Mehr als 20 Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Bietigheim haben am Donnerstag am ehrenamtlichen Neujahrsputz teilgenommen. Schon um 8 Uhr startete die Gruppe am Bahnhof und sammelte Müll bis zum Marktplatz im Buch. Rund 20 Säcke konnten die Männer in 1,5 Stunden mit Raketen, Feuerwerksresten und weiterem Abfall füllen, sagte Jalees Malik. Die Aktion sei „ein kleines Dankeschön der Gemeinde an die Stadt Bietigheim-Bissingen“.
Bietigheim-Bissingen „Ein Dankeschön an die Stadt“
Über 20 Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Gemeinde haben am Neujahrsmorgen Reste des Feuerwerks aufgesammelt.
Gemeinsam ins neue Jahr
Die Aufräumaktion ist eine Tradition der Gemeinde, mit der gemeinsam ins neue Jahr gestartet wird, sagte Malik. Ziel sei es, die öffentlichen Flächen nach der Silvesternacht wieder sauber und einladend zu hinterlassen. Malik freute sich, dass dieses Mal mehr Überbleibsel des Feuerwerks eingesammelt werden konnte als in den vergangenen Jahren: „Dann lohnt es sich.“
Mit dieser ehrenamtlichen Aktion möchte die Gemeinde, deren Mitglieder in Pakistan zu einer verfolgten religiösen Minderheit gehören, der Stadt etwas zurückgeben und ihre Verbundenheit mit Bietigheim-Bissingen zum Ausdruck bringen: „Wir sind froh und glücklich, in Deutschland leben zu können“, sagte Malik. Die Ahmadiyya Gemeinde ist seit Ende der 1970er Jahre in Bietigheim verwurzelt und engagiert sich seit Jahrzehnten regelmäßig für das Gemeinwohl.
In den vergangenen Jahren, nur durch Corona unterbrochen, nahmen durchschnittlich rund 15 bis 20 Personen an der Aktion teil, überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene. Der Neujahrsputz sei fester Bestandteil des jährlichen Veranstaltungskalenders der Gemeinde und diene auch dazu, der jüngeren Generation Werte wie Verantwortung, Zusammenhalt und gemeinschaftliches Handeln zu vermitteln.
Am frühen Morgen des 1. Januar treffen sich die Gemeindemitglieder zunächst zum Gebet in der Gemeinschaft. Nach einem Frühstück starten die Männer um 8 Uhr dann die Sammelaktion am Bahnhof, während die Frauen in den Straßen rund um ihr Zuhause Müll aufsammelten.
Beutel, Zangen, Handschuhe und Schaufeln: Unterstützt wird die Aktion durch die Stadt Bietigheim-Bissingen, die das notwendige Equipment zur Verfügung stellt und die gefüllten Müllbeutel entsorgt. Über die Jahre habe sich dabei ein gemeinsames Verständnis und Interesse am Gemeinwohl gefestigt. Die Gemeinde hofft, mit solchen symbolischen Gesten nicht nur heute, sondern auch künftig zu einem positiven Miteinander beizutragen – in Bietigheim-Bissingen ebenso wie in den umliegenden Ortschaften.
