heißt es in der Ratsvorlage. „ die Planungskosten vollumfänglich durch internes Personal erbracht werden, wodurch externe Honorarkosten vermieden werden.“ Auch die Ausstattung des Pikoparks werde durch wiederaufbereitete Materialien aus den Beständen des städtischen Bauhofs erfolgen, heißt es weiter. Nicht förderfähige Arbeiten, darunter etwa notwendige Rodungen im Baufeld, werden durch städtische Eigenleistungen abgedeckt.

Geplant ist, die Umgestaltung von November 2026 bis März 2027 auszuführen.

 
 
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